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G

Gen
Gendiagnose
Gene Pharming
Genetik
Genetischer Code
Genetische Untersuchung
Genom
Genomics, Genomik
Gentechnik
Gentechnisch hergestellte Medikamente
Gentechnisch veränderter Organismus (GVO)
Gentechnologie
Gentherapie
Gentests
Gentransfer
Gesundheitsdossier
GLP (Good Laboratory Practice)
GCP (Good Clinical Practice )
GMP (Good Manufactoring Practice)
Grauer Star
GVO

 

Gen
Gene sind die Grundelemente der Vererbung. Gene sind definierte DNS-Abschnitte, die den Code für ein Protein oder ein RNS-Molekül enthalten. Die Gesamtheit aller Gene nennt man Genom.

Gendiagnose
Die Entschlüsselung des menschlichen Erbguts ermöglicht der Wissenschaft immer tiefere Einblicke in das komplexe Zusammenspiel zwischen Erb- und Umweltfaktoren und ein immer besseres Verständnis von Gesundheit und Krankheit. Mit den Methoden der Gendiagnostik wurde zusehends erkannt, dass individuelle genetische Merkmale für die Entstehung und den Verlauf der meisten Krankheiten mit- oder sogar hauptverantwortlich sind. Selbst die Anfälligkeit gegenüber Krankheitserregern oder die Wirksamkeit von Medikamenten werden durch unsere Gene mitbeeinflusst. Zusammen mit der Entwicklung von Gentests führt dieses Wissen zu neuen Möglichkeiten im Bereich der Diagnose, der Prävention und der Therapie von genetisch bedingten Krankheiten. Die Anwendungspalette genetischer Untersuchungen ist sehr breit. Infektionserreger wie z.B. das HI-Virus lassen sich mit Gentests rasch und zuverlässig diagnostizieren, Straftäter mit genetischen Fingerabdrücken überführen, Katastrophenopfer identifizieren und umstrittene Vaterschaften abklären. Bei vorgeburtlichen Untersuchungen dient die so genannte Präimplantationsdiagnostik dazu, dass Eltern, die von einem schweren Erbleiden betroffen sind, bei einem In-Vitro erzeugten Embryo bestimmte Erbkrankheiten und Besonderheiten in Chromosomen erkennen. Zudem lassen sich heute mit Gentests Krankheiten feststellen, lange bevor sich entsprechende Anzeichen bemerkbar machen (Präsymptomatische Gentests). Die pharmazeutische Forschung sucht nach neuen Medikamenten, welche die individuellen genetischen Eigenschaften der Patienten mitberücksichtigen. Massgeschneiderte Medikamente und individuelle Dosierungen werden in Zukunft entscheidend dazu beitragen, schwere Nebenwirkungen zu reduzieren. Überdies wird die Entwicklung von DNA-Chips, mit denen eine Vielzahl von Genen gleichzeitig überprüft werden kann, den Fortschritt der medizinisch-genetischen Diagnostik weiter beschleunigen.

Gene Pharming
Züchtung transgener Tiere, mit dem Zweck, menschliche, pharmazeutisch wirksame Proteine zu gewinnen. Z.B. die Züchtung transgener Ziegen, deren weibliche Tiere mit ihrer Milch das menschliche Antithrombin III ausschütten.

Genetik
Genetik ist die Vererbungslehre. Die klassische Genetik befasst sich mit den Regeln der Vererbung von Merkmalen vor bei Organismen. Die Molekulargenetik erforscht die grundlegenden Regeln der Vererbung auf dem molekularen Niveau (DNS), Protein. Die angewandte Genetik beschäftigt sich u.a. mit der Züchtung besonders ertragreicher, wirtschaftlich vorteilhafter Pflanzen und Tiere. Diese Form der Genetik ist sehr alt. Der Mensch hat durch gezielte Auswahl und Neukombination von Saatgut besonders ertragreiche Einzelpflanzen gezüchtet und damit seine Ernährungsbasis massiv ausgeweitet. In gleicher Weise ging er bei der Tierzucht vor.

