Neue Ansätze

Der medizinische Fortschritt hat nicht nur die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten erhöht, sondern auch zu wesentlich höheren Heilungs- und Überlebenschancen beigetragen. Dennoch besteht ein unverändert grosser Bedarf an Forschung und zusätzliche Erkenntnisse sind nötig, um weitere Fortschritte zu erzielen. Unser Verständnis über die Ursachen von vielen, zum Teil auch häufigen Erkrankungen, ist immer noch äusserst rudimentär.  Die meisten Krankheiten können heute zwar behandelt, aber nicht geheilt werden. Zudem sind die Therapien für viele Erkrankungen noch verbesserungsfähig – speziell bei Krebs, Diabetes oder neurologischen Erkrankungen. Bei Krankheiten wie Demenz und Alzheimer, die mit der alternden Gesellschaft in den kommenden Jahrzehnten noch stark an Bedeutung gewinnen werden, stehen wir noch am Anfang. Wirksamere Therapien sind nötig, welche die Krankheit stoppen oder deren Ausbruch gar verhindern können. Gelingt dies nicht, bedeutet dies eine grosse Herausforderung für unser Gesundheitswesen und die Gesellschaft.

Wohin führt die Reise?

Neue Ansätze sind also gefragt, damit in Zukunft Patientinnen und Patienten noch effektiver geholfen werden kann und wir alle möglichst lange ein gesundes und selbständiges Leben führen können. Medizinische Behandlungen an den persönlichen Bedürfnissen von Patienten auszurichten, gehört zu den zentralen Voraussetzungen einer erfolgreichen Therapie. Wichtig sind dabei zum Beispiel die individuelle Krankengeschichte, Umwelteinflüsse und persönliche Faktoren wie Alter und Geschlecht. Darüber hinaus gewinnt in der modernen Medizin eine weitere individuelle Komponente zunehmend an Bedeutung - das Erbgut der Patienten. Es gibt verschiedene Forschungsansätze, die Anlass zu Optimismus geben, dass weitere wissenschaftliche Fortschritte möglich sind. Gemeinsam ist allen, dass der Nutzen für den individuellen Patienten im Zentrum steht.

Evidence-based medicine…

… ist eine jüngere Entwicklungsrichtung in der Medizin, die fordert, dass bei jeder Behandlung patientenorientierte Entscheidungen auf der Basis der empirisch nachgewiesenen Wirksamkeit einer Therapie getroffen werden. Dieser Ansatz soll nicht nur bei Medikamenten, sondern bei allen medizinischen Leistungen zur Anwendung kommen. Ziel ist es, jeden Patienten mit der für ihn bestmöglichen Therapieoption zu behandeln.

Personalisierte Medizin…

… setzt darauf, das Wissen über die genetische Ausstattung von Patienten zu nutzen, um künftig von Beginn weg abzuwägen, ob ein Patient auf eine bestimmte Therapie ansprechen wird. Gentests, die parallel zu neuen Arzneimitteln entwickelt werden, ermöglichen bessere Diagnosen und den wirksameren Einsatz von Medikamenten. Auch unerwünschte Wirkungen lassen sich mit dem Ansatz der personalisierten Medizin reduzieren.

Remote patient monitoring (RPM)…

… bedeutet, dass neue Technologien wie etwa Telemedizin eingesetzt werden, um die Patientinnen und Patienten in ihrem gewohnten Umfeld zu unterstützen resp. besser zu betreuen. Vor allem auch bei Patienten mit chronischen Erkrankungen kann RPM helfen, die Selbständigkeit von Patienten zu wahren, Komplikationen zu vermeiden sowie die Sicherheit beim Patienten und seiner Familie zu erhöhen, weil der Erfolg der Therapie überwacht wird, ohne zusätzliche Arzt- oder Spitalbesuche zu generieren.

Dies sind nur einzelne Beispiele vielversprechender Ansätze in der Forschung und Medizin, die Anlass zu Optimismus geben. Einige haben wir zudem detaillierter in Unterkapiteln aufgearbeitet. Wohin die Reise geht, werden wir weiter eng verfolgen und über neue Erkenntnisse und wirksamere, neue Therapien für Patientinnen und Patienten laufend informieren.

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© Stephanie Hofschlaeger, pixelio