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16.06.2026

Beitrag von: Georg Därendinger

Medienmitteilung: Europabefragung 2026: Bilaterale Verträge weiterhin breit abgestützt

Die Schweizer Stimmbevölkerung hat weiterhin eine überwiegend positive und pragmatische Sicht auf die bilateralen Abkommen. Der Nutzen überwiegt klar. Vor diesem Hintergrund zeigt die 13. repräsentative Europabefragung von Interpharma durchgeführt von gfs.bern: Würde heute über das Paket Schweiz-EU (Bilaterale III) abgestimmt, würden 62 Prozent der Stimmberechtigten zustimmen, 31 Prozent die Vorlage ablehnen. Die Bilateralen III werden als Weiterentwicklung des bewährten bilateralen Wegs wahrgenommen und profitieren von dieser stabilen Grundhaltung.

Die bestehenden Bilateralen bleiben breit gestützt. Für eine Mehrheit überwiegen klar die Vorteile, auch wenn die Sicht auf die Beziehungen zur EU insgesamt differenzierter geworden ist. Die wichtigsten Gründe für das Vertragspaket sind nach wie vor der Zugang zum europäischen Exportmarkt (84%) und die Rolle der bestehenden Bilateralen als Wohlstandsmotor (74%).

Die Minderheit stützt ihre Ablehnung vor allem durch die Wahrnehmung der EU als bürokratischer Moloch (78%) sowie durch Ängste in Bezug auf Lohndruck (66%) und Einwanderung in die Sozialwerke (59%).

Unsicherheiten stärken den Wunsch nach stabilen Beziehungen zur EU

Die geopolitischen Unsicherheiten verändern die Wahrnehmung der Schweizer Stimmberechtigten gegenüber den Beziehungen zur EU. Eine klare Mehrheit erkennt die Abhängigkeit des Schweizer Wohlstands von funktionierenden internationalen Wirtschaftsbeziehungen. Entsprechend steigt der Wunsch nach Stabilität, insbesondere beim gesicherten Marktzugang sowie bei verlässlichen rechtlichen Rahmenbedingungen für die Wirtschaft.

René Buholzer, CEO Interpharma: «Die EU ist unser wichtigster Handelspartner. Gerade in einem zunehmend kompetitiven und unsicheren geopolitischen Umfeld sind planbare Rahmenbedingungen entscheidend, damit die Schweiz ihre Stärke bei Innovation, Forschung und Produktion sichern kann. Das klare Signal der Schweizer Bevölkerung, weiterhin auf den bilateralen Weg zu setzen, ist ermutigend. Mit den Bilateralen III bietet sich die Chance, diese Beziehungen weiterzuentwickeln und zukunftsfähig abzusichern.»

Von allen möglichen Szenarien für die künftigen Beziehungen zur EU ist aktuell einzig die Weiterentwicklung der Bilateralen inklusive geregelter Übernahme von EU-Recht mehrheitsfähig (53%). Für ein reines Freihandelsabkommen (43%), einen EWR-Beitritt (47%) oder das Beibehalten der bisherigen Bilateralen ohne Möglichkeit zur Weiterentwicklung (40%) spricht sich jeweils nur eine Minderheit aus.

Bilaterale III profitieren von pragmatischer Vorteilssicht

Die klare Stimmabsicht zugunsten der Bilateralen III wird vor allem durch deren Weiterentwicklungsperspektive getragen. Am stärksten zur Zustimmung trägt die Möglichkeit bei, den bilateralen Weg zu modernisieren und gezielt auszubauen.

Urs Bieri, Co-Leiter und Mitglied des Verwaltungsrats gfs.bern: «Die Schweizer Bevölkerung weiss, dass ihr Wohlstand von den wirtschaftlichen Beziehungen zu anderen Ländern abhängt – und ganz besonders von jenen zur EU. Entsprechend sehen rund zwei Drittel im Paket Schweiz-EU eine Stärkung des bisherigen Wegs, den sie in die Zukunft führen wollen.»

Die Vorlage wird damit als konsequente Weiterführung eines bewährten Modells wahrgenommen, das aus Sicht der Stimmbevölkerung weiterhin klare wirtschaftliche Vorteile bringt.

Zu einem Nein tendieren vor allem Personen, welche die Personenfreizügigkeit einseitig als Vorteil für die EU wahrnehmen oder davon ausgehen, dass die Schweiz zu wenig Mitspracherecht hat und der Europäische Gerichtshof die massgeblichen Entscheidungen trifft. Beide Befürchtungen werden in der Bevölkerung jedoch nur von einer Minderheit geteilt.

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