Bildung und Forschung in der Schweiz

Das 21. Jahrhundert wird das Zeitalter der globalen Wissensgesellschaft. Individuelles und kollektives Wissen und seine Organisation werden immer stärker zur Grundlage des sozialen und ökonomischen Zusammenlebens und des Wohlstandes. Bildung, Forschung und Innovation (BFI) werden für jeden Einzelnen, aber auch für die Gesellschaft zentrale Bedeutung erhalten.

Fast 30 Milliarden Franken geben Bund, Kantone und Gemeinden jährlich für Bildung aus. Dies verdeutlicht den Stellenwert, dem gut ausgebildete, junge Menschen als unserer wichtigsten Ressource und gleichzeitig als Motor für Wirtschaftswachstum zukommt. Die Schweiz will bezüglich BFI im internationalen Vergleich weiterhin einen Spitzenplatz belegen.

Standortfaktor Hochschulsystem

Bildung und Wissenschaft sind zentrale Bestandteile einer erfolgreichen Gesamtpolitik eines Landes. Davon hängt auch der Erfolg der schweizerischen Unternehmen in der zunehmend wissensintensiven Weltwirtschaft ab. Sie sind auf hoch qualifizierte Arbeitskräfte mit ihrer Produktiv- und Innovationsfähigkeit angewiesen. Die Qualität des Schweizer Hochschulsystems ist somit ein wichtiger Standortfaktor – insbesondere für die innovativen pharmazeutischen Unternehmen, die sich in einem globalen Wissens- und Innovationswettbewerb behaupten müssen. 

In der Schweiz werden Ausgaben für Forschung und Entwicklung zum Grossteil von der Privatindustrie getragen: 2015 wurden rund 64 Prozent aller F&E-Investitionen durch die Privatwirtschaft finanziert, während Bund und Hochschulen nur gut einen Viertel der Ausgaben tätigten. Für die BFI-Politik vieler europäischer Länder ist das Lissabon-Ziel respektiv dessen Nachfolgestrategie „Europa 2020“ massgeblich. Diese sieht vor, dass bis im Jahr 2020 drei Prozent des Bruttoinlandproduktes (BIP) für Forschung und Entwicklung ausgegeben werden sollen. Finnland, Schweden und die Schweiz investieren bereits heute mehr, Österreich möchte bis 2020 gar 3.76 Prozent des BIP für Forschung und Entwicklung aufwenden, Deutschland und Frankreich 3 Prozent. Die Schweiz gab 2015 3.4 Prozent des BIP für Forschung und Entwicklung aus.

Die BFI-Botschaft

Die Botschaft des Bundesrates über Bildung, Forschung und Innovation (BFI) ist das wichtigste Planungsinstrument des Bundes im Bildungsbereich. In der Botschaft wird unter anderem die jährliche Ausgabenhöhe im BFI-Bereich festgelegt. In der Regel legt der Bundesrat den eidgenössischen Räten alle vier Jahre eine Botschaft vor. Zur besseren Abstimmung der grossen, mehrjährigen Finanzbotschaften mit der Legislaturplanung war für das Jahr 2012 der Einschub einer einjährigen Botschaft vorgesehen. Danach folgte wieder eine vierjährige Botschaft für die Jahre 2013-2016. Die Botschaft zur Förderung von Bildung, Forschung und Innovation für die Jahre 2017–2020 hat der Bundesrat im Februar 2016 vorgelegt.

Es handelt sich hierbei um folgende Botschaften:
Botschaft zur Beteiligung an den EU-Forschungsrahmenprogrammen 2014-2020
Botschaft zur Beteiligung an den EU-Bildungsprogrammen 2014-2020
Botschaft zur Förderung von Bildung, Forschung und Innovation 2008-2011
Botschaft zur Förderung von Bildung, Forschung und Innovation 2012
Botschaft zur Förderung von Bildung, Forschung und Innovation 2013-2016
Botschaft zur Förderung von Bildung, Forschung und Innovation 2017-2020