Nein zur Forschungsverbotsinitiative - Interpharma

Nein zur Forschungsverbotsinitiative

Nein zur Forschungsverbotsinitiative

Die extreme Forschungsverbots-Initiative lehnen wir klar ab, weil sie jegliche Versuche mit Menschen oder Tieren verbieten will. Ein solches Verbot wäre kontraproduktiv und hätte schwerwiegende Folgen für den Forschungs- und Innovationsstandort Schweiz – und vor allem wären viele wichtige medizinische Durchbrüche zum Wohle der ganzen Gesellschaft nicht mehr möglich.

Unsere Botschaften

Interpharma Argumentarium gegen die Initiative «Ja zum Tier- und Menschenversuchsverbot – Ja zu Forschungswegen mit Impulsen für Sicherheit und Fortschritt» (BRG 19.083) 

Die Lebenserwartung in der Schweiz hat sich in den letzten 100 Jahren verdoppelt. Dies insbesondere dank der biomedizinischen Forschung. Die Fortschritte in diesem Bereich haben sich in den letzten Jahren rasant entwickelt. Dieser Trend wird weitergehen, denn innovative und wirksame Durchbruchmedikamente, welche die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten verbessern oder sogar zur Heilung führen, werden mit Hochdruck entwickelt. Dank personalisierten Ansätzen und der Kombination mehrerer Medikamente können Therapien immer zielgenauer eingesetzt und bessere Resultate mit weniger Nebenwirkungen erzielt werden.  

Die Forschung in der Schweiz geniesst weltweit einen hervorragenden Ruf. Die Schweiz ist heute einer der führenden Forschungs- und Innovationsstandorte der Welt. Für unser ressourcenarmes Land ist Forschung und Innovation ein zentraler Pfeiler des Erfolgs. Es werden enorme Summen in die Schweizer Forschung investiert, damit unser Land wettbewerbsfähig bleibt. Diese Erfolgsgeschichte darf auf keinen Fall aufs Spiel gesetzt werden.  

Was die Initiative will 

Die Initiative «Ja zum Tier- und Menschenversuchsverbot – Ja zu Forschungswegen mit Impulsen für Sicherheit und Fortschritt» (BRG 19.083) wurde am 18. März 2019 von der Interessengemeinschaft Tierversuchsverbot-Initiative eingereicht. Sie fordert ein bedingungsloses Verbot von Forschung am Menschen und von Tierversuchen. Weiter fordert sie ein komplettes Handels- und Importverbot sämtlicher Produkte, die ganz oder teilweise unter Anwendung von Tierversuchen sowie durch Studien mit Patientinnen und Patienten entwickelt wurden.  

Die Folgen der Initiative für die Menschen in der Schweiz wären in vielen Lebensbereichen dramatisch. den die Initiative würde nicht nur die Erforschung neuer Medikamente, die akademische Forschung und Spitäler treffen, sondern darüber hinaus auch andere Branchen wie zum Beispiel die Chemie, die Lebensmittelindustrie und die Landwirtschaft.  

Die Annahme dieser Initiative würde sich aus den folgenden Gründen auf die Menschen in der Schweiz auswirken: 

  1. Keinen Zugang mehr für Menschen und Tieren zu neuen Medikamenten und innovativen Therapien in der Schweiz 

Durch die Annahme der Initiative würden in der Schweiz Menschen von medizinischen Durchbrüchen nicht mehr profitieren können, da diese in der Regel sowohl an Tieren und auch an Menschen auf ihre Wirksamkeit und Sicherheit geprüft werden müssen. Diese Überprüfung ist in allen Ländern gesetzlich vorgeschrieben – so auch in der Schweiz. Durch das vorgesehene Importverbot wären die Menschen in der Schweiz über Nacht auch von sämtlichen neuen Medikamenten und innovativen medizinischen Therapien aus dem Ausland abgeschnitten, da für diese fast immer Menschen- und Tierversuche durchgeführt werden. Auch bisherige Produkte würden langfristig vom Markt verschwinden, denn sobald sie beispielsweise bei einer Rezeptur- oder Anwendungsänderung erneut geprüft werden müssten, dürften sie nicht mehr verkauft werden. Die medizinische Versorgung der sowie der Patientinnen und Patienten als auch der Nutz- und Haustiere würde zusammenbrechen.

