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Eine Branche, die alle 26 Kantone mitträgt

Die Pharmaindustrie ist die produktivste Branche der Schweiz. Neue Zahlen zeigen, was das für die öffentlichen Finanzen bedeutet.

CHF 8 bis 
10 Mrd.

an Steuern zahlt die Pharmaindustrie Jahr für Jahr an Bund, Kantone und Gemeinden. Das entspricht vier bis fünf Prozent der gesamten Staatseinnahmen.

Quelle:

Bundesamt für Statistik (BFS), Eidgenössische Finanzverwaltung (EFV), Wellershoff & Partners

Das Wichtigste in Kürze

Die produktivste Branche des Landes: Eine Vollzeitstelle in der Pharmaindustrie erwirtschaftet rund 1.1 Millionen Franken pro Jahr. Das entspricht dem Sechsfachen des Schweizer Durchschnitts.

Vier bis fünf Prozent der Staatseinnahmen: 8 bis 10 Milliarden Franken an jährlichen Einnahmen von Bund, Kantonen und Gemeinden gehen auf die Pharmaindustrie zurück.

Rund 970 Millionen Franken der kantonalen Einnahmen in Basel-Stadt stammen aus der Pharmaindustrie. Das entspricht 16 Prozent des Budgets – oder jedem sechsten Budgetfranken.

Auch Kantone ohne eigene Pharmaunternehmen profitieren von der Branche: Über Transferzahlungen fliessen jährlich rund 25 Millionen Franken in die Kasse des Kantons Thurgau.

Eine Stelle, sechs Stellen

Was eine einzige Vollzeitstelle in der Pharmaindustrie erwirtschaftet, braucht in der übrigen Wirtschaft fast sechs Stellen. Diese Produktivität ist der Grund, weshalb die Branche für die Staatsfinanzen so viel Gewicht hat.

1 Vollzeitstelle 
Pharma 
erwirtschaftet 
1.1 Millionen Franken
pro Jahr

5.8 Vollzeitstellen erzielen in der 
übrigen Wirtschaft 
je knapp 190 000 Franken pro Jahr

Die rund 54 000 Pharma-Vollzeitstellen erwirtschaften damit rund 50 Milliarden Franken mehr als gleich viele Stellen im Durchschnitt der übrigen Wirtschaft. Diese Mehrleistung ist die Basis des fiskalischen Beitrags.

Auch ein Kanton ohne nennenswerte eigene Pharmaindustrie ist über die öffentlichen Finanzen mit der Branche verbunden. Wie das funktioniert, zeigt der Transferfluss.

Warum alle Kantone von der Pharma profitieren

Der Bund verteilt Steuereinnahmen an die Kantone zurück und wirtschaftsstarke Kantone zahlen für wirtschaftsschwächere in den Finanzausgleich ein. Über diese Kanäle kommt die Wirtschaftskraft der Pharmaindustrie auch in Kantonen an, in denen kein einziges Labor steht. Die Studie von Wellershoff & Partners macht diesen Zusammenhang mit einem Gedankenexperiment sichtbar. Kippen Sie den Schalter.

Heute, mit Pharmaindustrie

Heute, mit Pharmaindustrie

Ohne Pharmaindustrie

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Kippen Sie den Schalter.

Der Finanzausgleich verteilt die Wirtschaftskraft der Pharmaindustrie über das ganze Land. Die Rahmenbedingungen der Pharmaindustrie sind deshalb keine Basler Angelegenheit. Sie betreffen die Finanzen aller Kantone.

Wie aus 50 Milliarden Franken mehr Wirtschaftsleistung 3 Milliarden Franken Bundessteuern werden

Die 54 000 Vollzeitstellen der Pharmaindustrie erwirtschaften rund 50 Milliarden Franken mehr als gleich viele Stellen im Durchschnitt der übrigen Wirtschaft.

