Nachwuchsförderung

Als Wissens- und Wissenschaftsnation und geniesst die Schweiz in Forschungsfeldern wie den Biowissenschaften (Life Sciences), Physik, Chemie und der klinische Medizin einen hohen Beachtungsgrad. In einem Land ohne natürliche Rohstoffe haben Bildung, Forschung und Innovation eine hohe volkswirtschaftliche Bedeutung. So tragen die Life Sciences zu rund vier Prozent zur gesamtschweizerischen Wertschöpfung bei. Paradoxerweise scheint jedoch das Interesse an naturwissenschaftlichen Fächern in der Gesellschaft und an den Schulen abzunehmen, obwohl diese Gebiete entscheidend zum Wohlstand der Gesellschaft beitragen. Folglich fehlt der Wirtschaft der benötigte gut qualifizierte Nachwuchs.

Wie die Pisa-Studie 2009 zeigte, besteht zudem beim Wissensstand fünfzehnjähriger Jugendlicher in den Naturwissenschaften Verbesserungspotential. Das Interesse junger Schweizerinnen und Schweizer an den Naturwissenschaften ist eher mässig und der Anteil derjenigen, die eine naturwissenschaftliche Laufbahn einschlagen wollen, liegt unter dem OECD-Durchschnitt. Die meisten 15-Jährigen in der Schweiz finden die naturwissenschaftliche Forschung zwar generell wichtig. Der Anteil jener, für welche die Naturwissenschaften persönlich wichtig sind, ist jedoch niedriger als im OECD-Durchschnitt. Die Förderung der Naturwissenschaften im schweizerischen Bildungswesen ist deshalb umso wichtiger.

Stärkung der naturwissenschaftlichen Bildung

Im schweizerischen Schulsystem muss deshalb naturwissenschaftlichen Fächern (MINT-Fächer: Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) besondere Beachtung geschenkt und der Nachwuchs gezielt gefördert werden. Auch das hohe Niveau der schweizerischen Hochschulen muss gepflegt werden. Mit der Aus- und Weiterbildung der Lehrerschaft, interessanten Lehrmitteln und einem methodisch attraktiven Unterricht können die Naturwissenschaften unterstützt und die Jugendlichen für Fächer wie Chemie, Biologie und Physik gewonnen werden.

MINT-Förderung durch den Bund

In einem bundesrätlichen Bericht in Erfüllung mehrerer Postulate zum Thema Fachkräftemangel im MINT-Bereich bezeichnet der Bundesrat die konsequente Förderung des Technikverständnisses als unabdingbar. Er spricht sich darin auch für die Förderung des Interesses für MINT auf allen Schulstufen aus.

In den eidgenössischen Räten sind in den vergangenen Jahren mehrere Vorstösse eingereicht worden, die eine Stärkung der MINT-Fächer verlangen. In der Herbstsession 2012 hat der Ständerat als Zweitrat eine Motion von Elisabeth Schneider-Schneiter (CVP) angenommen und dem Bundesrat überwiesen, die den Bundesrat auffordert, in Zusammenarbeit mit den Kantonen die nötigen Massnahmen zu ergreifen, um die naturwissenschaftlichen Kompetenzen zu stärken.