Wachstumsmotor Pharmaindustrie

Die Schweizer Pharmaindustrie zeigte sich in den vergangenen Jahren in einem schwierigen Konjunkturumfeld äusserst robust und konnte ihren globalen Umsatz im Jahr 2016 weiterhin deutlich steigern. Rund die Hälfte der Exporterlöse wird in europäischen Ländern erzielt. Die hohe aussenwirtschaftliche Verflechtung zeigt, dass die Schweizer Pharmaindustrie sehr stark auf den Zugang zu den internationalen Märkten angewiesen ist. Neben den Absatzmärkten spielt auch der Zugang zu internationalen Beschaffungs- und Arbeitsmärkten eine bedeutende Rolle. Die Pharmaindustrie rekrutiert ihre Fachkräfte global, und ein substanzieller Anteil der Angestellten stammt aus europäischen Nachbarländern. Darüber hinaus profitiert die Pharmaindustrie aufgrund ihrer Forschungsintensität von der europäischen Forschungszusammenarbeit. Aus Sicht des hiesigen Pharmastandorts gilt es somit, für die längerfristige Entwicklung des Pharmastandorts Schweiz zum Freihandelsabkommen sowie zu den bilateralen Verträgen, insbesondre zum Forschungsabkommen, zur Personenfreizügigkeit und zum Abkommen über den Abbau von technischen Handelshemmnissen, Sorge zu tragen.

Frankenaufwertung hinterliess Spuren

Die starke Aufwertung des Schweizer Frankens im Jahr 2015 führte für die Schweizer Pharmaunternehmen zu einem Absinken der Gewinnmargen, da sich Währungsschwankungen bei Medikamenten mit administrierten Preisen unmittelbar in den wertmässigen Umsätzen niederschlagen. Dank weiterhin stark expandierender Absatzmengen und Effizienzsteigerungen konnte dieser Effekt kompensiert und die nominale Wertschöpfung 2015 weiter gesteigert werden. Auch 2016 setzt sich der positive Trend fort und es konnte ein Plus von 1.9 Prozent erreicht werden. Im Jahr 2016 erreichte die Bruttowertschöpfung damit einen Wert von 28.9 Milliarden Schweizer Franken. Das entspricht einem Anteil von 4.5 Prozent an der Gesamtwirtschaft und einem Anteil von 25 Prozent an der industriellen Wertschöpfung. In Bezug auf die reale Wertschöpfung konnte das Wachstum in den vergangenen beiden Jahren sogar wieder beschleunigt werden. Trotz der zunehmenden Grösse der Pharmabranche findet das Wachstum weiterhin auf einem sehr hohen Niveau statt.

Hohe Bedeutung für andere Branchen

Zur Herstellung ihrer Produkte benötigt die Pharmaindustrie als Inputfaktoren nicht nur Arbeit und Kapital, sondern auch weitere Vorleistungen in Form von Waren und Dienstleistungen aus anderen Branchen. Durch die Nachfrage der Pharmaindustrie nach diesen Vorleistungen werden dort (und bei anderen Zulieferern etc.) Arbeitsplätze generiert. Darüber hinaus profitieren Handel und Gewerbe von den Konsum­ausgaben der Angestellten in den Pharmaunternehmen. Im Rahmen einer Wirkungsanalyse wurden sämtliche relevanten Zahlungsströme, die durch die wirtschaftliche Tätigkeit der Pharmaindustrie ausgelöst werden, in einer vertikalen Integration über die gesamte Wertschöpfungskette analysiert und quantifiziert. Bezogen auf die Zahl der Arbeitsplätze (Vollzeitstellen, FTE) ergeben die Modellberechnungen einen Multiplikator von 4.2, d.h., mit jedem Arbeitsplatz in der Pharma­industrie entstehen zusätzlich 3.2 Vollzeitstellen in Unternehmen anderer Branchen, die von der Produktions- und Forschungstätigkeit der Pharmaindustrie indirekt profitieren. Im Jahr 2016 waren also neben den rund 43 000 Arbeitsplätzen direkt in der Pharmaindustrie zusätzlich rund 138 000 Arbeitsplätze bei anderen Unternehmen von den Pharmafirmen abhängig. Mit diesen zusätzlichen Arbeitsplätzen war 2016 eine Lohnsumme von rund 12.9 Milliarden Schweizer Franken verbunden. Auf 1 000 Franken Lohn in der Pharmaindustrie kommen somit durchschnittlich nochmals rund 2 200 Schweizer Franken Lohneinkommen bei Mitarbeitenden aus Unternehmen anderer Branchen.

Für die Bruttowertschöpfung ergibt sich ein Multiplikator von 1.7. Mit jedem Schweizer Franken Wertschöpfung in der Pharmaindustrie entstehen somit nochmals 70 Rappen Wertschöpfung in anderen Schweizer Branchen. In der Summe profitieren Schweizer Unternehmen aus anderen Branchen von der Produktions- und Forschungstätigkeit der Pharmaindustrie in der Höhe einer Wertschöpfung von rund 20.7 Milliarden Franken. Der gesamte direkte und indirekte Wertschöpfungsbeitrag lag 2016 bei 49.6 Milliarden Franken. Das entspricht 7.8 Prozent der gesamtwirtschaftlichen Bruttowertschöpfung.

Volkswirtschaftliche Bedeutung der Pharmaindustrie
Volkswirtschaftliche Bedeutung der Pharmaindustrie

Publikationen

Bedeutung der Pharmaindustrie für die Schweiz
Die Bedeutung von Pharmaunternehmen für die regionale Wirtschaft