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P Patent Patentierung von Leben Patentrecht Parallelimport Pathogen PCR Penizillin Phagen Pharmakologie Pharmakogenetik Plasmid Präimplantationsdiagnostik Pränatale Diagnose Präsymptomatische Gentests Prävention Prionen Prionenkrankheiten Protease Proteine Proteomik Pseudo Krupp
Patent Patente sind Schutzrechte des geistigen Eigentums und sollen Forschung und Innovation fördern. Patente schützen Investitionen, denn ein Patent erlaubt es dem Erfinder, seine Erfindung während einer beschränkten Zeit zu schützen und andere von der kommerziellen Nutzung auszuschliessen. Der Erfinder erhält ein Patent als Gegenleistung dafür, dass er sein Wissen in einer Beschreibung offen legt. Damit erhalten andere Forscher ebenfalls Zugang zum neuen Wissen, was den wissenschaftlich-technischen Fortschritt fördert.Patente werden heute meist international eingereicht. Beispielsweise kann das Europäische Patentamt ein Patent erteilen, das für alle Länder gilt, die der Europäischen Patentkonvention angeschlossen sind - und damit auch für die Schweiz. Um den Patentschutz zu erlangen, müssen folgende Bedingungen erfüllt sein:
- Neuheit: Eine Erfindung darf vorher noch nie beschrieben worden sein.
- Das Patent muss auf einer erfinderischen Tätigkeit beruhen. Oder anders ausgedrückt: Der Erfindung muss eine Idee zugrunde liegen, die auch für Fachleute nicht nahe liegt. Blosse Entdeckungen sind nicht patentierbar.
- Das Patent muss gewerblich anwendbar sein. Der Gegenstand des Patentes muss einen technischen Charakter besitzen und kann daher in einem Gebiet der Industrie oder der Landwirtschaft genutzt werden.
- Ein Patent wird nicht erteilt, falls eine Erfindung nicht im öffentlichen Interesse ist, gegen Anstand und öffentliche Sitte verstösst oder als unethisch beurteilt wird.
Rechtlich geschützt werden biotechnische Erfindungen bereits seit über 150 Jahren. Das erste Patent für einen lebenden Organismus erteilten finnische Behörden am 24. Juli 1843 für einen Hefestamm.
Patentierung von Leben Der Begriff "Patentierung von Leben" ist missverständlich. Es geht nicht darum, Leben zu patentieren, sondern um eine spezielle Eigenschaft, die in einem Tier durch ein gentechnisches Verfahren eingepflanzt wurde.
Patentrecht Das Patentrecht stellt sicher, dass die Patentierung von Erfindungen nicht zu einseitigen Monopolen oder Abhängigkeiten führt oder die Forschung behindert:Im Sinne einer Gegenleistung für das ihm eingeräumte Patentrecht ist der Inhaber verpflichtet, die Erfindung bereits im Zeitpunkt der Patentanmeldung zu offenbaren und für eine Fachperson nachvollziehbar zu erklären. Auf Grund dieser Verpflichtung besitzt die interessierte Öffentlichkeit die Möglichkeit, den aktuellen Stand der Entwicklung in der Forschung zu kennen und über Sinn und Unsinn einer allfälligen kommerziellen Nutzung einer bestimmten Erfindungen zu diskutieren. Die Benützung der Erfindung zu Forschungszwecken ist trotz Patentierung uneingeschränkt möglich (sog. Forschungsprivileg); Gleiches gilt in Bezug auf den Privatgebrauch. Die gesetzliche Massnahme der Zwangslizenz fördern die freiwillige Lizenzvergabe. Nach Ablauf der Patentschutzdauer kann jedermann die Erfindung frei (kommerziell) benützen.Das Patentrecht stellt somit ein Gleichgewicht zwischen den Interessen der Patentinhaber, den weiteren forschenden Kreisen und der Öffentlichkeit her.
