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2. November 2020

3 Fragen an Urs Vögeli – Managing Director Janssen Schweiz, VP Johnson & Johnson Schweiz

Wie schätzen Sie persönlich die Lage rund um COVID-19 ein? Was sind für Ihre Firma die grössten Herausforderungen in der besonderen Lage, in der wir uns zurzeit befinden?

Die aktuelle Situation stellt uns als Gesellschaft, auf Unternehmens- aber auch auf persönlicher Ebene vor ganz neue Herausforderungen. Für eine Branche, bei der Innovation und Patientenfokus im Zentrum unserer Arbeit stehen, sind wir vor allem im Umgang mit unseren Kunden aber auch bei der internen Zusammenarbeit gefordert. Wir wollen um jeden Preis sicherstellen, dass unsere Kunden ihre Patienten auch in dieser Krisenzeit bestmöglich behandeln können. Wir wollen dazu den regelmässigen Austausch und die Beratung trotz Besuchs- und Veranstaltungsrestriktionen sicherstellen. Dazu kommen neue virtuelle Kommunikationstools und Formate zum Einsatz. Die Umstellung auf diese neuen Formen der Kollaboration zeigt bereits jetzt ganz neue Möglichkeiten punkto Effizienz und Effektivität, was uns auch von unseren Kunden positiv zurück gemeldet wird. Wir, aber auch unsere Partner, befinden uns seit März definitiv auf einer steilen Lernkurve.

Neben den Bedürfnissen der Patienten und Kunden haben die Gesundheit und das Wohlbefinden unserer Mitarbeitenden höchste Priorität. Über die vergangenen Monate hinweg haben wir eine Vielzahl von Massnahmen am Arbeitsplatz eingeführt, wie Social Distancing, häufigere Reinigung, Verwendung von Gesichtsmasken usw. So stellen wir die Sicherheit jener Mitarbeitenden sicher, die nicht ohnehin im Home-Office sind und weiter an einem unserer diversen Standorte in der Schweiz arbeiten. Die getroffenen Massnahmen passen wir kontinuierlich der Situation an, um unsere Mitarbeitenden dabei zu unterstützen, die Balance zwischen persönlichen und beruflichen Verpflichtungen zu finden. Ein Thema, das insbesondere mit dem Start der zweiten Welle weiter an Bedeutung gewinnt, ist die psychische Gesundheit. Wir setzen alles daran, nicht nur das physische, sondern auch das seelische Wohlbefinden unserer Mitarbeitenden in dieser komplizierten Zeit zu schützen.

J&J ist stark in die Erforschung eines Covid-19-Impfstoffes involviert. Wie ist die aktuelle Situation?

Seit dem Beginn des Ausbruchs arbeitet Johnson & Johnson mit Industriepartnern, Regierungen und Gesundheitsbehörden zusammen, um durch die Entwicklung eines Impfstoffkandidaten gegen SARS-CoV-2 einen Beitrag zur Beendigung der Pandemie zu leisten. Unsere Forschungsteams konnten bei ihrer Arbeit auf verschiedene Erkenntnisse, die wir in der Vergangenheit als Reaktion auf Epidemien gewonnen haben, aufbauen. Die Technologie, die wir zur Entwicklung des Covid-19-Impfstoffs einsetzen, wurde bereits zur Entwicklung unseres Ebola-Impfstoffs sowie von Impfstoffkandidaten gegen das Zika-Virus, RSV und HIV verwendet. Diese Technologieplattform wurde bereits für die Impfung von mehr als 110’000 Menschen im Rahmen von Janssen Impfstoff-Forschungsprogrammen eingesetzt.

Ende Juli haben positive Zwischenergebnisse der klinischen Phase 1/2a-Studie gezeigt , dass der Impfstoffkandidat eine robuste Immunantwort bei einem gleichzeitig guten Sicherheitsprofil auslöst. Aktuell untersuchen wir im Rahmen des klinischen Phase-3-Programms ENSEMLBE ein «Single-dose» wie auch ein «Two-dose» Impfschema. Eine Einzeldosis hätte logistische Vorteile. Zudem untersuchen wir auch eine Auffrischungsdosis, um den lebenslangen Schutz vor dem Virus zu evaluieren, wie dies bei vielen Impfstoffen üblich ist.

Parallel zu den Tests unseres Impfstoffkandidaten haben wir begonnen, unsere weltweiten Produktionskapazitäten aufzubauen, um bis Ende 2021 bis zu einer Milliarde Impfdosen weltweit zur Verfügung zu stellen.

Wie kann der gerechte Zugang zu einem Covid-Impfstoff sichergestellt werden? Welche Überlegungen sollten da zur Anwendung kommen?

Während wir die klinische Entwicklung unseres Impfstoffkandidaten COVID-19 weiter vorantreiben, befinden wir uns in laufenden Gesprächen mit nationalen Regierungen und globalen Organisationen, um den weltweiten Zugang zu unterstützen. Als Teil von unserem Global Public Health Engagement planen wir, bis zu 500 Millionen Impfstoffdosen auch an einkommensschwächere Länder zu verteilen. In die Entscheidung, wer zuerst Zugang erhalten soll, spielen selbstverständlich eine Vielzahl von Überlegungen hinein. Wie die Verteilung des Impfstoffs schlussendlich aussieht, entscheiden nicht wir als Unternehmen, aber wir schliessen uns der weit verbreiteten Auffassung an, dass die Impfung vorrangig den am stärksten gefährdeten Menschen, wie z.B. den Mitarbeitenden im Gesundheitswesen und Hochrisikopersonen, zugänglich gemacht werden sollte.

Samuel Lanz

Kommunikationsleiter

+41 79 766 38 86

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