Innovative Medikamente führen zu Wachstum im Pharmamarkt

(Basel, Zug und Rotkreuz, 27. Januar 2017) Der Medikamentenmarkt in der Schweiz ist im Jahr 2016 gewachsen. Während die Zahl der abgegebenen Packungen um 0.3% auf 187.5 Millionen Einheiten zunahm, betrug das wertmässige Wachstum 4.7%. Zu Fabrikabgabepreisen wurden Medikamente im Wert von rund 5.59 Milliarden Franken verkauft. Dieser Zuwachs ist insbesondere auf neue Medikamente gegen Krebs und Autoimmunkrankheiten zurückzuführen.

2016 wurden in der Schweiz gemäss der von QuintilesIMS bei Pharmaunternehmen, Grossisten, Ärztelieferanten und Apotheken erhobenen Daten Medikamente im Wert von rund 5.59 Milliarden Franken verkauft. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Pharmamarkt damit um 4.7% gewachsen. Dieses Wachstum liegt leicht tiefer als im Jahr zuvor. Die Zahl der verkauften Packungen stieg um 0.3% auf 187.5 Millionen Einheiten. 2016 und 2015 fanden aufgrund der Überarbeitung des Systems der Medikamentenpreisbildung keine Preisüberprüfungen statt, Preissenkungen aus den Vorjahren haben das Umsatzergebnis aber mit -1.0% beeinflusst. Diese Preissenkungen wurden indes von der Einführung von neuen, innovativen Medikamenten sowie insbesondere durch einen Mengenzuwachs von tendenziell teureren Präparaten, die vor 2016 auf den Markt kamen, kompensiert. Thomas Binder, Geschäftsführer der Vereinigung Pharmafirmen in der Schweiz (vips), sagt dazu: „Ab diesem Jahr werden die regelmässigen Preisüberprüfungen wieder aufgenommen, welche Preissenkungen zur Folge haben werden. Diese werden bei der Grundversicherung zu Einsparungen führen, die sich in den kommenden Jahren stabilisierend auf das Wachstum des Pharmamarkts auswirken werden.“

Kassenpflichtiger Markt wächst stärker

Der Markt der kassenpflichtigen Medikamente, also derjenigen Präparate, die von der Grundversicherung vergütet werden, nahm im Vergleich zum Vorjahr um 5.9% auf rund 4.69 Milliarden Franken zu. Die Apotheken waren mit einem Anteil von 49.8% der wichtigste Absatzkanal, gefolgt von den Ärzten mit eigener Praxisapotheke (26.4%) und den Spitälern (23.8%). Das stärkste Wachstum wurde bei den Spitälern verzeichnet (+9.6%).

Wachstum bei den Krebsmedikamenten

Während 2015 das Marktwachstum in erster Linie auf neue, innovative Medikamente gegen Hepatitis C zurückzuführen war, trugen im letzten Jahr insbesondere Krebstherapien (+15.7%), aber auch Präparate gegen Autoimmunerkrankungen wie Multiple Sklerose (+10.3%) zum Wachstum bei. Heiner Sandmeier, Interpharma-Geschäftsführer a.i., sagt dazu: „Im Bereich der Behandlung von Krebs kamen in den letzten Monaten zahlreiche Innovationen auf den Markt, welche die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten deutlich verbessern. Diese Gruppe wird im kommenden Herbst die erste sein, deren Preise überprüft werden. Dies wird zu namhaften Einsparungen führen.“ Einen Umsatzrückgang verzeichnete 2016 die Gruppe der antiviralen Mittel (insbesondere Medikamente gegen Hepatitis C), deren Marktvolumen im Vergleich zum Vorjahr um 9.0% abgenommen hat.

Wachstum des generikafähigen Markts

Der Generikamarkt umfasste im vergangenen Jahr ein wertmässiges Volumen von 666.4 Millionen Franken oder 14.2% des kassenpflichtigen Markts. Im Vergleich zu 2015 wurden wertmässig 5.7% mehr Generika verkauft. Bei den patentabgelaufenen Originalpräparaten mit einem Marktvolumen von 707.1 Millionen Franken betrug das Wachstum gegenüber dem Vorjahr 11.5%. Der gesamte generikafähige Markt, bestehend aus Generika, patentabgelaufenen Originalpräparaten und patentabgelaufenen Medikamenten, von denen es aber keine Generika gibt, umfasste ein Volumen von fast 1.85 Milliarden Franken (+4.8%). Er machte damit rund 39.4% des gesamten kassenpflichtigen Markts aus, während der Marktanteil der patentgeschützten Medikamente bei 52.8% lag. Letztere verzeichneten gegenüber 2015 ein Wachstum von 6.6%.

Kontakt

Sara Käch, Leiterin Kommunikation Interpharma, Verband der forschenden pharmazeutischen Firmen der Schweiz, Tel. 061 264 34 14, Mobile 079 208 16 33

Thomas Binder, Geschäftsführer, vips Vereinigung Pharmafirmen in der Schweiz, Tel. 041 727 67 80, Mobile 079 321 86 90