Die Bevölkerung will Zugang zu innovativen Medikamenten.
Zu einer qualitativ hochwertigen Versorgung gehört für die Bevölkerung der Zugang zu neuen, innovativen Medikamenten. Genau hier zeigt der Gesundheitsmonitor 2026 eine Diskrepanz zwischen Anspruch und Realität.
79%
der Stimmberechtigten beurteilen die Qualität des Schweizer Gesundheitswesens als gut oder sehr gut.
Das Wichtigste in Kürze
79% der Befragten beurteilen die Qualität des Schweizer Gesundheitswesens als gut oder sehr gut. Die Zufriedenheit bleibt somit seit Jahren ausgesprochen hoch.
Der gleichberechtigte Zugang zu neuen, innovativen Medikamenten gehört für 39% der Stimmbevölkerung zu den wichtigsten Merkmalen einer guten Versorgung.
Nur etwa die Hälfte der in Deutschland verfügbaren neuen, innovativen Medikamente wird auch in der Schweiz über die Grundversicherung vergütet. 72% der Stimmberechtigten beurteilen dies als problematisch.
90% der Stimmbevölkerung möchten, dass Forschung, Entwicklung und Produktion von Medikamenten weiterhin stark in der Schweiz verankert bleiben.
Beurteilung der Qualität des Gesundheitswesens
Die Stimmbevölkerung beurteilt die Qualität des Gesundheitswesens weiterhin ausgesprochen positiv. 79% schätzen sie als gut oder sehr gut ein.
Im Vergleich zum Vorjahr fällt die Beurteilung nochmals positiver aus. Insbesondere der Anteil derjenigen, die dem Gesundheitswesen eine sehr gute Qualität attestieren, steigt deutlich an (2025: 24%, 2026: 32%). Negative Einschätzungen bleiben damit die klare Ausnahme.
In % Stimmberechtigte
32%
sehr gut
47%
gut
18%
eher gut
3%
schlecht
Quelle: gfs.bern, Gesundheitsmonitor 2026 (N=1’046)
Wunschvorstellung Gesundheitswesen in der Schweiz
Die hohe Zufriedenheit mit dem Schweizer Gesundheitswesen zeigt: Die Bevölkerung möchte am heutigen Leistungsniveau festhalten. Dabei bleiben die Prioritäten klar: Qualität ist den Befragten wichtiger als die Kosten. Auch beim Zugang zu Medikamenten steht eine möglichst gute Versorgung im Vordergrund.
Bei der Frage, wie Verantwortung im Gesundheitswesen verteilt werden soll, legt die Bevölkerung 2026 erstmals seit 2020 wieder etwas mehr Gewicht auf die Eigenverantwortung.
Möchten Sie ein Gesundheitswesen in der Schweiz, wo …
Stimmberechtigte, Mittelwerte auf einer Skala von 1 bis 6: 1 entspricht der ersten, 6 der zweiten Aussage
Quelle: gfs.bern, Gesundheitsmonitor 2026. Datenerhebung: bis 2024 Face-to-Face, 2025 Face-to-Face und Online-Panel, 2026 CATI und Online-Panel (n = jeweils ca. 1’140). Zugang zu Medikamenten: erhoben seit 2019; minimale vs. vollumfängliche Grundversicherung: Wert 2026.
Was eine gute Versorgung ausmacht
Der Zugang zu neuen, innovativen Medikamenten wird von der Bevölkerung als wichtiger Bestandteil einer qualitativ hochwertigen Gesundheitsversorgung verstanden. Doch bei genau diesem Aspekt zeigt sich eine Diskrepanz zwischen Anspruch und Realität.
Was macht für Sie eine gute Gesundheitsversorgung aus?
In % Stimmberechtigte
59%
gute Ausbildung des medizinischen Personals
55%
einfacher Zugang zu Hausärztinnen und Spezialisten in der eigenen Region
39%
gleichberechtigter Zugang zu neuen, innovativen Medikamenten
Auch kurze Wartezeiten (33%) und tiefe Krankenkassenprämien (32%) werden mit Qualität im Gesundheitswesen verbunden, jedoch weniger häufig als Ausbildung und Zugänglichkeit.
Quelle: gfs.bern, Gesundheitsmonitor 2026 (N=1’046), bis zu 3 Antworten möglich
Bevölkerung sieht Handlungsbedarf
Werden die Stimmberechtigten damit konfrontiert, dass in der Schweiz nur etwa die Hälfte der neuen, innovativen Medikamente im gleichen Zeitraum verfügbar ist wie in Deutschland, wird dies von einer klaren Mehrheit als problematisch beurteilt.
Tatsächlich ist in der Schweiz nur etwa die Hälfte der neuen, innovativen Medikamente im gleichen Zeitraum verfügbar wie in Deutschland.
In % Stimmberechtigte
-
sehr problematisch
-
eher problematisch
-
weiss nicht/keine Antwort
-
eher unproblematisch
-
gar nicht problematisch
Quelle: gfs.bern, Gesundheitsmonitor 2026 (N=1’046)
Rolle der Pharmaindustrie für die Gesundheitsversorgung
Internationale Entwicklungen wie Zölle, Preisdruck auf Medikamente oder Handelsbeschränkungen können auch die Schweizer Pharmaindustrie beeinflussen. Doch wie beurteilt die Bevölkerung die Rolle der Pharmaindustrie und welchen der untenstehenden Aussagen stimmt sie zu?
In % Stimmberechtigte
-
stimme voll und ganz zu
-
stimme eher zu
-
weiss nicht/keine Antwort
-
stimme eher nicht zu
-
stimme überhaupt nicht zu
Die Schweiz sollte darauf achten, dass Forschung, Entwicklung und Produktion von Medikamenten weiterhin stark im Inland verankert bleiben.
