Gesundheitsförderung wird immer wichtiger

Mit der demografischen Entwicklung und dem Zuwachs chronischer Krankheiten nimmt auch die Bedeutung von Prävention als Investition in die Gesundheit zu. In der Schweiz wurden 2013 rund 1.5 Milliarden Franken für Prävention ausgegeben, das entspricht etwa 2.2 Prozent der gesamten Gesundheitsausgaben.

Während heute Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs die häufigsten Todesursachen sind, werden in Zukunft vor allem die nicht übertragbaren chronischen Krankheiten weiter zunehmen. In der Schweiz leidet beinahe jeder Zwanzigste an Diabetes. Vor allem Diabetes des Typs II ist auf dem Vormarsch, dessen Hauptursachen Fettleibigkeit und mangelnde Bewegung sind. Zudem wird die Zahl der über 65-Jährigen gemäss den Bevölkerungsprognosen des Bundesamts für Statistik bis ins Jahr 2060 gegenüber 2010 um 53 Prozent anwachsen. Die Gruppe der über 80-Jährigen wächst sogar noch schneller: hier ist bis 2060 mit fast einer Verdreifachung zu rechnen. Das hat zur Folge, dass vermehrt alterstypische Erkrankungen prognostiziert werden. Gleichzeitig werden häufiger auch mehrere Krankheiten gleichzeitig auftreten, was langwieriger und schwieriger zu kurieren sein wird.

Investitionen in die Gesundheit

Damit das Alter in einem guten Gesundheitszustand verbracht werden kann, sind Investitionen in wirksame und effiziente Massnahmen in allen Gesundheitsbereichen - der Gesundheitsförderung, der Prävention und der kurativen Medizin - notwendig. Damit können nicht nur Krankheitsfälle vermieden, sondern auch die Pflegebedürftigkeit verhindert bzw. hinausgezögert werden. Dies ist gerade auch hinsichtlich der Kosten wichtig, da die Behandlung von Krankheiten immer teurer ist als die Investitionen für Präventionsmassnahmen. Ferner wird die Bedeutung medizinisch-therapeutischer Innovationen für eine qualitativ hochstehende und kosteneffiziente Versorgung zunehmen.

Präventionsmassnahmen werden in der Schweiz von einer Vielzahl von staatlichen und nicht-staatlichen Akteuren durchgeführt. Das vom Bundesrat im September 2009 zuhanden der eidgenössischen Räte verabschiedete Präventionsgesetz wollte Prävention und Gesundheitsförderung stärken und die schon bestehenden Aktivitäten besser koordinieren und effizienter gestalten. Nach dem Differenzbereinigungsprozess zwischen National- und Ständerat scheiterte das Gesetz in der Herbstsession 2012 schliesslich im Ständerat an der Ausgabenbremse definitiv.

Publikationen

pharma:ch 1/2008
Prävention: Investition in die Gesundheit und die Wohlfahrt eines Landes
pharma:ch 1/2011
Nationales Krebsprogramm für die Schweiz 2011–2015