2. Keine Forschung mehr in der Schweiz  

Angewandte Forschung, aber auch die Grundlagenforschung an Universitäten wären mit einem Verbot von Menschen- und Tierversuchen in der Schweiz nicht mehr möglich. Dies kann am Beispiel von Covid-19 verdeutlicht werden: Bei Annahme der Initiative wäre es Forschern in der Schweiz nicht möglich gewesen, die Pandemie mittels Bluttests zu untersuchen und Impfstoffe und Medikamente gegen das Virus zu erforschen. Aber auch Beobachtungs- oder Verhaltensstudien, wie sie beispielsweise in der Ökonomie oder den Sozialwissenschaften üblich sind, die Ausbildung von Ärztinnen und Ärzten oder Forschung, wie sie an den Eidgenössischen Hochschulen durchgeführt werden, wären mit der Annahme der Initiative verboten. Mit der Annahme dieser Initiative, würde die Schweiz somit ihren wichtigsten Rohstoff verlieren, nämlich die Forschung und Innovation.

3. Keine klinischen Versuche mehr in der Schweiz 

Die Initiative verlangt auch ein Verbot von Forschung am Menschen und somit der klinischen Forschung. Dies führt zu einer weltweit einzigartigen Einschränkung in der Humanforschung und hätte schwerwiegende Konsequenzen insbesondere auch für Patientinnen und Patienten. Gerade in Fällen, wo es fast keine Hoffnung mehr gibt, ist die Teilnahme von Patientinnen und Patienten an experimentellen Studien der letzte Hoffnungsschimmer.
Moderne Humanforschung, wie sie heute betrieben wird, ist nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft der sicherste Weg, neue Heilmethoden zu entwickeln. Sie gehört richtigerweise zu den am stärksten regulierten und kontrollierten Forschungsfeldern weltweit, so auch in der Schweiz. Dank strengen rechtlichen Regelungen, einer weitentwickelten Forschungsinfrastruktur und einer engen Kooperation zwischen der Forschung, den Behörden und den Ethikkommissionen werden in der Schweiz bereits hohe Standards umgesetzt.

4. Kein besserer Schutz für Tiere 

Durch die Annahme der Initiative würde die Forschung nicht mehr in der Schweiz stattfinden, sondern ins Ausland verlagert werden. Dort sind die Standards zum Tierschutz sehr oft niedriger als die weltweit strengsten Standards, die heute in der Schweiz bereits gelten. Sämtliche Tierversuche müssen von unabhängigen Kommissionen bewilligt werden und werden von den Behörden und Tierschutzbeauftragen regelmässig und streng kontrolliert. Verstösse gegen die Vorschriften werden gesetzlich verfolgt und Missstände gebüsst und sofort behoben. In anderen Ländern sind die gesetzlichen Standards viel tiefer und die Kontrollen geringer.

Aber auch das Tierwohl der Haus- und Nutztiere würde mit einer Annahme der Initiative enorm abnehmen, denn auch sie würden von der medizinischen Versorgung abgeschnitten. Selbst unsere Wildtiere in der Schweiz wären mit einer Annahme der Initiative schlechter gestellt, denn sämtliche Beobachtungsstudien, die oftmals zu Beginn umfassender Wildschutzmassnahmen stehen, wären in Zukunft verboten.

Die Annahme der Initiative bringt also nicht mehr Schutz für die Tiere, sondern verschlechtert den Schutz der Tiere in der Schweiz massiv.

Die Initiative gefährdet also direkt die Gesundheit der Menschen und Tiere in der Schweiz und zerstört langfristig den Forschungs- und Innovationsstandort Schweiz. 

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Interpharma ist der Verband der forschenden pharmazeutischen Firmen der Schweiz und wurde 1933 als Verein mit Sitz in Basel gegründet.

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