Produktivität

In der Arbeitsproduktivität spiegelt sich das Verhältnis von Wertschöpfung
und Arbeitseinsatz wider, womit diese Grösse einen wichtigen Indikator für die Beurteilung der Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit darstellt. Die Arbeitsproduktivität hängt von der Kapitalintensität (Ausstattung der Arbeitsplätze (Anlagen, Software, etc.)), der Organisationseffizienz, der Innovationsintensität sowie der Leistungsfähigkeit der Mitarbeitenden (Qualifikation,
Anpassungsfähigkeit, etc.) ab.

Die Schweizer Pharmaunternehmen zeichnen sich aus durch ihre hohe Kapitalausstattung, moderne und effiziente Forschungs- und Produktionsanlagen, überdurchschnittliche Qualifikation der Mitarbeitenden sowie ihre intensive Innovationstätigkeit. Vor diesem Hintergrund erstaunt es nicht, dass die Pharmaindustrie im Branchenspektrum der Schweizer Wirtschaft mit Abstand die höchste Wertschöpfung pro Arbeitsplatz erwirtschaftet. Im Jahr 2018 betrug die Arbeitsproduktivität in der Pharmaindustrie circa 808'000 Franken Wertschöpfung pro Vollzeitbeschäftigten (FTE) bzw. 435 Franken pro eingesetzte Arbeitsstunde. Damit ist die Wertschöpfung in Relation zum dafür benötigten Arbeitseinsatz in der Pharmaindustrie rund fünfmal so hoch wie in der gesamten Schweizer Wirtschaft.

Wachstum der Arbeitsproduktivität

Produktivitätswachstum senkt die Kosten, steigert die Rentabilität und stärkt die Wettbewerbsfähigkeit der Pharmaunternehmen. Damit ermöglichen Produktivitätssteigerungen höhere Rücklagen für künftige Realinvestitionen, die Finanzierung steigender Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen, Dividendenwachstum und Lohnsteigerungen.

Anhand der volkswirtschaftlichen Daten der letzten zwei Jahrzehnten wird klar ersichtlich, dass die Steigerung der Arbeitsproduktivität durch erhöhten Kapitaleinsatz, steigende Forschungs- und Innovationsintensität sowie die stetig steigende Qualifikation der Mitarbeitenden der wichtigste Erfolgsfaktor für das hohe Wertschöpfungswachstum der Schweizer Pharmaindustrie
war.

Zwischen 1998 und 2018 stieg die reale Arbeitsplatzproduktivität um 242 Prozent. Die reale Wertschöpfung pro Arbeitsplatz (Vollzeitäquivalente Stelle) war also 2018 etwa 3.4 Mal so hoch wie 1998. In derselben Periode kam es in etwa zu einer Verdopplung der Arbeitsplätze (+92%). In der Kombination der beiden Effekte (Verdopplung der Arbeitsplätze und mehr als Verdreifachung der Arbeitsplatzproduktivität) betrug die der reale Wertschöpfung 2018 das 6.5-Fache des Wertes in 1998 (Wachstum um 558%).

Beitrag zum gesamtwirtschaftlichen Produktivitätswachstum

Die Pharmaindustrie hat durch ihr hohes Produktivitätswachstum substanziell zur Steigerung der gesamtwirtschaftlichen Produktivität beigetragen. In den vergangenen 10 Jahren lassen sich 0.44 Prozentpunkte auf Steigerungen in der Pharmaindustrie zurückführen. Das sind exakt zwei Drittel des gesamtwirtschaftlichen Produktivitätswachstums (0.66% p.a.). Die Beiträge der einzelnen Branchen sind in nachfolgender Abbildung anhand der Grösse der Kreise dargestellt.

Neben der Pharmaindustrie leistete der Handel noch einen Beitrag in ähnlicher Grössenordnung (0.29 PP). Weitere (geringere) positive Beiträge kamen von der Investitions- und Konsumgüterindustrie, der Chemiebranche, dem Finanzsektor, den ICT-Services sowie der öffentlichen Verwaltung. Der Wachstumsbeitrag der Branchen kann in drei Effekte zerlegt werden: einen reinen Produktivitätswachstumseffekt (Auswirkungen der Steigerung der Branchenproduktivität auf die gesamtwirtschaftliche Produktivität), einen Strukturwandeleffekt (Auswirkungen der Veränderung des Beschäftigungsanteils auf die gesamtwirtschaftliche Produktivität) sowie einen (weniger bedeutenden) Interaktionseffekt aus der Kombination von Anteils- und Produktivitätsveränderung.

Die ersten beiden Effekte (Produktivitätswachstumseffekt und Strukturwandeleffekt) sind in Abbildung 3-3 dargestellt und weisen auf eine weitere Besonderheit hin: Die Pharmaindustrie ist die einzige Branche, für die sowohl der reine Produktivitäts- als auch der Strukturwandeleffekt substanziell und positiv ausfällt. Die Pharmaindustrie ist einerseits deutlich produktiver geworden, hat aber andererseits auch die Beschäftigung deutlich überdurchschnittlich ausgeweitet, was in dem steigenden Anteil an der Gesamtbeschäftigung zum Ausdruck kommt. Beim Handel bspw. dominiert der reine Produktivitätseffekt, der durch die hohe Dynamik im Transithandel zustande kam.

Arbeitsproduktivität
Arbeitsproduktivität
Entwicklung der Arbeitsplatzproduktivität
Entwicklung der Arbeitsplatzproduktivität
Branchenbeiträge zum kumulierten Produktivitätswachstum der Schweizer Wirtschaft
Branchenbeiträge zum kumulierten realen Produktivitätswachstum der Schweizer Wirtschaft