Patente

Ein umfassender Patentschutz ist von grundlegender Bedeutung für den Forschungs- und Pharmastandort Schweiz. Nur wenige Branchen sind in solch hohem Masse auf einen starken Patentschutz angewiesen.

Refinanzierung der Forschung

Der Patentschutz ermöglicht der Pharmaindustrie, die hohen Investitionskosten, die für Forschung und Entwicklung notwendig sind, zu tragen. Das Patent schützt den Erfinder davor, dass ein Dritter die patentierte Erfindung ohne Erlaubnis des Patentinhabers kommerziell nutzt. Der Forschungs- und Entwicklungsprozess eines neuen Arzneimittels ist lang, komplex und teuer. Er kostet in der Regel rund eine Milliarde Franken und dauert zwischen zehn und fünfzehn Jahren. Dabei wird aus durchschnittlich 10’000 Substanzen die Substanz des neuen Arzneimittels evaluiert.

Interessenausgleich zwischen Erfinder und Allgemeinheit

Der Patentschutz schafft einen Interessenausgleich zwischen Erfinder und Allgemeinheit. Der Forscher verhilft der Allgemeinheit mit der Offenlegung seiner Erfindung zu technischem Fortschritt und generiert Wissen. Im Gegenzug erhält er einen zeitlich befristeten Patentschutz von maximal 20 Jahren. Im Arzneimittelbereich resultiert in der Praxis eine Schutzdauer zwischen 10 bis 15 Jahren ab der Marktzulassung.

Anreiz für medizinische Innovationen

Die forschende Pharmaindustrie leistet mit ihren Innovationen einen wichtigen Beitrag an unser qualitativ hochstehendes Gesundheitswesen. Der Patentschutz und der damit verbundene Innovationsanreiz ist ein sehr wichtiger Faktor eines forschungs- und innovationsfreundlichen regulatorischen Umfeldes.

Engagement der Pharmaindustrie 

Mit dem Ziel die Forschung gegen tropische Krankheiten voranzutreiben, hat die Weltorganisation für geistiges Eigentum (WIPO) diesen Herbst zusammen mit Pharmafirmen und der Non-Profit-Organisation BIO Ventures for Global Health (BVGH) ein neues Konsortium lanciert, welches weltweit den Austausch unter der Forschungsgemeinschaft erleichtern soll. Verschiedene Pharmaunternehmen haben sich entschieden, im WIPO-Konsortium für tropische Krankheiten mitzumachen. Sie sind damit grundsätzlich bereit, sich am Aufbau einer Datenbank für Krankheiten wie Malaria, Tuberkulose oder Chagas zu beteiligen und Patentinformationen, Informationen aus Präparats-Bibliotheken und weiteres, nicht publiziertes Datenmaterial bereitzustellen. Das Ziel des gemeinsamen Projekts der WIPO, der Wirtschaft und Non-Profit-Organisation ist es, die Forschung im Bereich tropische Krankheiten voranzutreiben und entsprechende Medikamente zu entwickeln.

Pharmaunternehmen sind zudem im Gespräch mit und beteiligen sich am Unitaid Patentpool, indem sie bereit sind, Patente für HIV-Medikamente zur Verfügung zu stellen. Ziel dieses Vorhabens ist es, der Bevölkerung in Entwicklungsländern breiteren Zugang zu HIV-Medikamenten zu ermöglichen. Der Erfolg des Projekts hängt davon ab, ob Generikafirmen mit entsprechenden Produkten am Markt auftreten.