Genetischer Code
Universelle Zellsprache aller Lebewesen (ausser gewissen Einzellern, die sich entwicklungsgeschichtlich früh abgespalten haben) auf dem Niveau der Erbinformation, der DNS. Je drei Grundbausteine in bestimmter Folge auf der DNS codieren für einen, diesem Code zugeordneten, Grundbaustein in einem Protein. Grundbausteine der Proteine sind die Aminosäuren.

Genetische Untersuchung
Unter genetischen Untersuchungen werden zytogenetische und molekulargenetische (siehe auch Gentest) Untersuchungen am Menschen zur Abklärung ererbter oder während der Embryonalphase erworbener Eigenschaften des Erbguts sowie alle weiteren Laboruntersuchungen verstanden, die unmittelbar darauf abzielen, solche Informationen über das Erbgut zu erhalten. Dabei geht es vor allem um Eigenschaften, die mit menschlichen Krankheiten assoziiert sind.
Genetische Untersuchungen beim Menschen tragen zur Diagnostik, Prävention und Therapie bisher unheilbarer Krankheiten bei. Sie ermöglichen es zudem, Krankheitsveranlagungen vor dem Auftreten klinischer Symptome (präsymptomatisch) zu entdecken. Sie werfen deshalb heikle ethische, psychische und soziale Fragen auf. Das neue Bundesgesetz über genetische Untersuchung beim Menschen legt allgemeine Grundsätze für genetische Untersuchungen fest, insbesondere dass niemand wegen seines Erbgutes diskriminiert werden darf, und regelt die Anwendung in den verschiedenen Bereichen.
Angesichts der Komplexität genetischer Untersuchungen und der Schwierigkeiten bei der Interpretation ihrer Ergebnisse sollen genetische Untersuchungen grundsätzlich nur von Ärztinnen und Ärzten veranlasst werden können. Die Kenntnisse über das Erbgut des Menschen haben in den letzten Jahrzehnten explosionsartig zugenommen und zu neuen Analysemethoden geführt. Dabei geht es hauptsächlich darum, die für Krankheiten und Behinderungen (mit)verantwortlichen Gene zu finden. Daneben kann mittels der Erstellung eines DNA-Profils auch die Abstammung einer Person festgestellt oder eine Person identifiziert werden.

Über den Stand der Gesetzgebung können Sie sich im Politdossier (Gendiagnostik-Gesetz) informieren.

Genom
Die Gesamtheit der Erbinformationen eines Lebewesens nennt man Genom. Das menschliche Genom ist aufgeteilt in 2 mal 23 verschiedene Chromosomen.

Genomics, Genomik
Genomforschung. Die funktionelle Genomik will aufklären, welche Funktionen die entschlüsselten Gene im Organismus haben und wie sie reguliert werden. Die Genomforschung ("Genomik") zählt zu den Bereichen, an die die größten Hoffnungen auf innovative Medikamente und Gesundheitsstrategien geknüpft werden. Gegenstand der modernen Genomik ist die Charakterisierung und Sequenzierung des Genoms, also der Gesamtheit der Erbinformation in einer Zelle. Dabei wird auch die Beziehung zwischen Genaktivität und Zellfunktion erforscht. Mit anderen Worten: Die Genomik ermöglicht uns zu verstehen, welche Bereiche des Erbguts für verschiedene Lebensfunktionen verantwortlich sind und wie Prozesse in einem gesunden oder kranken Körper ablaufen.
Treten nun Veränderungen im Erbgut auf, können diese normalen Prozesse gestört werden - eine häufige Ursache für Erkrankungen. Daher gehen bedeutende Impulse vor allem von der Identifikation von Genen aus, die bei der Entstehung von Krankheiten eine zentrale Rolle spielen. Auf dieser Grundlage können dann gezielt Wirkstoffe zur Behandlung oder zur Vorbeugung entwickelt werden.