Bei Medikamentenpreisen sollte nicht nur auf tiefe Kosten geachtet werden, sondern auch darauf, dass die Schweiz für Pharmaunternehmen attraktiv bleibt und neue Medikamente hier verfügbar sind.
Wenn der Pharmastandort Schweiz geschwächt wird, kann dies langfristig auch die Gesundheitsversorgung in der Schweiz gefährden.
Ich wäre bereit, etwas höhere Medikamentenpreise zu akzeptieren, wenn dies dazu beiträgt, Arbeitsplätze, Forschung und Versorgungssicherheit in der Schweiz zu stärken.
Quelle: gfs.bern, Gesundheitsmonitor 2026 (N=1’046)
Die Resultate zeigen, dass die Stimmbevölkerung nicht nur tiefe Kosten will, sondern auch die Attraktivität der Schweiz für Pharmaunternehmen und die Verfügbarkeit neuer Medikamente berücksichtigt (75%). Sobald diese Abwägung jedoch mit der Bereitschaft verknüpft wird, etwas höhere Medikamentenpreise zu akzeptieren, nimmt die Zustimmung deutlich ab. Noch knapp mehrheitlich 51 Prozent wären dazu bereit, wenn dadurch Arbeitsplätze, Forschung und Versorgungssicherheit in der Schweiz gestärkt werden.
Bedeutung der Pharmaindustrie
Die Rolle der Pharmaindustrie für die Gesundheitsversorgung wird von der Stimmbevölkerung insgesamt klar anerkannt. Besonders breit abgestützt ist die Forderung, Forschung, Entwicklung und Produktion von Medikamenten weiterhin stark in der Schweiz zu verankern (90%). Gleichzeitig gehen 69% davon aus, dass eine Schwächung des Pharmastandorts langfristig auch die Gesundheitsversorgung in der Schweiz gefährden könnte.
Doch was wäre die Bevölkerung bereit, für einen breiten Zugang zu innovativen Medikamenten zu bezahlen? Antworten liefert die Studie zur Zahlungsbereitschaft, die Swiss Economics im Auftrag von Interpharma durchgeführt hat.
Zahlungsbereitschaft Bevölkerung
Die Bevölkerung ist bereit, mehr für innovative Medikamente zu bezahlen.
Häufige Fragen
Was ist der Gesundheitsmonitor?
Der Gesundheitsmonitor ist die jährliche Bevölkerungsbefragung zum Schweizer Gesundheitswesen. Seit 1997 erhebt gfs.bern im Auftrag von Interpharma die Einstellungen der Stimmberechtigten zu zentralen gesundheitspolitischen Fragen, etwa zu Qualität, Kosten, Finanzierung und Ausgestaltung des Systems sowie zu den wichtigsten Akteuren. Durch die kontinuierliche Erhebung lassen sich auch längerfristige Entwicklungen und Veränderungen im Meinungsbild der Bevölkerung aufzeigen.
Wie wurde befragt?
Für die aktuelle Welle wurden zwischen dem 28. Juli und dem 17. August 2026 insgesamt 1’046 Stimmberechtigte in allen Sprachregionen der Schweiz befragt. Die Datenerhebung erfolgte im Mixed-Mode-Verfahren: 202 Interviews wurden telefonisch geführt (CATI), 844 online über das Panel Polittrends. Der Stichprobenfehler beträgt ±3.1% bei 50/50 und 95-prozentiger Wahrscheinlichkeit.
Wie beurteilt die Bevölkerung die Qualität des Gesundheitswesens?
Die Stimmbevölkerung beurteilt die Qualität des Gesundheitswesens weiterhin ausgesprochen positiv. 79% schätzen sie als gut oder sehr gut ein.
Im Vergleich zum Vorjahr fällt die Beurteilung nochmals positiver aus. Insbesondere der Anteil derjenigen, die dem Gesundheitswesen eine sehr gute Qualität attestieren, steigt deutlich an (2025: 24%, 2026: 32%). Negative Einschätzungen bleiben damit die klare Ausnahme.
Warum sieht die Bevölkerung beim Zugang zu innovativen Medikamenten Handlungsbedarf?
Von den neuen, innovativen Medikamenten, die in Deutschland verfügbar sind, ist nur etwa die Hälfte auch in der Schweiz über die Grundversicherung vergütet. Werden die Stimmberechtigten mit diesem Unterschied konfrontiert, beurteilen ihn 72% als sehr oder eher problematisch. Ein zeitnaher Zugang zu innovativen Medikamenten ist für die Stimmbevölkerung somit nicht nur grundsätzlich wichtig, eine geringere Verfügbarkeit gegenüber dem Ausland wird auch klar als Problem wahrgenommen.
Wie steht die Bevölkerung zur Pharmaindustrie?
Die Rolle der Pharmaindustrie für die Gesundheitsversorgung wird klar anerkannt: 90% wollen Forschung, Entwicklung und Produktion von Medikamenten weiterhin stark in der Schweiz verankern, und 69% gehen davon aus, dass eine Schwächung des Pharmastandorts langfristig auch die Gesundheitsversorgung gefährden könnte. Zurückhaltender ist die Bevölkerung, wenn die Sicherung dieser Standortvorteile mit höheren Medikamentenpreisen verbunden ist: Dazu wären noch 51% bereit, wenn damit Arbeitsplätze, Forschung und Versorgungssicherheit gestärkt werden.
Gesundheitsmonitor 2026
Zugang vor Kosten, aber nicht um jeden Preis: Der Gesundheitsmonitor 2026 zeigt, wie die Schweizer Stimmbevölkerung Qualität, Kosten und den Zugang zu innovativen Medikamenten beurteilt.
gfs.bern im Auftrag von Interpharma
September 2026 | PDF, 30 Seiten.