Wie aus 50 Milliarden Franken mehr Wirtschaftsleistung 3 Milliarden Franken Bundessteuern werden

Nicht die gesamten 50 Milliarden Franken sind steuerlich relevant. 15 Milliarden werden direkt von den Unternehmen abgeschrieben. Die restlichen 35 Milliarden werden versteuert.

Wie aus 50 Milliarden Franken mehr Wirtschaftsleistung 3 Milliarden Franken Bundessteuern werden

Aus diesen 35 Milliarden Franken fliessen dem Bund jährlich rund 3 Milliarden Franken an Steuern zu. Der Grossteil stammt aus Gewinnsteuern, denn die Pharmaindustrie ist ausgesprochen kapitalintensiv.

CHF
50 Mrd.
Wirtschaftsleistung
CHF 35 Mrd.
Gewinne, Kapital und Löhne
CHF 15 Mrd.
Abschreibungen
CHF 0 Mrd.
x
CHF 3 Mrd.
Bundessteuern
CHF 0.3 Mrd.
Konsumsteuern
CHF 0.4 Mrd.
Einkommenssteuern
CHF 2.3 Mrd.
Gewinnsteuern

Und wie kommt dieser Beitrag 
bei den Kantonen an?

Zwei Kantone, ein Beitrag

Basel-Stadt ist das Herz des Pharmastandorts Schweiz. Der Kanton Thurgau hat praktisch keine Pharmaindustrie. Und doch profitieren beide von der Branche, allerdings auf ganz unterschiedliche Weise.

Ausgangslage

Ausgangslage

Rund 18 000 Pharma-Vollzeitstellen. Über 40 Prozent der kantonalen Wirtschaftsleistung stammen aus der Branche, so viel wie in keinem anderen Kanton.

Ausgangslage

0.5 Prozent der Beschäftigten arbeiten in der Pharmaindustrie. Direkte Steuereinnahmen aus der Branche: praktisch keine.

Der Weg des Beitrags

Steuern Basel

Direkt in die baselstädtische Kantonskasse fliessen rund 935 Millionen Franken an Steuereinnahmen aus der Pharmaindustrie.

Kasse-Thurgau

Der Kanton Thurgau profitiert indirekt von diesen Steuereinnahmen. Durch Bundesbeiträge und den Finanzausgleich fliessen jährlich rund 25 Millionen Franken in den Kanton, die auf die Wirtschaftskraft der Pharmaindustrie in anderen Kantonen zurückzuführen sind.

Die Bedeutung fürs Kantonsbudget

Sparkasse

Die Einnahmen durch die Pharmaindustrie machen 16% des Budgets aus.

Sparschwein

25 Millionen Franken pro Jahr für den Kanton Thurgau. Klingt nach wenig? Dieses Szenario ist noch moderat. Über den Nationalen Finanzausgleich profitieren alle Kantone von der Wirtschaftskraft der Pharmaindustrie. Ressourcenschwächere oder bevölkerungsreichere Kantone erhalten einen noch deutlich höheren Beitrag.

Weshalb die Studie mit einem solchen Szenario rechnet

Der Beitrag einer Branche an die öffentlichen Finanzen lässt sich nicht direkt aus den Steuerstatistiken ablesen. Die Studie behilft sich deshalb mit einem Gedankenexperiment: Sie rechnet durch, was den öffentlichen Haushalten fehlen würde, wenn die Pharmaindustrie nicht da wäre. Das Ergebnis ist keine Prognose, sondern eine Messung des heutigen Beitrags. Diese Messung dürfte den Beitrag eher unterschätzen, weil Gewinne aus internationalen Tochtergesellschaften zwar in der Schweiz versteuert werden, in der Wertschöpfungsstatistik aber nicht erscheinen. Klar ist: Die Mechanik gilt auch anteilig. Jedes Prozent Wirtschaftsleistung, das die Branche dank guter Rahmenbedingungen in der Schweiz erbringt, stützt die Einnahmenseite von Bund, Kantonen und Gemeinden.

