Einheitliche Finanzierung von ambulanten und stationären Spitalleistungen

Aufgrund des medizinischen Fortschritts können heute immer mehr Behandlungen ambulant, d.h. ohne Übernachtungen im Spital durchgeführt werden. Bei ambulanten Behandlungen werden die gesamten Kosten von den Krankenkassen bezahlt. Bei einer stationären Behandlung, d.h. mit Übernachtung im Spital, muss gut die Hälfte der Kosten von den Kantonen, die andere Hälfte von den Krankenkassen übernommen werden. In der aktuellen politischen Diskussion wird darüber nachgedacht, eine einheitliche Finanzierung von ambulanten und stationären Behandlungen einzuführen.

86 Prozent der Befragten stimmen mehr oder weniger stark mit der Aussage überein, die einheitliche Finanzierung von ambulanten und stationären Behandlungen löse Anreize zu mehr ambulanten Behandlungen aus. Zudem sehen 76 Prozent durchaus, dass die Spitäler mit der geltenden Finanzierung zu viele Anreize haben, um Behandlungen stationär durchzuführen. Die Frage, ob die Einheitsfinanzierung die Qualität im Gesundheitswesen verbessert, ist umstritten. 47 Prozent stimmen eher der Aussage zu, dass sich die Qualität verbessern könnte, 39 Prozent gehen eher vom Gegenteil aus.

Eine knappe Mehrheit von 47 Prozent erwartet keinen Durchschlag auf die Prämienentwicklung, 40 Prozent sind demgegenüber der Ansicht, eine einheitliche Finanzierung hätte niedrigere Prämien zur Folge. Die einheitliche Spitalfinanzierung könnte also eventuell die Qualität verbessern. Umstritten ist aber die Kostenwirkung.

Aussagen zur einheitlichen Spitalfinanzierung
Grafik 2: Aussagen zur einheitlichen Spitalfinanzierung