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13. November 2020

3 Fragen an Lukas Engelberger – Regierungsrat Basel-Stadt und Präsident der Gesundheits-direktorenkonferenz

Sie stehen als Präsident der Gesundheitsdirektorenkonferenz zurzeit stark in der öffentlichen Diskussion. Was ist die Rolle und Aufgabe der GDK zur Bekämpfung der Pandemie?

Bund und Kantone teilen sich in er besonderen Lage die Verantwortung in der Pandemiebekämpfung. Die Kantone ergreifen Massnahmen, die auf die jeweilige Situation zugeschnitten sind. Der Bund wiederum legt die Basismassnahmen fest, die überall gelten. Die Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren (GDK) übernimmt eine koordinierende Rolle. Sie wirkt als Bindeglied zwischen den Kantonen und dem Bund, stellt den Kantonen Informationen zur Verfügung und gibt Empfehlungen ab. Wir haben mehrmals skizziert, welche Massnahmen zur Eindämmung des Coronavirus die besonders betroffenen Kantone ergreifen sollen. Wenn der Bund in der besonderen Lage gesundheitspolitische Massnahmen beschliessen will, dann muss er vorgängig die Kantone anhören. Diese Anhörungen laufen ebenfalls über die GDK. Das Zusammenspiel von Bund und Kantonen in dieser Krisensituation mit ihrer zeitlichen Dringlichkeit ist eine Herausforderung, doch es funktioniert. Bund und Kantone verfolgen dasselbe Ziel: Menschliche Opfer sollen verhindert und der wirtschaftliche Schaden soll möglichst tief gehalten werden.

Der Bundesrat geht den Weg eines Slowdowns anstatt eines Lockdowns. Wie beurteilen Sie diese Strategie?

Die Massnahmen auf Bundesebene mit strengen Auflagen für Versammlungen und Veranstaltungen, einer ausgedehnten Maskenpflicht, mit Regeln für Bars, Restaurants, Sport und Kultur sind die Basis. Die Kantone können und sollen weitergehende Massnahmen beschliessen, wenn die jeweilige Situation dies verlangt. In den Westschweizer Kantonen gelten denn auch strengere Regeln, einige Deutschschweizer Kantone gehen ebenfalls weiter. Die Massnahmen sind bereits einschneidend. Einen nationalen Lockdown möchten wir aber verhindern. Jede und jeder kann einen Beitrag leisten, damit es nicht dazu kommt. Die Massnahmen funktionieren nur, wenn alle mithelfen. Die Hygiene- und Verhaltensregeln sind essenziell und wir müssen die Zahl der persönlichen Kontakte derzeit leider auf ein Minimum beschränken.

Die forschende pharmazeutische Industrie legt alles daran, die Covid-19 Pandemie zu bekämpfen. Wie beurteilen Sie die laufenden Anstrengungen der Pharmaindustrie bei der Bekämpfung dieser Krise?

Derzeit steht die Pharmabranche insbesondere im Zusammenhang mit der Entwicklung eines Impfstoffes gegen Covid-19 im Fokus. Die Schweizer Pharmaunternehmen haben dafür Forschungskapazitäten geschaffen. Auch bei der Diagnostik ist die Schweiz stark involviert, wie etwa die Antigen-Schnelltests von Roche zeigen. Daneben werden Medikamente zur Behandlung von Covid-19-Patientinnen und -Patienten erprobt und erforscht. Kurz: Die Pharmaindustrie spielt eine entscheidende Rolle bei der Krisenbewältigung. Durch die Pandemie hat die Frage der Versorgungssicherheit und der Abhängigkeit vom Ausland im Bereich der Medikamente an Bedeutung gewonnen. Das Pharmaland Schweiz sollte seine Versorgungsstrukturen pflegen und die lokalen Produktionskapazitäten ausbauen. Wo dies nicht sinnvoll ist, müssten Lieferungen mittel- und längerfristig abgesichert werden.

Die GDK bekennt sich zum Pharma-Standort Schweiz.

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