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17. November 2021

3 Fragen an Thorsten Hein – Country Division Head Pharmaceuticals Bayer Schweiz

Dürfen wir Sie bitten, sich kurz vorzustellen und uns ein wenig über Ihre derzeitige Position in Ihrem Unternehmen zu erzählen?

Ich arbeite seit mehr als 15 Jahren bei Bayer und bin seit 1. September 2021 für das Schweizer Pharma-Geschäft verantwortlich. Vor meiner aktuellen Funktion in der Schweiz war ich unter anderem als Division Head des Clusters Finnland/Baltikum und Managing Director von Bayer Baltikum tätig und davor als Head of Marketing von Bayer Pharma in China.

Als Country Division Head Pharmaceuticals Schweiz ist es meine Aufgabe, das Schweizer Pharma-Geschäft zu leiten, weiterzuentwickeln und Innovationen zu fördern. Mein Schwerpunkt wird darauf liegen, der Schweizer Ärzteschaft und den Patientinnen und Patienten neue Therapieoptionen, besonders im kardiovaskulären Bereich, der Ophthalmologie sowie der Onkologie zur Verfügung zu stellen. Sehr wichtig ist mir aber auch, dass wir uns als Partner im schweizerischen Gesundheitssystem engagieren: Dass wir den engen Austausch mit bestehenden Stakeholdern fortführen, aber auch mit neuen Anspruchsgruppen in Kontakt kommen, was mir im heutigen dynamischen Umfeld äusserst notwendig erscheint. Gerade im Hinblick auf «Integrated Care» ist dies wichtig, damit wir die Prävention und Behandlung von Krankheiten durch neue digitale Technologien und Datenanalysen so verbessern können, dass daraus für Patientinnen und Patienten wie auch für das gesamte Gesundheitssystem ein Mehrwert resultiert.

Welchen Schwerpunkt wollen Sie in Ihrer Rolle als Executive Committee Mitglied der Interpharma setzen?

Kundenzentrierung ist für Bayer sehr wichtig und diesen Schwerpunkt möchte ich auch als Mitglied des Executive Committee bei Interpharma setzen. Patientinnen und Patienten sollen den schnellstmöglichen Zugang zu den Therapien erhalten, die sie brauchen und welche ihnen den grössten gesundheitlichen Nutzen verschaffen. Schnelle Zulassungsverfahren und rasche Aufnahme in die Kassenpflicht sind hier zentrale Voraussetzungen, damit Patientinnen und Patienten vom medizinischen Fortschritt profitieren können.

Wichtig ist mir aber auch der gesamtgesellschaftliche Blick, vor allem wenn es um die Qualität und die Finanzierung des Gesundheitswesens als Ganzes geht. Die Kosten des Gesundheitswesens stehen im Fokus der gesellschaftlichen Diskussion. Hierbei wird meiner Ansicht nach oft etwas vernachlässigt, dass Medikamente einen grossen Beitrag dazu leisten können, die Dauer von Krankheiten zu verkürzen – von Krankheiten, die sonst zu Arbeitsausfällen und Spitalaufenthalten führen. Kosten entstehen also auf beiden Seiten, die in Zukunft noch besser gegeneinander abzuwägen sind. Auch der Ausbau der Präventions-Anstrengungen ist meines Erachtens wichtig, denn durch gute Präventionsmassnahmen können viele Krankheitsfälle vermieden oder daraus resultierende Pflegebedürftigkeit herausgezögert werden.

Wie wichtig ist für Ihr Unternehmen der Pharmastandort Schweiz? Wo und wie kann sich das Pharmaland Schweiz weiterverbessern, wie sollten die Rahmenbedingungen angepasst werden?

Für Bayer ist der Pharmastandort Schweiz sehr wichtig. Einerseits für das lokale Geschäft, welches seit 1954 seine Basis in Zürich hat. Andererseits aber auch aus globaler Sicht: Der Bayer-Konzern hat in den vergangenen Jahren am Standort Basel einen internationalen Hub für die Onkologie, Ophthalmologie und Hämatologie aufgebaut.

Die Schweiz verfügt über exzellente Rahmenbedingen. Sie kompensiert ihren Mangel an natürlichen Rohstoffen seit jeher mit grossen Anstrengungen zur Steigerung der Innovationskraft. Zum elften Mal landete die Schweiz in diesem Jahr zuoberst im Global Innovation Index der UNO. Was die digitale Innovationskraft betrifft, liegt sie im Vergleich mit den anderen OECD-Ländern auf Platz 8. Das ist gut, für die Zukunft aber wahrscheinlich nicht gut genug, denn der Abstand zu den Spitzenplätzen ist sehr gross. In der Digitalisierung gibt es also viel Aufholbedarf. Auch der Forschungsplatz ist in Gefahr: Die Schweiz wird beim EU-Rahmenprogramm für Forschung und Innovation «Horizon Europe» und damit verbundenen Programmen und Initiativen bis auf Weiteres als nicht-assoziierter Drittstaat behandelt. Damit fällt für sie ein wichtiges und prestigeträchtiges Förderinstrument ausser Betracht. Die Schweiz als Forschungs- und Innovationsplatz wird im europäischen Netzwerk benachteiligt. Zudem büsst die Schweiz für talentierte Nachwuchs- und Spitzenforscher und -forscherinnen an Attraktivität ein. Das ist bedauerlich, denn für eine weiterhin innovationsstarke Schweiz sind exzellente Studien- und Forschungseinrichtungen und -Programme inklusive internationale Kooperationen unabdingbar. Forschung und Entwicklung, über die Pharma-Branche hinaus, sind Grundsäulen für Innovation und diese sollten unbedingt weiter gestärkt werden.

Samuel Lanz

Mitglied der Geschäftsleitung / Leiter Kommunikation

+41 79 766 38 86

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Interpharma ist der Verband der forschenden pharmazeutischen Firmen der Schweiz und wurde 1933 als Verein mit Sitz in Basel gegründet.

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