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SARS
Sequenzierung
SNP 
Somatische Gentherapie 
Spongiforme Enzephalopathie
Stammzellen
Stammzellen, totipotente
Stammzellen, pluripotente
Stammzellen, embryonale
Stammzelllinie
Stammzelltherapie
Stoffwechselkrankheit
Syphilis
Systembiologie

 

SARS
Die Virusinfektion Sars (Schweres Akutes Respiratorisches Syndrom) trat erstmals Ende 2002 in der südchinesischen Provinz Guangdong auf. Die neuartige, atypische Lungenentzündung wird durch einen neuen Stamm des Coronavirus verursacht. Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO (Statistik vom 1. November 2002 bis 10. Juli 2003) sind mehr als 800 Menschen weltweit der Krankheit zum Opfer gefallen, mehr als 8000 haben sich infiziert. Die Mehrheit der Fälle trat in Asien auf.

Sequenzierung
Schrittweises Bestimmen der Abfolge der verschiedenen Grundbausteine in einem Molekül. Wird u.a. angewendet, um genetische Information zu entziffern oder um die Aminosäuren folge in Proteinen zu identifizieren. Die komplette DNA-Sequenz des Genoms für sich allein erlaubt noch nicht deren komplette Interpretation. Der genetische Code beschreibt lediglich die Beziehung zwischen DNA- und Aminosäurensequenz und damit dem Protein. Anhand der Gensequenz allein lassen sich die Struktur und Funktion eines Proteins nicht genau vorhersagen. Mit der Entschlüsselung des Genoms verschiedener Modellorganismen und des Menschen fängt deshalb die Arbeit erst an, nämlich die Suche nach der Funktion, Regulation und Interaktion der Gene und ihrer Produkte.

SNP
"SNIPS" (SNP (engl.) = Single Nucleotide Polymorphisms) stellen eine Abweichung in nur einem Nucleotid der Gensequenz dar (=Punktmutation). Sie tragen zur Einzigartigkeit jedes Individuums bei und stellen die molekularbiologische Grundlage des Polymorphismus dar. SNPs' sind im menschlichen Genom sehr häufig. Diese Variationen zwischen verschiedenen Individuen können nach dem heutigen Stand der Wissenschaft sowohl für unterschiedliche Schweregrade der Krankheitsausprägung als auch für unterschiedliche Reaktionen des Organismus auf Medikamente verantwortlich sein. (siehe auch Pharmakogenomik)

Somatische Gentherapie
Bei der somatischen Gentherapie, geht es darum, die Funktion defekter Gene im Körper zu korrigieren, um den Körper anzuregen, gewisse Krankheiten (z.B. Erbkrankheiten wie Cystische Fibrose) auf dem Niveau des Erbgutes zu behandeln und zu heilen. Bei einer somatischen Gentherapie werden die eingeschleusten Gene nicht an die Nachkommen weitervererbt.
Die somatische Gentherapie umfasst zwei Vorgehensweisen:

  • Bei einer werden die therapeutischen Gene direkt in die Zellen des Patienten eingebracht.
  • Weit häufiger entnehmen die Mediziner aber dem Patienten zunächst Zellen, übertragen die entsprechenden Gene im Labor und setzen die veränderten Zellen dem Patienten wieder ein.

Heute beschäftigen sich noch etwa ein halbes Dutzend klinischer Forschungsgruppen in der Schweiz mit der somatischen Gentherapie. Neben bestimmten Erfolgen herrscht weltweit gesehen auf dem Gebiet der somatischen Gentherapie aber auch eine gewisse Stagnation aufgrund der schwerwiegenden Nebenwirkungen, die bei zwei behandelten Patienten aufgetreten sind.

Spongiforme Enzephalopathie
Schwammartige, krankhafte Hirnveränderung (BSE (beim Rind), Creutzfeldt-Jacob-Krankheit (beim Menschen)), Prionenerkrankungen.

Stammzellen
Stammzellen können durch Teilung und Mehrung sich selbst erneuern und sie können zu verschiedenen Zelltypen mit unterschiedlichen, spezifischen Funktionen ausreifen. Wenn sich eine Stammzelle teilt, kommt es bei einigen ihrer Nachkommen zur Differenzierung, das heisst, sie spezialisieren sich zu einem ganz bestimmten Zelltyp. Die übrigen Nachkommen dagegen bleiben Stammzellen.

Stammzellen, totipotente
Zellen mit der Fähigkeit, einen kompletten Organismus aufbauen zu können, nennt man totipotent (vom lateinischen "zu allem fähig"). Nach dem heutigen Wissensstand besitzt eine befruchtete Eizelle bis zum 8-Zellen-Stadium (nach 3 Zellteilungen) Totipotenz. Das heisst, jede der acht Zellen hat für sich alleine das Potenzial, sich zu einem kompletten Organismus entwickeln zu können.

Stammzellen, pluripotente
Auf dem Weg der Embryonalentwicklung spezialisieren sich die Zellen immer mehr und ihre Differenzierungsfähigkeit nimmt entsprechend immer weiter ab. Spätestens nach dem 8-Zellen-Stadium sind die einzelnen Zellen nicht mehr "zu allem fähig" (totipotent), aber immer noch "zu vielem fähig" (vom lateinischen pluripotent). Die Blut bildenden Stammzellen unseres Knochenmarks zum Beispiel produzieren die gesamte Palette der Blutzellen, also die roten und weissen Blutkörperchen sowie die Blutplättchen.

