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Georg Därendinger

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10.06.2026

Beitrag von: Georg Därendinger

3 Fragen an unser neues Boardmitglied: Lauren McNamer, General Manager von Lilly Switzerland

Patienten in der Schweiz warten oft länger auf neue Therapien als in den Nachbarländern – was muss sich ändern?

Die Schweiz ist ein hochinnovatives Land mit hoher Kaufkraft, das auf eine langjährige Erfolgsgeschichte der Pharmaindustrie zurückblickt. Sie hat es jedoch versäumt, ihr Gesundheitssystem auf eine Reihe bahnbrechender Therapien vorzubereiten, die in den letzten Jahren verfügbar geworden sind oder in den kommenden Jahren verfügbar werden.

Die Daten zeigen eindeutig, dass sich der Zugang zu innovativen Medikamenten verlangsamt. Während sich international die Arzneimittelpreisgestaltung im Umbruch befindet, drohen die zurzeit vorliegenden Vorschläge zur Revision der KVV den Zugang in der Schweiz noch weiter verschlechtern.

Die Schweiz steht an einem Scheideweg. Mein Team und ich arbeiten gemeinsam mit Interpharma daran, überzeugende Alternativen vorzulegen, welche Innovation belohnen, den Zugang für Patientinnen und Patienten beschleunigen und basierend auf unserer Forschung eine gesündere Zukunft ermöglichen.

Was muss getan werden, damit die Schweiz auch in Zukunft der führende Pharmastandort Europas bleibt?

Die Attraktivität der Schweiz als Pharmastandort hängt sowohl von den politischen Rahmenbedingungen als auch von wissenschaftlicher Exzellenz ab.

  1. Die grösste Herausforderung besteht in der neuen Rolle der Schweiz als Referenzland der USA. Bereits jetzt ist ein abschreckender Effekt auf Markteinführungsentscheidungen festzustellen. Sollten Unternehmen beginnen, die Schweiz bei frühen Markteinführungen weniger zu priorisieren, würden sich die reputationsbezogenen und wirtschaftlichen Folgen vervielfachen. Betroffen wären nicht nur die Branche, sondern auch die Steuereinnahmen, Forschungsinvestitionen und Arbeitsplätze in den Kantonen.
  2.  Das Pro-Kopf-Prämienmodell schränkt die Bereitschaft der Schweiz in innovative Medikamente zu investieren strukturell ein. Neue Finanzierungs-mechanismen, darunter eine steuerbasierte Finanzierung und kantonale Pilotprojekte, müssen daher ernsthaft in Betracht gezogen werden.
  3. Mit der Einrichtung einer nationalen Arbeitsgruppe für eine Life-Sciences-Strategie hat die Schweiz einen wichtigen Schritt nach vorne gemacht. Doch die Arbeit ist damit noch nicht getan. Die eigentliche Frage wird sein, ob die Schweizer Politik die Empfehlungen der Arbeitsgruppe in konkrete politische Massnahmen umsetzt oder ob diese Empfehlungen als Dokument verstauben.

Was bringen Sie in diesem Zusammenhang aufgrund Ihrer Erfahrungen in verschiedenen Ländern, Funktionen und Therapiebereichen in den Vorstand von Interpharma ein?    

Meine 14 Jahre bei Lilly führten mich von der Preis- und Erstattungsstrategie in den USA – einschliesslich der Leitung des ersten value-based payer arrangements – über die unternehmensweite Geschäftsentwicklung in den Bereichen Onkologie, Neurowissenschaften, Immunologie und Genmedizin bis hin zur Leitung einer kommerziellen Tochtergesellschaft in Genf in einer Zeit bedeutenden Wachstums und geopolitischer Komplexität.

Dank dieser Bandbreite betrachte ich die Herausforderungen des Marktzugangs in der Schweiz nicht nur als ein lokales Problem der Tochtergesellschaft. Vielmehr sehe ich sie im Kontext der gesamten Wertschöpfungskette – von der Entdeckung und Finanzierung von Innovationen bis hin zu deren Preisgestaltung, Erstattung und letztlich der Versorgung der Patientinnen und Patienten.

Da ich bereits in den USA und Kanada sowie nun auch in der Schweiz tätig war, verfüge ich über einen internationalen Erfahrungshorizont. Meiner Meinung nach ist dieser für die Agenda von Interpharma von unmittelbarer Relevanz, insbesondere in Bezug auf Fragen der MFN-Preisgestaltung, der Revision des Auslandpreisvergleichs und der Voraussetzungen dafür, dass die Schweiz ein bevorzugter Ersteinführungsmarkt bleibt.

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