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9. Oktober 2020

Die Zusammenarbeit ist essenziell, um den Mehrwert von Gesundheitsdaten für die Forschung und PatientInnen nutzen zu können

Gesundheitsdaten sind heute bereits ein grosser Bestandteil der Forschung und haben das Potenzial zu grossen medizinischen Fortschritten beizutragen. Um dieses Potenzial abschöpfen zu können, ist eine nationale Zusammenarbeit aller beteiligter Akteure notwendig.

Die Pandemie durch Covid-19 zeigt sehr eindrücklich wie wichtig akkurate Gesundheitsdaten sind. Diese Informationen erlauben einerseits bedeutsame Rückschlüsse auf die Ausbreitung der Pandemie und helfen andererseits entsprechende Therapien dagegen zu entwickeln sowie die Erkrankung an sich besser zu verstehen. Zusätzlich dazu hat die Covid-19-Krise veranschaulicht, welche enorme Bedeutsamkeit allumfassender Zusammenarbeit zukommt. Branchenübergreifende oder sogar globale Herausforderungen können nicht im Alleingang angegangen werden, sondern benötigen das Anpacken aller beteiligter Akteure. Auch bei der Bekämpfung anderer globaler Herausforderungen, wie der Klimaerwärmung oder Cyberkriminalität, sind grossflächige Kooperationen unerlässlich.

Um die Herausforderungen und Potenziale von Gesundheitsdaten und die Wichtigkeit solcher Kollaborationen zu diskutieren, hat Interpharma Mitte September 2020 einen Anlass in Bern mit hochkarätigem Panel organisiert. Dabei haben Prof. Dr. Joël Mesot, Präsident der ETH Zürich, Dr. Katrin Crameri von Swiss Institute of Bioinformatics sowie Dr. Damian Page von Roche Pharma Schweiz ihre Inputs und Ansichten zur zukünftigen Nutzung von Gesundheitsdaten in der Schweiz dargelegt.

Das systematische Erheben und die effiziente Bereitstellung von Gesundheitsdaten bringt Vorteile für verschiedenste Branchen. So benötigt die Akademie und die Pharmaindustrie diese Daten für ihre Forschung und zur Herstellung von Medikamenten, PatientInnen können mit diesen zusätzlichen Informationen bessere Diagnosen und Behandlungen angeboten werden, Behörden profitieren von umfangreicheren Erkenntnissen über den Gesundheitszustand der Bevölkerung, und das Gesundheitssystem als Ganzes weist eine höhere Effizienz und Qualität auf. Um solch wichtige Daten entsprechend zur Verfügung stellen zu können, ist die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Industrie und Behörden zentral. Ein wichtiger Ansatz, um solche Zusammenarbeit sicherzustellen, sind nationale Initiativen und Kooperationen.

Ein Beispiel dafür ist das sogenannte SPHN (Swiss Personalized Health Network), das sich im Auftrag des Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation sowie des Bundesamtes für Gesundheit für die Zusammenarbeit von Entscheidungsträgern aus der Forschung, der Forschungsförderung, dem Gesundheitssystem und Patientenorganisationen einsetzt.

Auch Interpharma engagiert sich aktiv daran verschiedene Akteure zusammenzubringen, um gemeinsam Lösungen erarbeiten zu können. So gründete Interpharma beispielsweise zusammen mit einem grossen Versicherer santeneXt: ein Do Tank, der verschiedenste Akteure des Gesundheitswesens zusammenbringt und diese animiert, Pilotprojekte durchzuführen, um dann abschliessend gemeinsam aus den jeweiligen Erfahrungen zu lernen.

Will die Schweiz im Gesundheitsbereich und in der Forschung weiterhin einen Spitzenplatz einnehmen, muss die Politik jetzt optimale gesetzliche Rahmenbedingungen für den Umgang mit digitalen Gesundheitsdaten schaffen. Denn die Digitalisierung des Gesundheitswesens schreitet voran, Daten werden wichtiger und zwischen den zahlreichen verschiedenen Stakeholdern besteht ein grosser Diskussions- und Austauschbedarf. Die Forschung braucht einerseits den ungehinderten Austausch von schweizerischen und ausländischen Daten, andererseits gilt es, stets einen ausreichenden und gegenseitigen Datenschutz sicherzustellen. Schliesslich können medizinische Behandlungen dank dem technologischen Fortschritt im Gesundheitswesen deutlich effizienter und patientenzentrierter werden, was allen beteiligten Stakeholdern aber insbesondere den Patienten zugutekommt.

Simone Graven

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Interpharma ist der Verband der forschenden pharmazeutischen Firmen der Schweiz und wurde 1933 als Verein mit Sitz in Basel gegründet.

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