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28. Juni 2021

Fünf Erkenntnisse aus der Krise für die Zukunft des Schweizer Gesundheitswesens: Teil 2

Die aktuelle Gesundheitskrise hat erneut in Erinnerung gerufen, welch zentrale Bedeutung die forschende pharmazeutische Industrie sowohl für die Gesundheit der Bevölkerung als auch für die Volkswirtschaft der Schweiz hat. Die in Rekordzeit zugelassenen Diagnostika, Impfstoffe und Medikamente zur Bekämpfung von Covid-19 sind ein grosser Erfolg der internationalen Zusammenarbeit, ein Sieg der Wissenschaft und der forschenden Pharmaindustrie. Es ist ein Wesensmerkmal von Krisen, dass sie wie ein Brennglas wirken und Schwachstellen offenlegen. Interpharma, der Verband der forschenden pharmazeutischen Industrie, hat fünf Erkenntnisse aus der Krise für das Schweizer Gesundheitswesen der Zukunft zusammengefasst.

Erkenntnis 2: Die Versorgungssicherheit mit Diagnostika, Medikamenten und Impfstoffen für Patientinnen und Patienten hat hohe Priorität. Offene Grenzen sind eine zentrale Voraussetzung hierfür.

Die Sicherheit der Versorgung mit Impfstoffen, Medikamenten und Diagnostika hat für die Industrie hohe Priorität. Trotz der aussergewöhnlichen Umstände war die Versorgung mit patentgeschützten Medikamenten während der Pandemie in der Schweiz jederzeit gewährleistet, was die Leistungsfähigkeit der Privatwirtschaft und den Nutzen globaler Wertschöpfungsketten eindrücklich beweist. Doch Versorgungssicherheit bedeutet nicht Selbstversorgung. Die vollständige Verlagerung von Produktionsketten in die Schweiz ist eine unrealistische Forderung in unserem globalen, stark arbeitsteiligen Wirtschaftssystem. Die Schweizer Industrie wird stets auf offene Grenzen angewiesen sein. Dass in der Schweiz zahlreiche internationale Pharmaunternehmen weiterhin eine beachtliche Produktionskapazität unterhalten, ist nicht zuletzt guten Rahmenbedingungen für den weltweiten Export geschuldet. Um die Versorgungssicherheit auch in Zukunft zu gewährleisten, sind offene Grenzen für Waren und Arbeitskräfte sowie deren Sicherstellung und Absicherung durch Staatsverträge zentral.

Jetzt braucht es:

  • Sicherung des Zugangs zu Import- und Exportmärkten Geregelte Beziehungen mit der EU, unserer wichtigsten Handelspartnerin, sind sicherzustellen. Zudem braucht es eine multilaterale Handelsordnung und einen raschen Abschluss der 5. Review des WTO-Pharma-Nullzollabkommens. Der Zugang zu weiteren Märkten ist zu erleichtern, zum Beispiel durch neue Freihandelsabkommen oder durch den Abbau von technischen Handelshemmnissen (MRA) mit den USA.
  • Stärkung einheimischer Forschungs- und Produktionsplattformen Forschungs- und Produktionsplattformen in der Schweiz sind wichtige Instrumente der Krisenvorsorge. Forschung und Produktion können langfristig in der Schweiz nur sichergestellt werden, wenn die Unternehmen gute Rahmenbedingungen vorfinden. Dazu braucht es Zugangs- und Vergütungsregeln, welche Kosten, Qualität und Versorgungssicherheit bei Medikamenten besser ausbalancieren. Gleichzeitig muss Vorlagen, die den Standort verschlechtern (z.B. Forschungsverbotsinitiative, Teile im Kostendämpfungspaket 2, Parallelimport bei Medikamenten, Einführung des Kostengünstigkeitsprinzips usw.), eine klare Absage erteilt werden. Auch dem Erhalt allgemeiner Standortfaktoren wie günstigen steuerlichen Rahmenbedingungen und dem einfachen Zugang zu qualifizierten Arbeitskräften muss Beachtung geschenkt werden.
  • Überprüfung der gesamten Vertriebsketten Ein allfälliger Ausbau der Liste von Pflichtlager-Produkten mit einer Finanzierungslösung analog anderer Pflichtlager sowie erhöhte Lageranforderungen entlang der Vertriebskette (Grosshandel, Fachhandel, Spitäler) sind Möglichkeiten zur Erhöhung der Versorgungssicherheit.

Samuel Lanz

Mitglied der Geschäftsleitung / Leiter Kommunikation

+41 79 766 38 86

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Interpharma ist der Verband der forschenden pharmazeutischen Firmen der Schweiz und wurde 1933 als Verein mit Sitz in Basel gegründet.

Interpharma informiert die Öffentlichkeit über die Belange, welche für die forschende Pharmaindustrie in der Schweiz von Bedeutung sind sowie über den Pharmamarkt Schweiz, das Gesundheitswesen und die biomedizinische Forschung.

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