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Georg Därendinger

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26.05.2026

Beitrag von: Georg Därendinger

3 Fragen an unser neues Boardmitglied: Jérome Garcin, General Manager for Switzerland and Austria bei Bristol Myers Squibb

Ein Bild von Jérome Garcin, General Manager for Switzerland and Austria bei Bristol Myers Squibb und Boardmitglied von Interpharma

Sie bringen einen reichen Erfahrungsschatz aus verschiedenen Ländern mit. Wie beurteilen Sie die Lage der Pharmaindustrie in der Schweiz?

Die Schweiz gilt zu Recht als einer der weltweit führenden Standorte für Life Sciences. Die Kombination aus wissenschaftlicher Exzellenz, einem starken Innovationsökosystem und einem hochwertigen Gesundheitssystem ist einzigartig. Aus der Perspektive internationaler Märkte betrachte ich diesen Ruf als wohlverdient, sehe ihn aber auch zunehmend unter Druck.

In den letzten Jahren hat der Zugang der Patientinnen und Patienten zu innovativen Therapien abgenommen und die Verfügbarkeit neuer Medikamente bleibt hinter der von vergleichbaren Ländern zurück. Verzögerungen im Vergütungssystem und eine zunehmende Fokussierung auf kurzfristige Kostendämpfung erschweren es dem System, mit dem wissenschaftlichen Fortschritt Schritt zu halten. Gleichzeitig verschärft sich der globale Wettbewerb um Investitionen und Markteinführungsprioritäten, und neue Preisdynamiken beeinflussen die Entscheidung der Unternehmen, wo sie Innovationen zuerst einführen.

Die Schweiz befindet sich an einem wichtigen Wendepunkt. Die jetzt getroffenen Entscheidungen in Bezug auf Zugang, Vorhersehbarkeit und die allgemeine Attraktivität des Standorts werden darüber entscheiden, ob das Land seine Führungsposition aufrechterhalten kann und Patientinnen und Patienten auch zukünftig von schnellem Zugang zu innovativen Medikamenten und Therapien profitieren werden.

Wo sehen Sie die grössten Stärken der Schweiz im internationalen Vergleich?

Die grösste Stärke der Schweiz ist ihr einzigartig vernetztes Life-Sciences-Ökosystem. Nur wenige Länder vereinen erstklassige Universitäten, führende Gesundheitseinrichtungen und eine hochinnovative Pharma- und Biotech-Industrie auf so nahtlose und sich gegenseitig verstärkende Weise. Dies schafft ein Umfeld, in dem wissenschaftliche Fortschritte rasch von der Entdeckung zur praktischen Anwendung gelangen können.

International zeichnet sich die Schweiz durch ihre beständige Führungsrolle bei Innovationskennzahlen aus, darunter Spitzenpositionen bei den Patenten pro Kopf im Life-Sciences-Sektor. Gleichzeitig profitiert das Land von einem leistungsstarken Gesundheitssystem, das auf Solidarität, breitem Zugang und starkem gesellschaftlichem Vertrauen in die Wissenschaft basiert – ein Vorteil, der in vielen anderen Märkten nicht selbstverständlich ist.

Diese Kombination aus wissenschaftlicher Exzellenz, Leistungsfähigkeit des Systems und gesellschaftlichem Vertrauen macht die Schweiz zu einem aussergewöhnlich attraktiven Standort für Forschung, Entwicklung und die Bereitstellung einer hochwertigen Patientenversorgung.

Als neu gewähltes Mitglied des Interpharma-Vorstands haben Sie nun die Möglichkeit, Ihre internationale Erfahrung in die Schweizer Pharmaindustrie einzubringen. Welche Prioritäten werden Sie setzen?

Meine Priorität ist es, dazu beizutragen, dass die Schweiz auch zukünftig ein führender Standort für Life Sciences bleibt und Patientinnen und Patienten gleichzeitig zeitnah Zugang zu innovativen Therapien erhalten – ermöglicht durch Regulationen, die wissenschaftliche Innovation angemessen vergüten. Diese beiden Anliegen sind untrennbar miteinander verknüpft: Ein starkes Innovationsökosystem entfaltet seinen vollen Nutzen nur, wenn Patientinnen und Patienten ohne unnötige Verzögerungen von neuen Behandlungen profitieren können.

Um dies zu erreichen, sind stabile und berechenbare Rahmenbedingungen erforderlich, die langfristige Investitionen unterstützen, den wissenschaftlichen Fortschritt fördern und die globale Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz erhalten. Dies erfordert eine enge Zusammenarbeit zwischen Politik, Gesundheitswesen und Industrie, um nachhaltige, zukunftsorientierte Lösungsansätze zu entwickeln.

In diesem Zusammenhang sehe ich meine Rolle darin, Entschlossenheit mit partnerschaftlichem Handeln zu verbinden, klare Ziele für die Zukunft zu setzen und gleichzeitig konstruktiv mit allen Beteiligten zusammenzuarbeiten, um diese zu erreichen.

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