Wichtige klinische Forschung

Der medizinische Fortschritt hat nicht nur die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten erhöht, sondern auch zu wesentlich höheren Heilungs- und Überlebenschancen beigetragen. Dennoch besteht ein unverändert grosser Bedarf an Forschung. Denn unser Verständnis für viele, auch häufige Erkrankungen ist noch äusserst rudimentär.

Klinische Forschung bezeichnet ganz generell die wissenschaftliche Beschäftigung mit der Erkennung und Behandlung von Krankheiten und Gesundheitsstörungen. Im engeren Sinne wird darunter meist die Forschung verstanden, die direkt am und mit dem Patienten oder Probanden durchgeführt wird. Darunter fallen vor allem klinische Studien aller Phasen sowie epidemiologische und Fall-Kontroll-Studien als auch weite Bereiche der Versorgungsforschung. Vielfach handelt es sich bei der klinischen Forschung um klinische Versuche mit Heilmitteln.

Prämissen der klinischen Forschung

Heute findet die klinische Forschung für Therapien meist in mehreren Ländern gleichzeitig statt. Dadurch lässt sich einerseits der Einfluss von lokalen Faktoren auf das Studienergebnis gering halten. Anderseits erfordert eine klinische Studie eine ausreichend grosse Zahl von Patientinnen und Patienten. Insbesondere für eher seltene Krankheiten finden sich in einem einzelnen Land meist nicht genügend Teilnehmende. Klinische Studien werden zudem immer umfangreicher. Während die erforderliche Teilnehmerzahl früher wenige hundert betrug, sind es heute in der Regel mehrere tausend.

Allein die letzte klinische Phase, die Überprüfung an einer grossen Anzahl von Patientinnen und Patienten unter praxisnahen Bedingungen dauert heute durchschnittlich zwei Jahre, für grössere Studien entsprechend länger. Nur schon die Rekrutierung der Studienteilnehmenden nimmt meist mehr als ein Jahr in Anspruch.

Eine grosse Herausforderung für die klinische Forschung ist die unterschiedliche Regulierung in den Versuchsorten. Für multinationale Unternehmen, die klinische Studien an mehreren Orten gleichzeitig ausführen, gelten sowohl nationale als auch lokale Bestimmungen. Häufig engagiert die Pharmaindustrie zudem externe Auftragsforschungsinstitute, sogenannte Contract Research Organizations (CRO), die bei der Planung und Durchführung klinischer Studien helfen. In der klinischen Forschung werden Studienteilnehmende meist in Spitälern rekrutiert, wofür eng mit den klinischen Experten zusammengearbeitet wird.

Klinische Forschung in der Schweiz

Die Schweiz hat eine lange Tradition in der klinischen Forschung und verfügt über medizinisch hervorragende universitäre Kliniken. Dennoch ist die Zahl der in der Schweiz durchgeführten klinischen Versuche seit Jahren nicht zuletzt durch kleine Patientenzahlen, dezentrale, teils langwierige Verfahren bei den Ethikkommissionen und langsame Rekrutierung bei wachsendem internationalem Konkurrenzdruck zurückgegangen. Die hohen Kosten und die Mehrsprachigkeit sind weitere Nachteile für die Durchführung von vernetzten Forschungsvorhaben. Sie hemmen Investitionen in den hiesigen Forschungsplatz. Deshalb sind die Rahmenbedingungen für die Forschung von zentraler Bedeutung.

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© Gerd Altmann, pixelio