Serie Regional Economic Database 8/10: Die internationale Vernetzung ist für Pharmastandorte zentral
Die Forschung, Entwicklung und Produktion von Medikamenten ist heute längst keine regionale Angelegenheit mehr. Weltweite Zulieferungs- und Produktionsketten sind heute fester Bestandteil der Herstellung von Medikamenten. Eine gute Erreichbarkeit ist für Pharmaunternehmen deshalb essenziell.
Nebst einer wettbewerbsfähigen Besteuerung der Unternehmen und der hochqualifizierten Arbeitskräfte spielt die Erreichbarkeit von Produktionsorten und Absatzmärkten in der Standortwahl eine grosse Rolle. Da im Zuge der Globalisierung verschiedene Unternehmensprozesse oftmals auch an unterschiedlichen Standorten stattfinden, ist die internationale Vernetzung besonders wichtig.
Die Schweiz profitiert von der globalisierten Pharmabranche überdurchschnittlich stark: Während weniger wertschöpfungsintensive Prozesse im Zuge von Produktionssteigerungen ins Ausland verlagert wurden, blieben die wertschöpfungsintensive Arbeiten weiterhin in der Schweiz. So konnte die Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Pharmaunternehmen erhalten bleiben. Gleichzeitig trägt die Pharmabranche mit einem Anteil von rund 5.4% am BIP massgeblich zum Wohlstand in der Schweiz bei.
Die Schweizer Cluster im internationalen Vergleich
Im Vergleich der internationalen Pharmastandorte positioniert sich die Region Zürich sowohl in der globalen als auch kontinentalen Erreichbarkeit sehr gut. Dank der Nähe zum Flughafen Zürich, der zu den besten Flughäfen Europas zählt, ist die Region weltweit ausgezeichnet zu erreichen.
Die Region Basel und das Espace Mittelland – Bassin Lémanique liegen im Index der Erreichbarkeit zwar hinter anderen internationalen Standorten wie London oder Paris zurück. Die Region Basel ist durch die Grenznähe zu Frankreich und Deutschland international aber gut angeschlossen und geniesst mit den Rheinhäfen einen ausgezeichneten Zugang zu einem bedeutenden Güterverkehrsweg. Während die Region Bassin Lémanique von der Nähe zum Flughafen Genf profitiert, orientiert sich das Espace Mittelland in Richtung Flughafen Zürich.
Am
Ende des Rankings der globalen Erreichbarkeit befinden sich die Regionen
Boston, SF Bay Area und Singapur. Während in Europa die Forschungs- und
Produktionszentren nahe beieinanderliegen, machen sich bei den amerikanischen
und asiatischen Standorten schnell die riesigen Distanzen bemerkbar.
Abbildung: Erreichbarkeit der internationalen Pharmastandorten, 2018

Anmerkung: Indexierter Wert, welcher die globale Erreichbarkeit einer Region quantifiziert. Dabei wird die Anbindung (Outbound Accessibility) einer Region an Destinationen weltweit widerspiegelt.
Quelle: BAK Economics (2020)