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Georg Därendinger

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25.06.2026

Beitrag von: Georg Därendinger

3 Fragen an unser neues Boardmitglied: Michele Ravara, General Manager AbbVie Switzerland

Ein möglichst schneller Zugang der Patientinnen und Patienten zu Therapien ist entscheidend, um ihre Lebensqualität zu verbessern. Was können Sie persönlich in Ihrer Funktion als General Manager von AbbVie Switzerland dazu beitragen?

Unsere Vision bei AbbVie ist es, allen Patientinnen und Patienten Zugang zu innovativen Therapien zu ermöglichen und neue medizinische Behandlungsmöglichkeiten für Betroffene zu schaffen. Das ist der eigentliche Grund, warum ich jeden Tag zur Arbeit komme.

Unsere Teams setzen sich tagtäglich dafür ein, dass wissenschaftliche Innovationen in wirksame Therapien übersetzt werden und rechtzeitig bei den Menschen ankommen, die sie brauchen.

Gleichzeitig beobachte ich mit Sorge, wie sich der Fokus zunehmend auf Kosten verlagert, statt auf den ganzheitlichen Nutzen für Patientinnen und Patienten und das Gesundheitssystem. Eine Therapie, die Hospitalisierungen verhindert oder Lebensqualität verbessert, hat einen Wert weit über ihren Listenpreis hinaus. Dieses Umdenken anzustossen ist mir eine persönliche Herzensangelegenheit.

Der Schweizer Pharmamarkt gilt als äusserst komplex. Was ist Ihrer Meinung nach die grösste Herausforderung für ein Pharmaunternehmen in der Schweiz?

Die Komplexität ist enorm. Ich sehe darin aber eine Chance. Ein dezentralisiertes System, eine eigenständige Zulassungs- und Regulierungsbehörde, mit Swissmedic und dem Bundesamt für Gesundheit, und ein hoher Qualitätsanspruch machen die Schweiz zu einem faszinierenden Markt mit echtem strategischem Gewicht und grosser Expertise.

Unsere grösste Herausforderung ist der einseitige auf medizinische Innovationen fixierte Kostendämpfungsdruck. Andere Länder haben mit einer zu engen Definition von Innovation ihren Zugang zu neuen innovativen Therapien eingebüsst. Diesen Fehler darf die Schweiz nicht machen. Innovation und Nachhaltigkeit sind keine Gegensätze. Dieses Gleichgewicht müssen wir gemeinsam erhalten: Eine Zusammenarbeit zwischen der Industrie, den Behörden, den Gesundheitsexpertinnen und Experten sowie der Politik.

Welche Schwerpunkte möchten Sie als Vorstandsmitglied von Interpharma setzen, um die Herausforderungen am Schweizer Markt auf systemischer Ebene anzugehen?

Ich möchte die Diskussion über den Wert von Medikamenten neu gestalten mit einer Sprache, die Entscheidungsträger, Kostenträger und die Öffentlichkeit wirklich erreicht. Ein Gesundheitssystem, das seit 30 Jahren nicht massgeblich erneuert wurde, braucht zukunftsfähige Lösungen und Rahmenbedingungen, die auch möglichem internationalen Druck standhalten können.

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