Gentechnik
Gentechnik bezeichnet die Wissenschaft, die sich mit der Untersuchung, der Isolierung und der Neukombination von Erbmaterial befasst. Der Umgang mit der Gentechnik ist in der Schweiz in der Bundesverfassung geregelt. Durch die intensive Arbeit vieler Forscherinnen und Forscher ist es mit Hilfe der Gentechnik gelungen, das menschliche Genom zu entschlüsseln. Nun versuchen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler das Zusammenspiel der Gene in unseren Zellen zu verstehen.

Gentechnisch hergestellte Medikamente
Dies sind solche Medikamente, bei denen die medizinisch wirksame Substanz auf gentechnischem Weg produziert wird, denn auch mit modernsten, chemischen Verfahren können therapeutisch wirksame Eiweissstoffe wegen ihres komplexen Aufbaus nicht hergestellt werden. Ihre Gewinnung aus menschlichen (oder tierischem) Blut oder Gewebe ist selten möglich und birgt Risiken der Verunreinigung mit Krankheitserregern (HIV, Hepatitis-Viren, Prionen etc). Daher werden die Gene für dieses Eiweissstoffe in Bakterien oder höhere Zellen übertragen, die in geschlossenen Systemen (Fermentern) grosse Mengen der wertvollen Wirkstoffe bilden. Ein Beispiel ist das menschliche Insulin (Humaninsulin), bei dem das Insulin-Gen, also die Bauanleitung für dieses Protein, in einen Mikroorganismus eingeführt wird. Dieser produziert dann das menschliche Insulin. Neben Human-Insulin wird seit 1984 erfolgreich auch das menschliche Wachstumshormon zur Therapie eingesetzt. Gentechnisch hergestellte Medikamente werden z.B. angewandt gegen Blutgerinnsel bei Herzinfarkten und Schlaganfällen (tPA), gegen Blutarmut (Erythropoietin), zur Therapie verschiedener Krebsleiden (Interferone und monoklonale Antikörper), der Bluterkrankheit (Gerinnungsfaktor VIII) oder der Cystischen Fibrose (DNase) und der Zuckerkrankheit (Humaninsulin). Der Krankheitsverlauf von Multipler Sklerose kann durch ein gentechnisches Medikament (Interferon) verzögert werden. Zurzeit sind in der Schweiz bereits 60 gentechnisch hergestellte Medikamente und  16 Impfstoffe von der IKS zugelassen.

Gentechnisch veränderter Organismus (GVO)
Ein Organismus ist gentechnisch verändert, wenn ihm mit gentechnischen Methoden ein Fremd-Gen übertragen wird. Einer Maispflanze beispielsweise kann das bakterielle Gen gegen Larvenfrass übertragen werden, sodass diese Maispflanze in ihrer Erbsubstanz auf eine Weise verändert wird, die auf natürlichem Weg nicht möglich wäre. Im Zusammenhang mit Lebensmitteln kann es sich bei GVO aber nicht nur um Pflanzen, sondern auch um Mikroorganismen wie Bakterien oder Pilze handeln.

Gentechnologie
Gentechnologie ist ein Teilgebiet der Molekularbiologie und der Biotechnologie, das sowohl die theoretischen Aspekte als auch die praktischen Methoden (Gentechnik, Genchirurgie) umfasst, durch die Gene und deren Regulatoren isoliert, analysiert, verändert und wieder in Organismen eingebaut werden. Gentechnologie umfasst, wie wir sie heute verstehen, all jene Techniken und Arbeitsstrategien, bei welchen in gezielter Weise in das Erbgut eingegriffen wird. Zur Gentechnologie gehören damit alle gezielten Veränderungen und Übertragungen von Erbgutmolekülen, aber auch die Strukturabklärungen im Bereich des Erbgutes. Das Jahr 1973 gilt als Geburtsjahr der Gentechnologie. Damals wurde von den Amerikanern Stanley Cohen und Herbert Boyer erstmals ein Bakterium gentechnisch verändert. Bei diesem ersten Klonierungsexperiment wurde eine Antibiotikaresistenz gentechnisch übertragen.

