«gfs-Gesundheitsmonitor 2013»: Einheitskasse hätte heute Chance auf Annahme

24. Juni 2013

Könnten die Stimmberechtigten heute bereits über die Einheitskasse befinden, würde diese insbesondere bei einer niedrigen Stimmbeteiligung – angenommen. Dies ergibt die erstmals durchgeführte Vorabstimmungsanalyse zur Initiative. Rekordhohe Zustimmung erfährt das Gesundheitswesen als Ganzes. 76% der Bevölkerung beurteilen dieses positiv - so viele wie noch nie.

Im «gfs-Gesundheitsmonitor 2013» ist erstmals eine Vorabstimmungsanalyse zur Initiative «Für eine öffentliche Krankenkasse» durchgeführt worden. 55% der Befragten geben an, bereits davon gehört zu haben. Jedoch würden sich nur 31% bestimmt an einer Volksabstimmung beteiligen, wobei die BefürworterInnen gegenwärtig besser mobilisiert sind als die GegnerInnen. Deswegen liegt der Zustimmungswert unter den bestimmt Teilnahmewilligen heute bei 65%, 28% wären dagegen. Bezogen auf alle Stimmberechtigten würde das Verhältnis hingegen 50% zu 28% lauten.

Zufriedenheit mit dem Gesundheitswesen – nicht aber mit den Akteuren
Seit der Einführung des Krankenversicherungsgesetzes (KVG) bekam das Gesundheitswesen noch nie so gute Noten wie heute. 76% der Stimmberechtigten haben einen sehr oder eher positiven Eindruck. Der bisherige Höchstwert aus dem Jahr 2008 hatte 68% betragen. Gross angelegte Reformvorhaben ohne klar ersichtlichen PatientInnen-Nutzen dürften es somit weiterhin schwer haben. Die 2012 in der Volksabstimmung deutlich verworfene Gesundheitsreform «Managed Care» hat bei der Beurteilung der Akteure im Gesundheitswesen Spuren hinterlassen. Die Kompetenzzuschreibung ist bei allen Akteuren gegenüber dem Vorjahr gesunken, am deutlichsten beim Bundesrat und den GesundheitspolitikerInnen.

Ärztedichte ist zufriedenstellend
Die erstmals abgefragte Versorgungsdichte mit ÄrztInnen ist aus Sicht der Stimmberechtigten korrekt. 63% sind der Meinung, die Zahl der HausärztInnen in der eigenen Region sei ausreichend. Bei den SpezialistInnen stimmen dem 55% zu. Für eine Mehrheit der Stimmberechtigten besteht ein Zusammenhang zwischen Ärztedichte und Gesundheitskosten. Eine Förderung der Hausärzte durch den Staat wird mehrheitlich unterstützt, nicht aber eine solche auf Kosten der Prämienzahler oder SpezialistInnen.

Eigenverantwortung wird stärker gewichtet
Der Wunsch der Stimmberechtigten nach Qualität und Wahlfreiheit im Gesundheitswesen ist weiterhin ausgeprägt. Die grösste Veränderung ergibt sich bei der Forderung nach mehr Eigenverantwortung, die einher geht mit punktuell sinkender Solidarität. So sind nur noch 57% der Meinung, dass Kassenleistungen an Aids-Kranke über die Grundversicherung gedeckt werden sollten; das sind 22% weniger als vor zwei Jahren. Noch dramatischer sind die Veränderungen bei der ärztlich verordneten Heroinabgabe, die 2010 mit 62% breite Akzeptanz fand. Heute unterstützen diese noch 34%.

Leichte Verschiebungen in der Einstellung ergeben sich gegenüber Massnahmen zur Kostensenkung. So ist ein Verzicht auf die freie Spitalwahl mehrheitlich kein Tabu mehr, hängt aber vom Mass der Kostensenkung ab. Einschränkungen beim Zugang zu neuen Medikamenten werden hingegen unverändert abgelehnt.

Der Kurzbericht zur Studie kann auch als Datei im PDF-Format heruntergeladen werden. Ebenso stehen die darin verwendeten Grafiken in einem gängigen Format für eigene Verwendungen zur freien Verfügung.

Kontakt
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Die Repräsentativumfrage «gfs-Gesundheitsmonitor» wurde im Auftrag von Interpharma von gfs.bern zum 17. Mal seit Einführung des KVG durchgeführt.