3 Fragen an unser neues Boardmitglied: Julian Bertschinger, Head EMEA, External Scientific Innovation bei Johnson & Johnson

Sie haben sich in Ihrer Karriere intensiv mit Innovation beschäftigt, zuletzt als Head EMEA für External Scientific Innovation. Was hat sich in der Pharmaforschung in den letzten zehn Jahren verändert – und was ist gleichgeblieben?
Der zunehmende Einfluss von KI auf die Pharmaforschung hat vor allem die präklinische Forschung effizienter gemacht, und es gelingt immer mehr, pharmakologische Ansätze, welche vor 10 Jahren noch als unmöglich erschienen, in vielversprechender Weise zu verfolgen. Gleich geblieben ist, dass alle neuen Medikamente in aufwändigen klinischen Studien auf Wirksamkeit und Sicherheit getestet werden müssen. Dieser zeit- und ressourcenintensive Prozess wird auch in Zukunft unverzichtbar bleiben.
In Angesicht der internationalen Entwicklungen kommt der Forschungsstandort Schweiz zunehmend unter Druck. Was finden Sie muss sich ändern, damit in der Schweiz weiterhin erfolgreich geforscht werden kann?
Mit der Präsenz von hervorragenden Hochschulen und verschiedenen Forschungseinrichtungen führender Pharma- und Biotechfirmen ist die Schweiz immer noch gut aufgestellt. Der internationale Wettbewerb ist aber deutlich stärker geworden – vor allem China investiert massiv in Forschung und bringt zunehmend eigene Innovationen hervor. Die Schweiz muss daher darum besorgt sein, weiterhin beste Rahmenbedingungen für Forschung und Entwicklung zu bieten, damit die Aktivitäten nicht in andere Länder verlagert werden, denn Forschung kennt keine Heimat.
Wie wollen Sie als Mitglied des Vorstands von Interpharma dazu beitragen, den Forschungsstandort Schweiz zu stärken?
Wir müssen in der Schweiz die besten Talente ausbilden, risikofreudiger werden und mehr Kapital für Forschung und Entwicklung anziehen, um den Forschungsstandort zu stärken. Ich möchte mich dafür einsetzen, dass wir diese Faktoren fördern und die Schweiz als führenden Innovationsstandort stärken – natürlich im engen Zusammenspiel mit der Wissenschaft, der Politik und der Industrie.