Kosten des Gesundheitswesens

Die Erwartung an die Kostenentwicklung hat sich stabilisiert (Grafik 7).

83 Prozent (+2) gehen von weiterhin zunehmenden Kosten im Gesundheitswesen aus, 15 Prozent (–3) hoffen auf eine Stabilisierung. Die Phase zwischen 2013 und 2016, als leichte Hoffnung auf eine Stabilisierung der Kosten aufflammte, scheint vorbei. Auch wenn 2018, nach der starken Gegenreaktion in 2017, wieder mehr auf eine Stabilisierung hofften, setzt sich Trend 2019 nicht fort. Die Stimmberechtigten erwarten auch weiterhin steigende Kosten.

Die Erwartung an die Krankenkassenprämien ist auch in diesem Jahr stark mit der Erwartung an die Kostenentwicklung verknüpft: 84 Prozent (+4) gehen davon aus, dass sich die Krankenkassenprämien nur in eine Richtung entwickeln werden.

Diese generelle Entwicklung zeigt sich auch bei der gewünschten Verteilung der Finanzen (Grafik 8).

Während 2018 in allen erfragten Dimensionen der Anteil derjenigen, welche mehr ausgeben würden, zum Teil deutlich abgenommen hat, ist 2019 ein gegenläufiger Effekt festzustellen. In vielen Dimensionen nimmt der Wunsch nach mehr Geldern zu. Am stärksten ist dieser bei der Medikamentenforschung (41% «eher mehr», +24) festzustellen. Weiter würden die Stimmberechtigten am ehesten für Naturheilärzte (26%, +6) oder das Leistungsangebot der Krankenkassen (23%, +5) ausgeben. Deutlich abgenommen hat der Wunsch nach Mehrausgaben bei den Spezialärztinnen und Spezialärzten (8%, –7). Sparen würde man am ehesten bei den Verwaltungskosten der Krankenkassen (42%, –15), gefolgt von den Privatspitälern (31%, –3). Zugenommen hat die Sparneigung bei den Apotheken (31%, +10) und den Medikamenten (28%, +12). Für alle Dimensionen gilt jedoch, dass eine Mehrheit die (wahrgenommene) aktuelle Verteilung der Finanzen nicht wesentlich verändern würde.

Dass die Verwaltungskosten der Krankenkassen weiterhin Sparziel Nummer eins bleiben, liegt wie bisher daran, dass diesen die Hauptverantwortung für die Steigerung der Krankenkassenprämien gegeben wird. Allerdings nennen 2019 nur noch 18 Prozent (–19) diese an erster Stelle: Der Wert hat sich auf dem Niveau vor 2018 stabilisiert. Die Verwaltungskosten bleiben aber an erster Stelle vor dem demografischen Wandel und den Simulantinnen und Simulanten.

Die Stimmberechtigten bleiben kritisch, was die finanziellen Folgen einer einheitlichen Spitalfinanzierung anbelangt (Grafik 10).

Weiterhin ist nur eine Minderheit der Meinung, dass dadurch die Prämien gesenkt werden können (41%, +1). Neu stimmt allerdings eine klare Mehrheit dem Argument zu, dass dadurch die Qualität verbessert werden könne (71%, +25).

Die Mehrheitsmeinung bleibt dabei, dass heute zu häufig stationär statt ambulant behandelt wird (76%, ±0) und dass eine einheitliche Finanzierung dies ändern könnte (80%, –6).

Aussagen zum schweizerischen Gesundheitswesen
Grafik 7: Aussagen zum schweizerischen Gesundheitswesen
© gfs.bern, Gesundheitsmonitor 2019
Verteilung der Finanzen
Grafik 8: Verteilung der Finanzen
© gfs.bern, Gesundheitsmonitor 2019
Verursacher für die Steigerung der Krankenkassenprämien
Grafik 9: Verursacher für die Steigerung der Krankenkassenprämien
© gfs.bern, Gesundheitsmonitor 2019
Aussagen zur einheitlichen Spitalfinanzierung
Grafik 10: Aussagen zur einheitlichen Spitalfinanzierung
© gfs.bern, Gesundheitsmonitor 2019