Medikamentenbezug und Gewinnmöglichkeiten

Unverändert kommt für die Stimmberechtigten an erster Stelle infrage, ihre Medikamente bei den Apotheken zu beziehen (94%, –3) (Grafik 15).

Zwei Drittel (66%, –5) finden auch die Ärztinnen und Ärzte als Medikamentenabgabestelle in Ordnung. Seit mehreren Jahren nimmt der Anteil jedoch schrittweise ab.

Alle anderen Vertriebsformen sind zumindest umstritten: Der rückläufige Trend scheint bei den Drogerien zumindest kurzfristig gestoppt (46%, +3). Volatil hat sich in den letzten Jahren vor allem der Postversand von Medikamenten gezeigt (41%, +9). Nach einem Hoch 2015 und einem darauffolgenden Tief 2016 hat sich der Wert wieder eingemittet. Schwankend ist auch die Bereitschaft, Medikamente in normalen Einkaufsläden zu beziehen (23%, –9).

Neben den Pharmaproduzenten (82%, –3) sollen auch die Apotheken (72%, +5) am Verkauf von Medikamenten profitieren dürfen. Auf tiefem Niveau zugenommen hat die Akzeptanz von Gewinnen bei Ärztinnen und Ärzten (33%, +10) und beim Postversand (30%, +10).

Der Kostendruck soll aus Bevölkerungssicht jedoch nicht auf die Medikamentenwahl durchschlagen (Grafik 16).

Eine knapp absolute Mehrheit (52%, +9) ist der Meinung, dass das geeignetste Medikament verschrieben werden soll, ohne Rücksicht auf die Kosten. Weniger als ein Viertel (23%, –11) votiert für ein nicht zu teures Medikament. Das zeigt sich auch an der Aussage, dass das günstigste Medikament nicht immer das geeignetste sei, die von 81 Prozent (+9) gestützt wird.

Zudem würde seit 2015 eine Mehrheit von 52 Prozent (±0) das Originalmedikament einem Generikum vorziehen, wenn die freie Wahl besteht. Bis 2012 präferierte jeweils eine klare Mehrheit das Nachahmerprodukt. Nichtsdestotrotz glauben fast zwei Drittel (65%, +8), dass die Gesundheitskosten gesenkt werden könnten, wenn nur noch das günstigste wirkstoffgleiche Medikament von den Krankenkassen vergütet würde.

Bezug Medikamente
Grafik 15: Bezug Medikamente
Haltung Medikamentenabgabe
Grafik 16: Haltung Medikamentenabgabe