Wertvorstellungen zum Gesundheitswesen

Die Leistungsorientierung mit Blick auf Qualität (aber auch Quantität) bleibt auch im diesjährigen Gesundheitsmonitor klar im Fokus. Dies trifft auch und erneut auf die freie Arztwahl zu. In allen drei Bereichen haben sich die jeweiligen Präferenzen weiter akzentuiert, sind also ausgeprägter als im Vorjahr vorhanden. Die Stimmberechtigten legen zudem 2018 deutlich mehr Wert auf eine «Vollversicherung», die sämtliche Leistungen und nicht nur die finanziellen Risiken abdeckt.

Nicht eindeutig in eine bestimmte Richtung gehen die Wertpräferenzen in den Grundsatzfragen, ob der Bund oder die Kantone mehr Verantwortung übernehmen sollten, ob die Gemeinschafts- oder die Eigenverantwortung im Gesundheitswesen verstärkt gelten sollte oder ob sich das Gesundheitswesen entweder mehr in Richtung Markt oder Staat entwickeln sollte. Die Werthaltungen bleiben in allen drei Dimensionen nicht eindeutig.

95 Prozent (+14) schätzen die Qualität und 87 Prozent (+11) die Quantität der Leistungen wichtiger als den Preis ein. Der andere Fixpunkt ist die freie Arzt- und Spitalwahl, welche von 92 Prozent (+18) gewünscht wird. Alle Werte sind insbesondere im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen.

Alle anderen Wunschvorstellungen sind stärker umstritten und unterliegen in der Langzeitbetrachtung stärkeren Schwankungen. In diesem Jahr sind insbesondere die föderalistischen und liberalen Rezepte rückläufig: 42 Prozent (–8) möchten eine stärkere Rolle der Kantone gegenüber dem Bund, 52 Prozent sehen eine stärkere Rolle für den Bund. Unveränderte 55 Prozent votieren eher für marktwirtschaftliche gegenüber staatlichen Regulierungen.

Eine klare Verschiebung resp. ein neuer Höchstwert ergibt sich bei den Präferenzen zur Risikoabdeckung durch die Versicherungsleistung: Mit 76 Prozent (+22) möchte neu eine klare Mehrheit, dass die Grundversicherung sämtliche Leistungen und nicht nur die finanziellen Risiken abdeckt.

Neu präferiert eine relative Mehrheit (59%, +2) das Prinzip der Eigen- vor der Gemeinschaftsverantwortung im Gesundheitswesen, was Parallelen zur Verhältnislage im Jahr 2012 aufweist.

Wunschvorstellung Gesundheitswesen in der Schweiz
Grafik 4: Wunschvorstellung Gesundheitswesen in der Schweiz