Wie wurde gerechnet?

Die Berechnungen stammen von Wellershoff & Partners im Auftrag von Interpharma und beziehen sich auf das Jahr 2025, gestützt auf Daten des Bundesamts für Statistik und weiterer amtlicher Quellen, unter Berücksichtigung der OECD-Mindeststeuer von 15 Prozent. Zentrale Annahme: Die rund 54 000 Beschäftigten der Branche fänden mittelfristig anderswo Arbeit, allerdings zu tieferer Produktivität.

Häufige Fragen

Wie viel trägt die Pharmaindustrie zu den Schweizer Staatsfinanzen bei?

8 bis 10 Milliarden Franken an jährlichen Einnahmen von Bund, Kantonen und Gemeinden (einschliesslich Sozialversicherungen) gehen auf die Pharmaindustrie zurück, das entspricht vier bis fünf Prozent der gesamten Staatseinnahmen. Der Grund für diesen hohen Beitrag ist die aussergewöhnliche Produktivität der Branche: Eine Vollzeitstelle erwirtschaftet rund sechsmal so viel wie der Schweizer Durchschnitt.

Was würde ein Wegfall der Pharmaindustrie für die Kantonsfinanzen bedeuten?

Gemäss der Studie von Wellershoff & Partners würden dem Gesamtstaat jährlich 8 bis 10 Milliarden Franken an Einnahmen entgehen. Am stärksten betroffen wären Standortkantone wie Basel-Stadt mit rund 970 Millionen Franken pro Jahr, über den nationalen Finanzausgleich hätte ein Wegfall der Pharmaindustrie aber auch Auswirkungen auf alle übrigen Kantone.

Warum profitiert der Kanton Thurgau von der Pharmaindustrie, obwohl dort kaum Pharmaunternehmen angesiedelt sind?

Rund 25 Millionen Franken der jährlichen Thurgauer Einnahmen beruhen auf der Pharmaindustrie, obwohl nur 0.5 Prozent der Beschäftigten im Kanton in der Branche arbeiten. Der Grund liegt im nationalen Finanzausgleich: Die Wirtschaftskraft der starken Pharmakantone speist den nationalen Ausgleichstopf, aus dem der Kanton Thurgau als schwächerer Kanton Mittel erhält.

Wie funktioniert der nationale Finanzausgleich zwischen den Kantonen?

Der nationale Finanzausgleich gleicht die unterschiedliche Finanzkraft der Schweizer Kantone aus: Ressourcenstarke Kantone wie Basel-Stadt zahlen in einen gemeinsamen Topf ein, ressourcenschwächere Kantone wie Thurgau erhalten daraus Mittel. Der Bund beteiligt sich ebenfalls am Finanzausgleich und unterstützt die Kantone zusätzlich über weitere Transferzahlungen.

Wie produktiv ist die Pharmaindustrie im Vergleich zur übrigen Schweizer Wirtschaft?

Eine Vollzeitstelle in der Schweizer Pharmaindustrie erwirtschaftete 2025 rund 1.1 Millionen Franken, etwa sechsmal so viel wie der gesamtwirtschaftliche Durchschnitt von knapp 190 000 Franken. Die Branche trägt rund sieben Prozent zur gesamten Wirtschaftsleistung bei und war in den letzten Jahren für fast die Hälfte des Schweizer Wirtschaftswachstums verantwortlich.

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Druck auf Schweizer Pharma: Was für die kantonalen Finanzen auf dem Spiel steht

Die Pharmaindustrie ist die produktivste Branche der Schweiz. Diese Studie zeigt, was das für die öffentlichen Finanzen bedeutet.

Wellershoff & Partners im Auftrag von Interpharma

Juli 2026 | PDF, 14 Seiten.

Quelle:

Bundesamt für Statistik (BFS), Eidgenössische Finanzverwaltung (EFV), Wellershoff & Partners