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11. Juni 2021

Serie Gesundheitsdatenökosystem Teil 6: Motion als Katalysator für das Daten-System

Die Wissenschaftskommission des Nationalrats hat die Zeichen der Zeit und die Wichtigkeit eines vernetzten Gesundheitsdatenökosystems erkannt: Mit einer Motion möchte sie den Bundesrat verpflichten, mit einer Arbeitsgruppe das Wissen der verschiedenen Akteure des Gesundheitswesens zu nutzen, diese zu involvieren und dadurch einen grossen Schritt hin zu einem solchen System zu machen. Nun liegt der Ball beim Nationalrat, der bereits nächste Woche darüber entscheidet.

Die Schweiz hinkt verglichen mit anderen Ländern weit hinterher, wenn es um die Nutzung von Gesundheitsdaten geht. Das zeigt der digital health index der Bertelsmann-Stiftung, wo die Schweiz deswegen abgeschlagen auf Rang 14 von 17 liegt. Während andere Länder den immensen Wert von vernetzten Gesundheitsdatenökosystemen für Patienten und die Gesellschaft erkannt haben und politisch Gas geben, ist dieser Funke noch nicht auf Bundesbern übergesprungen. Mit einer Motion will die Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur des Nationalrats das nun ändern. Die Motion 21.3021 «Mehrwert für Forschung und Gesellschaft durch datenbasierte Ökosysteme im Gesundheitswesen» ruft den Bundesrat auf, eine Arbeitsgruppe mit allen Anspruchsgruppen des Gesundheitssystems einzuberufen, deren Wissen zu nutzen und gemeinsam einen kohärenten Plan mit Massnahmen auszuarbeiten. Dabei orientiert sich die Motion auch an zwei Merkmalen, die bei der Digitalisierung des Gesundheitswesens erfolgreiche Nationen auszeichnen: Ganzheitliche Strategien und die breite Beteiligung von den Akteuren des Gesundheitssystems.

Dass diese Akteure auch bereit sind, in einer solchen Arbeitsgruppe mitzuarbeiten, haben sie im Rahmen der Allianz für digitale Transformation klar gemacht. Die unterschiedlichen Anspruchsgruppen haben gemeinsam, Interpharma gehört dazu, in einem Brief an den Nationalrat auf die Dringlichkeit der Motion aufmerksam gemacht. Sie zeigen auch auf, warum die ablehnende Haltung des Bundesrats zu kurz greift. Darin erwähnt er zwei Vorstösse als Beleg, dass bereits genügend passiere. Während das eine Postulat darauf abzielt, dass die Bundesverwaltung nicht Daten doppelt sammelt, läuft die andere Motion auf einen Vergleich von Rechtsquellen hinaus. Beides wichtige Anliegen, aber nur Teile einer ganzheitlichen Strategie. Wie sich eine solche an sechs Handlungsfeldern orientieren könnte, hat Interpharma dargelegt. Am 16. Juni werden nun die Nationalrätinnen und Nationalräte darüber entscheiden, ob die Schweiz die Aufholjagd im Digital Health Index ernsthaft in Angriff nehmen will und ihr künftiges Gesundheitswesen auf ein nachhaltiges Fundament stellen möchte.

Samuel Lanz

Mitglied der Geschäftsleitung / Leiter Kommunikation

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