Ohne Tierversuche keine biomedizinische Forschung

Auch modernste Technologien können lebende Organismen und das Zusammenspiel von Organen noch nicht genügend abbilden. Deshalb braucht es auch in absehbarer Zukunft Tierversuche. Die forschenden Pharmaunternehmen der Schweiz verpflichteten sich 2010 in einer Charta, gesetzlich und ethisch die höchsten Tierschutzstandards anzuwenden. Dazu gehören auch Bemühungen im Forschungsbereich 3R1.

In der Schweiz müssen alle Eingriffe und Handlungen an Tieren zu Versuchszwecken von den zuständigen Behörden bewilligt werden. Jeder Tierversuch wird von einer unabhängigen Kommission beurteilt, der auch Mitglieder von Tierschutzorganisationen angehören. Mäuse und Vögel (inkl. Geflügel) waren 2016 die am häufigsten eingesetzten Tiere und deckten zusammen mit Ratten rund 89% der Versuchstiere ab. Die Gesamtzahl der eingesetzten Tiere hat sich seit 1983 von nahezu zwei Millionen um über zwei Drittel auf 629 773 im Jahr 2016 verringert. Im Vergleich zum Vorjahr nahm die Anzahl Tiere um 7.7% ab. Rund 27% aller Versuchstiere wurden in der Industrie eingesetzt, 59% an Hochschulen und Spitälern. Gegenüber dem Vorjahr kamen in der Industrie im Jahr 2016 2 699 Tiere weniger zum Einsatz (−1.5%).

1 Das Forschungsprinzip 3R bemüht sich um eine Reduzierung (Reduction), eine Verbesserung (Refinement) und den Ersatz von Tierversuchen (Replacement).

Versuchstierstatistik: Tierversuche Schweiz
Versuchstierstatistik: Tierversuche Schweiz
Versuchstierstatistik: Aufteilung nach Tierarten
Versuchstierstatistik: Aufteilung nach Tierarten