Tragende Säule der Schweizer Volkswirtschaft

Entgegen der seit rund zwei Jahrzehnten in der Industrie beobachtbaren Tendenz rückläufiger Beschäftigung kam es in der Pharmaindustrie seit 1996 zu einer starken Expansion der personellen Kapazitäten. Im Jahr 2018 betrug die Zahl der Beschäftigten rund 46'800 Personen. Aufgrund der zunehmenden Innovationsintensität war der Stellenaufbau der letzten zwei Jahrzehnte begleitet von einem zunehmenden Bedarf an hoch qualifizierten Fachkräften. Das Forschungs- und Entwicklungspersonal stieg bis 2017 auf rund 9'500 vollzeitäquivalente Beschäftigte (Full Time Equivalent, FTE) an, der Anteil der hoch qualifizierten Mitarbeitenden mit einem tertiären Abschluss lag 2017 bei 58 Prozent. Ohne den Zugang zu den internationalen Arbeitsmärkten könnten die hiesigen Pharmaunternehmen diesen hohen Fachkräftebedarf bei Weitem nicht decken.

Pharmaindustrie erbringt mehr als ein Viertel der Schweizer Industriewertschöpfung

Die Nachfrage nach Schweizer Pharmaprodukten zeigte sich in den vergangenen 20 Jahren sehr dynamisch und entwickelte sich auch im Umfeld konjunktureller Schwächephasen äusserst robust. Im Jahr 2018 betrug die nominale Bruttowertschöpfung der Pharmaindustrie rund 36.0 Milliarden Schweizer Franken, was einem Anteil von 5.4 Prozent an der gesamten Schweizer Wirtschaftsleistung entspricht. Der Anteil an der Industriewertschöpfung liegt mittlerweile bei 28.7 Prozent. Rund die Hälfte der Exporteinnahmen
stammte 2018 nach wie vor aus europäischen Ländern. Das stärkste Nachfragewachstum kam in den letzten Jahren aber aus Nordamerika und Asien. Die USA sind mit einem Exportanteil von 24 Prozent das wichtigste Abnehmerland. Die Ausfuhren nach Asien liegen bei einem Anteil von 17 Prozent.

Hohes Wachstum dank Produktivitätssteigerungen

Die pharmazeutische Industrie war in den vergangenen Jahren der wichtigste Wachstumstreiber für den Industriestandort Schweiz und hat dadurch massgeblich zum gesamtwirtschaftlichen Wachstum beigetragen. Das hohe Wachstum verdankt die Pharmaindustrie vor allem der überragenden Produktivitätsentwicklung. Gegenüber 1998 liegt die reale Wertschöpfung pro Vollzeitbeschäftigten (FTE) in 2018 3.4 Mal so hoch. Gleichzeitig kam es in etwa zu einer Verdopplung der Arbeitsplätze (+92%). Im Jahr 2018 betrug die Arbeitsproduktivität in der Pharmaindustrie circa 808'000 Schweizer Franken Wertschöpfung pro Vollzeitbeschäftigten (FTE). Damit wird pro Arbeitsplatz in der Pharmaindustrie rund fünfmal so viel Wertschöpfung erzielt wie im gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt. Die sehr hohe Produktivität der Pharmaindustrie ist Ausdruck einer starken Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit und ist begründet in der hohen Kapitalausstattung, der modernen und effizienten Produktionsanlagen, der überdurchschnittlichen Qualifikation der Mitarbeitenden sowie der intensiven Innovationstätigkeit der Branche.