Parallelimport Waren werden parallel importiert, wenn sich die Preise identischer, patentgeschützter Güter von Land zu Land stark unterscheiden. Für Händler besteht dann ein Anreiz, Waren in einem Niedrigpreisland einzukaufen, in ein Hochpreisland zu importieren und dort zu verkaufen. Stammt das Produkt ursprünglich aus dem Land, in das zurückimportiert wird, so spricht man auch von Re-Import. Gründe für die unterschiedlich hohen Preise finden sich beispielsweise durch Kaufkraftunterschiede oder verschiedenen Lebensgewohnheiten bei unterschiedlichem Angebot und unterschiedlicher Nachfrage. In der Wintersession 2008 entschied das eidgenössische Parlament beim Systementscheid über die Erschöpfung im Patentrecht einen Systemwechsel von der nationalen zur regionalen Erschöpfung vorzunehmen, womit der Parallelimport patentgeschützter Produkte aus dem EU-Raum künftig erlaubt wird. Parallelimporte für patentgeschützte Produkte mit staatlich festgesetzten Preisen bleiben jedoch weiterhin verboten. Der Parallelimport von patentabgelaufenen Medikamenten ist in der Schweiz hingegen zugelassen. Rund 40 Prozent des Medikamentenmarktes, d.h. rund zwei Milliarden Franken sind demnach für Parallelimporte als potentieller Markt zugänglich (siehe Dossier Parallelimporte).
Pathogen Eine Krankheit verursachend.
PCR PCR ist die Abkürzung von Polymerase Chain Reaction (Polymerase-Kettenreaktion) und bezeichnet ein Verfahren, um sehr kleine Spuren von DNS zu vervielfältigen. Mit Hilfe der Polymerase-Kettenreaktion können rasch grosse Mengen spezifischer Desoxyribonukleinsäure (DNA)-Abschnitte synthetisiert werden, ohne dass dazu eine Vermehrung lebender Zellen notwendig ist. Diese Vervielfältigung löst das Problem, dass genetisches Material oft nur in äusserst geringen Mengen vorliegt und sich so einem direkten Nachweis oder einer Analyse entzieht. Inzwischen hat die PCR auf dem Gebiet der Infektionskrankheiten, bei der Verträglichkeitsprüfung von Organspenden und Knochenmark-Transplantationen, in der Diagnostik genetisch determinierter Erkrankungen einschliesslich Krebs aber auch in der Gerichtsmedizin bei der Abklärung einer Täterschaft oder einer Vaterschaft und in der Lebensmitteltechnik zu richtungsweisenden Analysemöglichkeiten geführt.
Penizillin Natürlich vorkommendes Antibiotikum. Penizillin war das erste Antibiotikum, das bereits 1928 von Alexander Flemming entdeckt wurde. Er beobachtete beinahe zufällig, dass eine Substanz eines bestimmten Schimmelpilzes das Wachstum von Bakterien hemmt. Bis das Penizillin als Medikament entwickelt war und zum Einsatz kam, dauerte es noch bis in die vierziger Jahre.
Phagen Viren, die ausschliesslich Bakterien befallen. Phagen, mit der vollständigen Bezeichnung Bakteriophagen genannt, sind für die Gentechnik als Genfähren interessant.
Pharmakologie Lehre von den Wirkungen der Stoffe auf den Organismus. Sowohl natürliche als auch synthetische Stoffe gehören ins Gebiet der Pharmakologie.
Pharmakogenetik Die Pharmakogenetik beschäftigt sich mit den erblichen Unterschieden in der Reaktion von Patienten auf Arzneistoffe. Durch pharmakogenetische Untersuchungen werden unerwünschte Nebeneffekte von Arzneimitteltherapien minimiert sowie eine bessere Einschätzung der Verträglichkeit und Wirksamkeit von Medikamenten möglich. Die unterschiedlichen Reaktionen beruhen häufig auf genetischen Varianten (Polymorphismen, SNPs) eines am Arzneimittel-Abbau beteiligten Stoffwechselenzyms, eines Transportproteins oder eines Rezeptors.