Stammzellen, embryonale
Von den pluripotenten Stammzellen haben die embryonalen Stammzellen die grösste Differenzierungsfähigkeit. Sie können sich einzeln in alle unterschiedlichen Gewebe eines Menschen entwickeln, jedoch nicht zu einem kompletten Organismus. Embryonale Stammzellen lassen sich heute auf drei Wegen gewinnen:

  • Primordiale Keimzellen (Vorläuferzellen von Ei- und Samenzellen(embryonic germ cells) werden aus frühzeitig abgegangenen oder abgetriebenen Feten isoliert und zu Stammzellen weiterentwickelt.
  • Man isoliert sie aus der inneren Zellmasse von Blastozysten (Embryo im 100-Zellen-Stadium), die zum Beispiel bei In-vitro-Fertilisationen (Reagenzglasbefruchtungen) überzählig geworden sind. Man transferiert den Kern einer Körperzelle in eine entkernte Eizelle, die sich zur Blastozyste weiterentwickelt, aus der die embryonalen Stammzellen dann isoliert werden. Diese Methode eröffnet die Möglichkeit, genetisch mit dem Erbgut eines Patienten identische Zellen oder Gewebe zu züchten (therapeutisches Klonen), d.h. sie werden nach der Transplantation vom Immunsystem des Patienten nicht abgestossen.

In der Schweiz ist die Forschung an menschlichen Embryonen und deren Stammzellen verboten während die Forschung mit sogenannten Stammzelllinien erlaubt ist.

Stammzelllinie
In Kultur vermehrte Stammzellen mit klar zuweisbarem Ursprung. Weil die Stammzellen in-vitro während längeren Zeiträumen vermehrt werden können, ohne dass sie ihre Eigenschaften verändern, ist es möglich, dass in verschiedenen Labors dieser Welt an Stammzellen des selben Typs, also an der selben Stammzelllinie geforscht wird. Stammzelllinien können unterschiedliche Charakteristiken aufweisen. Weltweit sind nur wenige Stammzelllinien verfügbar. (siehe auch Stammzellenforschungsgesetz)

Stammzellentherapie
Durch die besonderen Fähigkeiten von Stammzellen wird angestrebt, geschädigte Gewebe oder Organe durch passende Zellen zu reparieren bzw. zu ersetzen. Stammzellen haben zwei besondere Fähigkeiten. Erstens können sie sich durch Teilung und Mehrung selbst erneuern. Zweitens können sie zu verschiedenen Zelltypen mit unterschiedlichen, spezifischen Funktionen ausreifen, also zum Beispiel zu fertigen Herz-, Muskel- oder Leberzellen. Es ist durchaus vorstellbar, dass man eines Tages bei Patienten, die einen Herzinfarkt erlitten haben, das geschädigte Herzgewebe durch Stammzelltransplantation wird erneuern können. Auch die Züchtung von Inselzellen der Bauchspeicheldrüse zur Behandlung der Zuckerkrankheit oder von Knorpelzellen, um durch Arthritis zerstörtes Gelenkgewebe wieder aufzubauen, ist denkbar. Was für Herz und Gelenke noch wie Zukunftsmusik tönt, ist für das Blut bildende System bereits seit langem Realität. In Europa wurden in den vergangenen zehn Jahren mehr als 100'000 Transplantationen der Blut bildenden Stammzellen durchgeführt (Knochenmarkstransplantationen), um zum Beispiel Blutkrebs zu behandeln.

Stoffwechselkrankheit
Unter Stoffwechselkrankheiten versteht man die genetisch bedingten und erworbenen krankhaften Abweichungen bei Stoffwechselvorgängen (Stoffwechselstörungen) wie zum Beispiel Fettsucht, Gicht, Zuckerkrankheit (Diabetes). Sie werden häufig durch einen Enzymmangel, bzw. eine mangelhafte Enzymaktivität verursacht. Viele dieser Störungen brechen bereits kurz nach der Geburt oder während des Kleinkindalters aus. Aber einige manifestieren sich auch erst in höherem Lebensalter.

Syphilis
Syphilis ist eine sexuell übertragbare Krankheit (Geschlechtskrankheit), die durch das Bakterium Treponema pallidum übertragen wird. Sie heißt auch Lues, harter Schanker oder Franzosenkrankheit. Der medizinische Fachausdruck ist neben Syphilis auch Lues venerea, wörtlich etwa: die Liebesseuche. Syphilis verläuft in mehreren Stadien und war früher wegen der Erkrankung des Nervensystems im vierten Stadium gefürchtet. Seit der Entdeckung der Antibiotika kann man sie gut behandeln. Ohne Therapie führt sie oft zu chronischem Leiden und Tod.

Systembiologie
Die Systembiologie befasst sich mit der Analyse ganzer biologischer Systeme. Sie untersucht gezielt alle Komponenten und deren Wechselwirkungen auf der Ebene der Gene, Proteine, biochemischen Reaktionen und physiologischen Prozessen. Für dieses ganzheitliche Verständnis benötigt die Systembiologie einen interdisziplinären Ansatz. Dazu arbeiten Fachleute verschiedener Fachbereiche wie Biologie, Medizin, Chemie, Physik, Informatik und Statistik eng zusammen. Die so gewonnenen Informationen werden dann in dynamische Computermodelle integriert. Diese Modelle versuchen, die Eigenschaften des Systems zu simulieren und vorrauszusagen, wie es auf mögliche Störungen (z. B. Krankheiten) reagieren wird.

Interpharma, Verband der forschenden pharmazeutischen Firmen der Schweiz, Petersgraben 35, 4003 Basel