3 Fragen an unsere neuen Boardmitglieder: Florian Schick President Merck Switzerland - Interpharma

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4. Juli 2024

3 Fragen an unsere neuen Boardmitglieder: Florian Schick President Merck Switzerland

Dürfen wir Sie bitten, sich kurz vorzustellen und uns ein wenig über Ihre derzeitige Position in Ihrem Unternehmen zu erzählen?

Ich bin in Deutschland geboren und aufgewachsen und hatte das Glück, in sieben verschiedenen Ländern zu leben und zu arbeiten, unter anderem in den Vereinigten Staaten, Mexiko und Spanien. Derzeit lebe ich in Immensee (Kanton Schwyz) mit meiner Frau und unserem dreijährigen Sohn, der uns auf Trab hält! Der Kontakt mit so vielen Kulturen hat meine persönliche und berufliche Perspektive tiefgreifend geprägt, insbesondere meine Leidenschaft für Vielfalt, Gleichberechtigung und Integration am Arbeitsplatz. Derzeit bin ich Präsident von Merck Schweiz und Vorsitzende des Swiss Country Council (Gremium der Standortleiter), das für mehr als 2’600 Mitarbeitende an neun Standorten zuständig ist. Ich habe diese Funktion im Jahr 2022 übernommen und bin seit über zehn Jahren im Unternehmen in verschiedenen lokalen und globalen kaufmännischen Führungspositionen tätig. Zuvor begann ich meine Karriere bei Pfizer und McKinsey.

Worauf wollen Sie sich in Ihrer Rolle als Vorstandsmitglied der Interpharma konzentrieren?

Als Vorstandsmitglied von Interpharma bin ich der Meinung, dass die Zusammenarbeit mit allen Interessengruppen aus verschiedenen Sektoren für die Entwicklung eines zukunftsorientierten und nachhaltigen Gesundheitssystems in der Schweiz unerlässlich ist. Dabei geht es um die Förderung des Dialogs und der Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Akteuren, wie der Industrie, den Leistungserbringern im Gesundheitswesen, den politischen Entscheidungsträgern und den Patientenvertretern. Gemeinsam können wir auf innovative Lösungen und Strategien hinarbeiten, die dem Gesundheitssystem zugutekommen und seine Nachhaltigkeit und Reaktionsfähigkeit auf die sich wandelnden Bedürfnisse der Patienten und der Gesellschaft gewährleisten.

Erstens. Unser vorrangiges Ziel ist es, allen Patienten einen gleichberechtigten und schnellen Zugang zu modernsten Therapien zu gewährleisten. Ich halte dies für ein Grundrecht, und wir müssen gemeinsam daran arbeiten, Barrieren abzubauen, die den Zugang zur Versorgung verhindern.

Zweitens. Die Nutzung digitaler Lösungen und Datenanalysen ist ebenfalls ein wichtiges Thema, das wir verfolgen. Das Potenzial, die Gesundheitslandschaft durch Technologie zu verändern, ist enorm. Bei Merck entwickeln wir neue digitale Gesundheitslösungen, die den Patienten auf seinem Weg unterstützen. Es geht um so viel mehr als nur um die Behandlung – es geht darum, zu verstehen, wie Patienten mit einer Krankheit leben, und Lösungen jenseits der Pille” zu finden. Ein Beispiel ist die Therapietreue. Digitale medizinische Geräte ermöglichen es Patienten und Pflegern, Behandlungen zu überwachen und zu verabreichen, und haben entscheidend zur Verbesserung der Wirksamkeit beigetragen.

Drittens. Stabile Beziehungen zur Europäischen Union. Als globales Wissenschafts- und Technologieunternehmen mit sechs Produktionsstandorten in der Schweiz und einem Exportvolumen von rund sechs Milliarden Euro in über 140 Länder ist es für die pharmazeutische Industrie in der Schweiz von entscheidender Bedeutung, den bilateralen Weg weiter zu beschreiten. Die Schweiz muss wettbewerbsfähig bleiben und es ist wichtig, den direkten Zugang zum EU-Markt zu sichern.

Wie wichtig ist der Pharmastandort Schweiz für Ihr Unternehmen? Wo und wie kann sich der Pharmastandort Schweiz weiter verbessern und wie sollten die Rahmenbedingungen angepasst werden?

Die Schweiz ist für Merck, mit ihrem Hauptsitz in Darmstadt (Deutschland), ein strategischer Markt und eine wichtige Drehscheibe zu den internationalen Märkten. Merck hat seit 1929 eine starke Position in der Schweiz. Heute ist die Schweiz ein wichtiger Standort für Forschung und Entwicklung und die wichtigste Drehscheibe der Merck-Gruppe für die Entwicklung und Herstellung von Medikamenten.

Über Merck hinaus ist die Rolle der Schweiz als Pharmazentrale für die gesamte Branche von entscheidender Bedeutung. Der Sektor erwirtschaftet über 5 % des Schweizer BIP und beschäftigt rund 46’000 Menschen, dank eines robusten Ökosystems, das Spitzenuniversitäten, multinationale Unternehmen und innovative Start-ups umfasst – ein idealer Standort für Talentakquise und Innovation.

Doch Herausforderungen wie die angespannten Beziehungen zur EU, steigende Gesundheitskosten und die langsame digitale Transformation gefährden die Position der Schweiz. Sie muss bei der Digitalisierung aufholen, wenn sie ihren Wettbewerbsvorteil behalten will. Ein kohärentes Daten-Ökosystem mit einem soliden Rechtsrahmen und die Zusammenarbeit aller Beteiligten sind für den weiteren Weg unerlässlich. Die Schweiz muss danach streben, in diesem Bereich führend zu sein, um ihre Zukunft als führender Standort für pharmazeutische Forschung und Innovation zu sichern. Durch fortgesetzte Investitionen und Initiativen will Merck weiterhin zum Erfolg der Schweiz beitragen und von ihrer Spitzenposition bei Innovationen im Gesundheitswesen profitieren.     

Georg Därendinger

Mitglied der Geschäftsleitung / Leiter Kommunikation

+41 79 590 98 77

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Interpharma ist der Verband der forschenden pharmazeutischen Firmen der Schweiz und wurde 1933 als Verein mit Sitz in Basel gegründet.

Interpharma informiert die Öffentlichkeit über die Belange, welche für die forschende Pharmaindustrie in der Schweiz von Bedeutung sind sowie über den Pharmamarkt Schweiz, das Gesundheitswesen und die biomedizinische Forschung.

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