Plasmid Kleines ringförmiges Stück DNS bakteriellen Ursprungs, das zur selbstständigen Vermehrung innerhalb eines Wirtsorganismus fähig ist. Die meisten gentechnischen Experimente werden an und mit Plasmiden ausgeführt.
Präimplantationsdiagnostik Präimplantationsdiagnostik (PID) bezeichnet Untersuchungen, die Paaren mit Kinderwunsch erlauben, bei einem durch In-Vitro-Fertilisation erzeugten Embryo bestimmte Erbkrankheiten und Besonderheiten in Chromosomen zu erkennen. Die Untersuchung der Embryonen findet vor der Übertragung in die Gebärmutter der Frau statt. Im Gegensatz zur Pränataldiagnostik setzt Präimplantationsdiagnostik nicht erst in der Schwangerschaft an und führt damit zu keinem Schwangerschaftsabbruch, wenn ein Befund vorliegt, dass der Embryo Träger einer genetischen Krankheit ist. In vielen Ländern Europas ist die Präimplantationsdiagnostik erlaubt. In der Schweiz ist sie seit Inkrafttreten des Fortpflanzungsmedizingesetzes am 1. Januar 2001 verboten. Im Februar 2009 gab der Bundesrat einen neuen Vorschlag zur Änderung des Fortpflanzungsmedizingesetzes in die Vernehmlassung, der Präimplantationsdiagnostik in sehr eingeschränktem Rahmen ermöglichen würde. Die Botschaft an das Parlament soll in der zweiten Hälfte 2010 überwiesen werden.
Pränatale Diagnose Die Möglichkeit, zu einem frühen Zeitpunkt der Schwangerschaft durch gezielte Ultraschalluntersuchungen oder durch eine Amniozentese (Fruchtwasseruntersuchung in der 16. Woche) Informationen über die Entwicklung des Embryos zu erhalten. Bei der Amniozentese werden die kindlichen Zellen aus dem Fruchtwasser untersucht. Erfassbar sind vor allem Chromosomenaberationen wie z.B. das Down-Syndrom durch eine Chromosomenanalyse, Stoffwechseldefekte durch biochemische Enzymanalysen und Neuralrohrdefekte (offene Wirbelsäule) durch die Bestimmung der alpha-Fetoprotein-Konzentration.
Präsymptomatische Gentests Mit Hilfe der präsymptomatischen Diagnostik können gewisse Krankheitsveranlagungen festgestellt werden, lange bevor Symptome erkennbar sind. Sie dienen der Abklärung, ob eine bestimmte genetische Abweichung (siehe auch genetische Untersuchungen) in einem Embryo, einem Kind oder einem Erwachsenen vorliegt, die später zu einer Erkrankung führen kann. Die präsymptomatischen Diagnostik ist dann sinnvoll, wenn man Anlageträgern angemessene medizinische und andere Massnahmen zur Verbesserung der Lebensqualität und -erwartung anbieten kann. Das Vorhandensein einer genetischen Veranlagung muss jedoch nicht in jedem Fall zu einem Ausbruch der Krankheit führen. Zu wissen, dass man, wenn auch "nur" mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit, erkranken wird, kann allerdings sehr belastend sein. Vor allem, wenn es sich um eine nicht behandelbare Krankheit handelt, die zu schwerster Behinderung oder gar zum Tod führt.
Prävention Unter Prävention fallen Aktivitäten, die zum Ziel haben, Krankheiten oder Unfälle zu verhindern, ihre Wahrscheinlichkeit zu minimieren oder zu verzögern. Mit Primärprävention wird versucht, das Auftreten einer Krankheit zur verhindert. Dazu zählen beispielsweise Kampagnen für Nichtrauchen, Bewegung oder gesunde Ernährung. Mit Sekundärprävention soll verhindert werden, dass Symptome einer bisher nur ansatzweise aufgetreten Krankheit nicht chronisch werden, respektive dass die Krankheit nicht vollständig ausbricht (Früherkennung). So sollen etwa Personen, die zu einer Risikogruppe gehören und beispielsweise übergewichtig sind oder Bluthochdruck haben, vor einem Herzinfarkt geschützt werden. Mit Tertiärprävention wird versucht, die Folgeschäden bei einer bereits voll ausgebrochen Krankheit zu verhindern bzw. zu minimieren. Rehabilitation wird teilweise auch als Tertiärprävention bezeichnet.
