Interpharma Burger
Interpharma Burger schließen

Gesundheitswesen

Finanzierung

Die Möglichkeiten ein immer aufwendigeres Gesundheitssystem zu finanzieren sind begrenzt – und sie erfordern eine neue Sichtweise auf die Kosten.

Übersicht DRG Finanzierung Leistungskatalog

Gemessen am Bruttoinlandsprodukt liegen die Gesundheitsausgaben der Schweiz bei 11.7 Prozent (Stand 2024). Damit bewegen sie sich in einem ähnlichen Rahmen wie in Deutschland, Frankreich oder Japan. Spitzenreiter sind die USA mit einem Anteil von 16.5 Prozent.

Der Anteil der Medikamente an den Ausgaben für die Gesundheit ist gleichzeitig seit Jahren stabil und liegt bei rund 12 Prozent. Seit Einführung des Krankenversicherungsgesetzes (KVG) 1996 ist der Medikamentenpreisindex um 46 Prozent gesunken. Kostete ein Medikament im Basisjahr 1996 noch 100 Franken, so wären es heute nur noch 54 Franken. Gleichzeitig ist der Preisindex für alle anderen Leistungen im Gesundheitswesen gestiegen.

Mit den dreijährlichen Preisüberprüfungen trägt die Pharmabranche ausserdem dazu bei, die Medikamentenpreise kontinuierlich zu senken. Das BAG überprüft die Preise aller auf der Spezialitätenliste aufgeführten Arzneimittel alle drei Jahre auf ihren Preis. Dadurch werden jährlich wiederkehrende Einsparungen von über 1.5 Milliarden Franken erzielt.

Die Politik unternimmt grosse Anstrengungen, um das Kostenwachstum im Gesundheitswesen einzuschränken. Im Folgenden eine kurze Übersicht über die wichtigsten Reformprojekte zur Finanzierung des Gesundheitswesens.

Kostendämpfungsmassnahmen (Paket 1 und 2)

Das Parlament hat mit den Kostendämpfungspaketen 1 und 2 verschiedene Massnahmen zur Dämpfung der Gesundheitskosten in der Schweiz beschlossen. Die Massnahmen, welche die Pharmabranche betreffen waren die Einführung einer differenzierten Preisüberprüfung, die Einführung vertraulicher Preismodelle und der provisorischen Arzneimittelvergütung sowie von Kostenfolgemodellen. Die im Frühling 2025 beschlossenen Massnahmen müssen nun noch in der Krankenversicherungsverordnung (KVV) sowie der Krankenpflege-Leistungsverordnung (KLV) präzisiert werden und dürften somit Anfang 2027 in Kraft treten.

Einheitliche Finanzierung ambulant und stationär (EFAS)

Im November 2024 stimmte die Bevölkerung einer Vorlage für die Einheitliche Finanzierung im Gesundheitswesen zu. Dadurch sollen Fehlanreize im bestehenden System beseitigt werden. In Zukunft werden alle Gesundheitsleistungen gleich finanziert: ab dem 1. Januar 2028 werden ambulante sowie stationäre Leistungen nach dem gleichen Schlüssel von den Krankenversicherern sowie den Kantonen finanziert. Dadurch werden die Prämienzahler zukünftig davon profitieren, dass immer mehr Behandlungen ambulant und daher auch kostengünstiger durchgeführt werden können. Ab dem Jahr 2032 soll auch die Pflege nach diesem System finanziert werden.

Ambulante Pauschalen

Ab 2026 soll der bisher gültige Ärztetarif Tarmed durch TARDOC abgelöst werden. In diesem neuen Tarif ist auch die Einführung von Pauschalen für ambulante Behandlungen vorgesehen, wie sie im stationären Bereich bereits seit einigen Jahren bestehen. Auch Arzneimittel sollen in diesem System in Pauschalen eingeschlossen werden. Während die Einführung von Pauschalen zur Steigerung der Effizienz sowie zur Förderung der Ambulantisierung grundsätzlich begrüssenswert sind, sollten Arzneimittel nicht Bestandteil davon sein. Während Pauschalen die Prozessinnovation fördern, werden Produktinnovationen, auf welche sich die Pharmabranche hauptsächlich konzentriert, dadurch nur unzulänglich abgebildet.

Gesellschaft und Politik müssen eine gesamtheitliche und nachhaltige Gesundheitsstrategie für unser Land entwickeln. Angesichts der demografischen Entwicklung, den stetig steigenden medizinischen Möglichkeiten und den damit verbundenen zunehmenden Ansprüchen braucht es neue Lösungsansätze, um die Qualität, den Zugang und die Finanzierung des Schweizer Gesundheitswesens nachhaltig sicherzustellen. Bei der Festlegung dieser Strategie muss der Fokus auf dem Nutzen für die Patientinnen und Patienten liegen. Eine kohärente Strategie mit konkreten Zielen und Massnahmen kann nur entstehen, wenn alle Akteure des Gesundheitswesens eingebunden sind, den Dialog suchen und konstruktiv zusammenarbeiten. Dazu zählen unter anderem der Bund, die Kantone, die Krankenversicherungen, die Leistungserbringer wie Spitäler, Ärzte, Pflegeheime, Apotheken, die Patientinnen und Patienten sowie die Pharmaindustrie. Dabei sind alle Akteure aufgerufen, sich vom Silo-Denken zu lösen und eine gesamtheitliche Sichtweise zu entwickeln, mit dem übergeordneten Ziel, ein qualitativ hochstehendes und nachhaltiges Gesundheitswesen für die Zukunft sicherzustellen.

Über uns

Interpharma ist der Verband der forschenden pharmazeutischen Firmen der Schweiz und wurde 1933 als Verein mit Sitz in Basel gegründet.

Interpharma informiert die Öffentlichkeit über die Belange, welche für die forschende Pharmaindustrie in der Schweiz von Bedeutung sind sowie über den Pharmamarkt Schweiz, das Gesundheitswesen und die biomedizinische Forschung.

Jahresbericht

Informationen zu unseren Kennzahlen und Aktivitäten im Geschäftsjahr 2024

mehr lesen mehr lesen

Board & Geschäftsstelle

Interpharma stellt sich vor

mehr lesen mehr lesen

Publikationen

Publikationen bestellen und herunterladen

mehr lesen mehr lesen

Vision & Mission

Mehr zu den Aufgaben und übergeordneten Zielen von Interpharma

mehr lesen mehr lesen

Kontakt

Setzen Sie sich mit uns in Verbindung

mehr lesen mehr lesen

Medien

Aktuelle Informationen und Medienkontakte für Medienschaffende

mehr lesen mehr lesen