Kompetenzzentrum 3RCC

Unsere Gesellschaft hat eine hohe Sensibilität im Umgang mit dem Tier entwickelt. Ausdruck findet dies in der Tierschutzgesetzgebung, welche dem Schutz und dem Wohlbefinden des Tieres dient und das Verhalten des Menschen gegenüber dem Tier regelt. Der Tierschutz in der Schweiz hat im internationalen Vergleich ein sehr hohes Niveau und ist geprägt vom Dialog aller Beteiligten. So haben sich beispielsweise Exponenten aus Tierschutz, Wissenschaft, Industrie, Behörden und Politik 1987 in der Stiftung Forschung 3R gefunden, welche im Frühling 2018 durch ein nationales 3RCC Kompetenzzentrum abgelöst wurde.

Die Stiftung Forschung 3R wurde 1987 ins Leben gerufen und unterstützte Forschungsprojekte, die zum Ziel haben, Methoden zu entwickeln, die Tierversuche ersetzen (Replace) beziehungsweise die Zahl der eingesetzten Versuchstiere verringern (Reduce) oder die Belastung der Versuchstiere vor, während und nach einem Versuch minimieren (Refine) können. Seit Beginn wurde die Stiftung paritätisch durch den Bund und Interpharma finanziert. In den letzten 30 Jahren hat die Stiftung 146 Forschungsprojekte aus 482 Beitragsgesuchen mit insgesamt rund 18,8 Millionen Franken unterstützt. Diese Projekte sind von einem Expertengremium beurteilt und begleitet worden.

Das neue nationale Kompetenzzentrum 3RCC ist als Verein organisiert, der seit dem Frühjahr 2018 an der Universität Bern angesiedelt ist. Neben elf Hochschulen beteiligen sich Interpharma, der Schweizer Tierschutz sowie das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärmedizin (BLV) am Zentrum. Das Ziel ist die gezielte Förderung von 3R-Projekten und die nachhaltige Umsetzung der entsprechenden Ergebnisse in Zusammenarbeit mit der Industrie und den Hochschulen. Zudem soll das Zentrum Dienstleistungen für die Vollzugsbehörden, die Industrie und die Hochschulen im Bereich der 3R-Ausbildung, -Weiterbildung und -Fortbildung erbringen.

Nicht zuletzt hat die konsequente Umsetzung des „3-R-Konzepts“ in der forschenden Pharmaindustrie im Verlauf der letzten dreissig Jahre dazu beigetragen, die Gesamtzahl der in der Schweiz pro Jahr eingesetzten Versuchstiere - trotz massiv verstärkter Forschungstätigkeit - um rund zwei Drittel zu reduzieren.