Geringe Ausgaben für Medikamente

Der Anteil der Medikamente an den Gesundheitskosten ist rückläufig und lag 2013 bei 9.1 Prozent. 2012 lag er bei 9.3 Prozent, nachdem er 2010 erstmals unter 10 Prozent gesunken war und sich vorher mehrere Jahre knapp über 10 Prozent stabilisiert hatte. Insbesondere verstärkte Preisüberprüfungen von bereits in der Spezialitätenliste (SL) etablierten Medikamenten haben dazu geführt, dass der Index der Medikamentenpreise deutlich gesunken ist. Der Anteil der Ausgaben für Gesundheitsgüter ist seit 1960 auf über die Hälfte, von 24.4 Prozent auf 10.6 Prozent im Jahr 2013, zurückgegangen. Am stärksten zugenommen haben der stationäre und der ambulante Bereich, während der Medikamentenanteil in den letzten Jahren praktisch stabil geblieben ist.

Medikamente sind ein kleiner Budgetposten

Durchschnittlich geben Schweizer Haushalte 2.2% ihres verfügbaren Nettoeinkommens für Medikamente aus. Dies umfasst die gesamten Ausgaben für Medikamente. Es wird also nicht nur derjenige Anteil miteinbezogen, den die Haushalte direkt (über Selbstbehalt, Franchise oder für nicht vergütete Medikamente) bezahlen, sondern auch der über die Krankenkassen finanzierte Anteil ist darin enthalten. Die Ausgaben für Medikamente sind im Vergleich zu anderen Ausgabenposten bescheiden, so geben die Haushalte mit 2.6% des Einkommens mehr fürs Telefonieren aus.

Geringe Ausgaben für Medikamente im internationalen Vergleich

In der Schweiz wurde 2013 mit 666 US-Dollar pro Kopf (kaufkraftbereinigt) weniger Geld für Medikamente (Apotheken, selbstdispensierende Ärzte, Spital ambulant) ausgegeben als in anderen vergleichbaren Ländern wie zum Beispiel in Deutschland (678 US-Dollar) oder den USA (1026 US-Dollar). In fast allen OECD-Ländern flossen über 10 Prozent der gesamten Gesundheitsausgaben in den Arzneimittelbereich. An der Spitze lagen 2013 Italien (18.6 Prozent) und Frankreich (14.5 Prozent), wo der Anteil deutlich höher war als in der Schweiz (10.5 Prozent gemäss OECD, die eine leicht andere Berechnungsmethode verwendet als das Bundesamt für Statistik, das einen Anteil von 9.1 Prozent ausweist).