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Georg Därendinger

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17.06.2026

Beitrag von: Georg Därendinger

3 Fragen an unser neues Boardmitglied: Rea Lal, Country Lead von Pfizer Switzerland

Im Licht der aktuellen geopolitischen Entwicklungen kommt die Schweizer Pharmaindustrie unter Druck. Insbesondere der Patientenzugang zu Medikamenten ist gefährdet. Wo sehen Sie das grösste Risiko für die Schweiz?

Mit der sogenannten Most Favored Nation-Regelung (MFN) koppeln die USA künftig ihre Medikamentenpreise kaufkraftbereinigt an die Preise anderer wohlhabender Länder – zu diesen Ländern gehört auch die Schweiz. Damit erhält die Preisgestaltung im kleinen Schweizer Markt eine direkte Bedeutung für den US Markt, den weltweit grössten Pharmamarkt. Für Unternehmen entsteht damit ein Dilemma: Tiefe Preise in der Schweiz können die Preisbildung in den USA beeinträchtigen. Dies erhöht das Risiko, dass Markteinführungen innovativer Therapien in der Schweiz verzögert oder nicht priorisiert werden. Für die Schweiz kann dies einen eingeschränkten Zugang zu Innovationen bedeuten.

Welche konkreten Massnahmen halten Sie für notwendig, um die heute bestehenden Verzögerungen bei der Preisfestsetzung und Erstattung zu reduzieren, damit Patientinnen und Patienten in der Schweiz schneller Zugang zu innovativen Therapien erhalten?

Was es braucht, ist eine Modernisierung des Preissystems, damit der Preis Innovationen angemessen honoriert.
Ein Beispiel: Bei der Preisfestsetzung wird unter anderem der sogenannte «therapeutische Quervergleich» angewendet, bei dem Arzneimittel zur Behandlung derselben Krankheit miteinander verglichen werden. In der Onkologie führt dies teilweise dazu, dass neue Therapien mit älteren, klinisch nicht mehr zeitgemässen Behandlungen verglichen werden. Einer unserer Vorschläge lautet deshalb: Es braucht eine nachvollziehbare Auswahl der Vergleichstherapien, basierend auf klinischer Vergleichbarkeit und nicht auf einer isolierten Kostendämpfungsperspektive. Dabei sollten unabhängige klinische Expertinnen und Experten einbezogen werden.
Wir möchten uns weiterhin konstruktiv in die Erarbeitung von Lösungen einbringen, die einen raschen Zugang zu Innovationen im Rahmen eines nachhaltig finanzierbaren Gesundheitssystems ermöglichen. Dafür braucht es jedoch ein Perspektivenwechsel.

Wie möchten Sie sich im Vorstand von Interpharma einbringen?  

Das politische System in der Schweiz ist darauf ausgelegt, dass Lösungen akteursübergreifend abgestimmt und mehrheitsfähig sind. Diese Konsensorientierung ist eine Stärke des Standorts Schweiz.
Das gemeinsame Arbeiten, die Suche nach tragfähigen Lösungen und das Knüpfen von Allianzen haben mich in meiner beruflichen Laufbahn stets motiviert. Dadurch konnte ich Brücken bauen, unter anderem im Bereich der Impfungen. Es besteht ein breiter Konsens über die Bedeutung einer verbesserten Durchimpfungsrate bei Risikogruppen. Entsprechend setzte ich mich dafür ein, relevante Akteure zusammenzubringen sowie konkrete Massnahmen gemeinsam zu diskutieren und umzusetzen, etwa zur Stärkung der Impfkompetenz der Bevölkerung oder der Rolle der Apotheken.
Ich sehe meinen Beitrag darin, die starke Vernetzung von Interpharma durch zusätzliche Perspektiven und Kontakte zu ergänzen und breit abgestützte Lösungen für bevorstehende Herausforderungen gemeinsam voranzubringen.

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