Prionen (Von engl. Proteinaceous infectious particles). Proteine, die aus dem Gewebe mit spongiformer Enzephalopathie infizierter Menschen oder Tiere isoliert wurden, und die als infektiöse Krankheitsauslöser angesehen werden. BSE , Creutzfeldt-Jacob-Krankheit .
Prionenkrankheiten Prionenerkrankungen treten beim Tier und beim Menschen auf. Je nach Spezies wird die Krankheit unterschiedlich benannt:
- Mensch: CJD (Creutzfeldt Jakob Disease)
- GSS (Gerstmann Sträussler Syndrome)
- Rind: BSE (Bovine Spongiforme Encephalopathy)
- Schaf: Traberkrankheit (engl: Scrapie)
- Hirsch und Elch: CWD (Chronic Wasting Disease)
Die Krankheit ist übertragbar und zeichnet sich durch eine langsame Degeneration des Zentralnervensystems aus, die unweigerlich zum Tode führt. Zwischen dem Zeitpunkt der Infektion und dem Auftauchen der ersten klinischen Symptome vergeht typischerweise eine sehr lange Zeitspanne: 3-4 Jahre beim Schaf, 3-7 Jahre beim Rind und über 10 Jahre beim Menschen. Die Krankheit führt dann in der Regel innerhalb von wenigen Monaten zum Tode.
Protease Enzym, das andere Proteine zerschneidet. Solche "Protein-Scheren" dienen entweder dem Abbau (zum Beispiel Pepsin im Magen-Darm-Trakt) oder der Aktivierung von Proteinen (zum Beispiel Thrombin bei der Blutgerinnung). Gentechnisch hergestellte Proteasen werden auch in modernen Waschmitteln eingesetzt, die Fette und Eiweisse abbauen. Dadurch ergibt sich die Möglichkeit, bei niedrigeren Temperaturen zu waschen.
Proteine Eiweiss zu deren Aufbau 20 verschiedene Aminosäuren zur Verfügung stehen.Die Proteine zeichnen sich durch eine enorme Vielfalt in Struktur und Funktionen aus. Der menschliche Organismus enthält Tausende von Proteinen, welche die verschiedensten Aufgaben erfüllen. Proteine bestimmen u.a. Form und Struktur von Zellen, dienen der molekularen Erkennung, übernehmen Transportfunktionen und steuern als Enzyme den Stoffwechsel.
Proteomik Das Ziel der Proteomik ist die Bestimmung aller Proteine eines Organismus. Unter Proteomik versteht man die Analyse aller Proteine einer Zelle oder eines Organes. Dabei geht es nicht nur darum Funktion aller Proteine sondern auch die Interaktionspartner eines Proteins zu identifizieren. Protein-Protein Interaktionen spielen bei fast allen biologischen Prozessen eine essentielle Rolle. Pseudo Krupp Bei "Pseudo-Krupp" bewirken in den meisten Fällen Viren eine entzündliche Schleimhautanschwellung im Kehlkopfbereich. Seltener spielen Bakterien eine Rolle. Die Erkrankung tritt bei Kindern im Alter zwischen 6 Monaten und 6 Jahren, vorwiegend jedoch im zweiten Lebensjahr auf: Der Kehlkopf ist dann noch sehr eng und die Schleimhaut reagiert auf akute Entzündungen besonders heftig. Es treten Heiserkeit, gelegentlich auch Stimmlosigkeit und ein trockener, bellender oder brüllender Husten auf. Dieser Husten kann sich steigern und es setzt - typisch für eine Atembehinderung im Kehlkopfbereich ein pfeifendes, ziehendes, juchzendes oder auch brummendes Geräusch bei der Einatmung ein.
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