Führend in Forschung & Entwicklung

Antibiotika-Resistenzen

In den letzten Jahren haben antimikrobielle Resistenzen global massiv zugenommen. Durch einen unsachgemässen Einsatz von Antibiotika entstehen für Mensch und Tier erhebliche Risiken. Es besteht Handlungsbedarf und die Dringlichkeit wächst. Nun braucht es entschlossene Massnahmen und gemeinsame Anstrengungen. Insbesondere Anreize für die Forschung und Entwicklung werden zentral sein.

Übersicht

Beginnend mit der Markteinführung von Penicillin im Jahr 1942 haben Antibiotika die Heilung von Krankheiten ermöglicht, die zuvor oft mit starken Beeinträchtigungen verbunden waren oder sogar einem Todesurteil gleichkamen: Lungenentzündung, Meningitis, Tuberkulose, aber auch harmlos beginnende Infektionen konnten schwerwiegende Folgen haben. Auch in der modernen Medizin spielen Antibiotika eine wichtige Rolle, etwa bei der Behandlung von schweren Infektionen, der Infektionsprävention bei chirurgischen Eingriffen oder bei Chemotherapien zur Behandlung von Krebs.

Zunehmende Antibiotikaresistenzen

In den letzten Jahrzehnten hat die Entwicklung und Verbreitung von antimikrobiellen Resistenzen (d.h. eine Verminderung der Wirksamkeit von Antibiotika) weltweit zugenommen – laut Prognosen werden sie bis 2050 jährlich zehn Millionen Todesfälle verursachen. Dazu sind die Mikroorganismen vermehrt multiresistent, das heisst sie entwickeln Resistenzen gegen gleich mehrere Antibiotikaklassen.

Ein wichtiger Faktor, der zu dieser Entwicklung beiträgt, ist der zu häufige und unsachgemässe Einsatz von Antibiotika beim Menschen und auch in der Veterinärmedizin. Die Dringlichkeit dieser globalen Problematik wird vom öffentlichen und privaten Sektor zunehmend erkannt, und auch die pharmazeutische Industrie verstärkt ihre Bemühungen, den zunehmenden Antibiotikaresistenzen mit der Entwicklung neuer therapeutischer und diagnostischer Ansätze entgegenzutreten.

Strategie Antibiotikaresistenzen Schweiz (StAR)

Mit Massnahmen auf verschiedenen Ebenen will die 2015 lancierte Strategie Antibiotikaresistenzen Schweiz (StAR) die Wirksamkeit der Antibiotika für die Behandlung von Mensch und Tier nachhaltig sichern. Zu den Massnahmen gehören die Förderung des sachgemässen Umgangs mit Antibiotika, die Infektionsprävention in Spitälern, die Überwachung von Resistenzen und Antibiotikaverbrauch, die Förderung von Forschung sowie die Wissensvermittlung und die Sensibilisierung der breiten Öffentlichkeit. Inzwischen zeigen sich erste Erfolge, wie etwa die Etablierung einheitlicher, schweizweit geltender Verschreibungsrichtlinien für Antibiotika und einer Online-Plattform (www.infect.info), auf der die die aktuellsten regionalen Resistenzdaten einsehbar sind.


Antibiotikaresistenzen: Interpharma fordert Anreize für Forschung & Entwicklung

  • Neben Anreizen für die Forschung, sind Marktanreize ebenso wichtig. Es braucht neue Instrumente für die Vergütung von neuen Antibiotika, die unabhängig von der Verschreibungsmenge sind.
  • Neue Antibiotika sollten als Versicherung für künftige Gesundheitskrisen angesehen werden. Bei der Preisfestsetzung sollte deshalb nicht nur der Wert für Patientinnen und Patienten, sondern auch der gesellschaftliche Wert, also die Verbreitung von Resistenzen zu verhindern, berücksichtigt werden.
  • Das Tarif- und Preisfestsetzungsverfahren für neue Antibiotika sollte vereinfacht und beschleunigt werden.

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Interpharma ist der Verband der forschenden pharmazeutischen Firmen der Schweiz und wurde 1933 als Verein mit Sitz in Basel gegründet.

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