Gentherapie
Mit einer Gentherapie werden Krankheiten mit Erbfaktoren behandelt. Sie wurde entwickelt, um schwere Erbkrankheiten zu behandeln, die durch ein defektes Gen verursacht werden. Dabei wird eine gesunde Version des für die Erbkrankheit verantwortlichen Gens in die kranken Körperzellen hineingeschleust, wo es die Funktion des defekten Gens ersetzt. Bei der Gentherapie kann man zwischen somatischer Gentherapie und Keimbahn-Genthrapie unterscheiden. Die somatische Gentherapie richtet sich auf Körperzellen (somatische Zellen), deren Erbgut nicht an die nächstfolgenden Generationen weitergegeben wird. Ihre Wirkung beschränkt sich damit auf das behandelte Individuum. Bei der Keimbahntherapie würden hingegen Zellen behandelt, die genetische Informationen von einer Generation auf die nächste weitergeben. Die Reparation würde dann vererbt. Die Keimbahntherapie stösst vor allem in Europa auf strikte Ablehnung und ist auf Verfassungsstufe ausdrücklich verboten. Das im Januar 2002 in Kraft getretene Heilmittelgesetz und seine Ausführungsverordnungen regelt u. a. auch Versuche der somatischen Gentherapie. Zuständig für die Bewilligung von Versuchen der Gentherapie am Menschen ist das Schweizerische Heilmittelinstitut Swissmedic, das ein Dossier seinerseits dem Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL), dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) sowie der EFBS zur Stellungnahme unterbreitet. Für eine Bewilligung braucht es ausserdem die Zustimmung der lokalen Ethikkommission. Heute beschäftigen sich in der Schweiz etwa ein halbes Dutzend klinischer Forschungsgruppen in der Schweiz mit der somatischen Gentherapie.

Gentests
Gentests beinhalten eine Überprüfung der Patienten-DNS auf eventuelle erbliche Krankheiten oder die genetische Veranlagung für eine bestimmte Erkrankung( siehe auch genetische Untersuchungen und Gendiagnose). Mit der kompletten Sequenzierung und Identifizierung des menschlichen Genoms können auch mehrere Krankheiten, die genetisch bedingt sind, noch besser durch Gentests erfasst werden. In der Schweiz ist ein neues Gesetz in der Beratung, das die Regelung der genetischen Tests am Menschen regelt sowie den Missbrauch verhindern soll.

Gentransfer
Der Gentransfer bezeichnet die Übertragung von Genen. In der Gentechnik wird damit meist die Übertragung einzelner Gene von einem Spender- auf einen Empfängerorganismus bezeichnet. Dabei ist der vertikale und der horizontale Gentransfer zu unterscheiden. Um Fremd-Gene in einen Organismus zu transportieren benötigt man in der Regel einen so genannten Vektor (Genfähre); meist Viren oder Plasmide.

Gesundheitsdossier
Gemäss Definition des Bundesamts für Gesundheit bezeichnet das elektronische Patienten- oder Gesundheitsdossier die Sammlung medizinischer Daten einer Person, die unabhängig von Ort und Zeit präsentiert werden kann. Das elektronische Patientendossier kann unter anderem Operations- und Austrittsberichte, wichtige Laborbefunde sowie Röntgenbilder und digitale Daten anderer Untersuchungen enthalten. Kliniken und medizinische Fachpersonen sollen mit Zustimmung der Patientinnen und Patienten einen geregelten Zugriff auf das elektronische Patientendossier erhalten.

GLP (Good Laboratory Practice)
Alle Experimente, mit denen eine Substanz vor dem Einsatz beim Menschen im Labor geprüft wird, müssen in Planung und Durchführung den Prinzipien der Guten Laborpraxis entsprechen. Dabei geht es beispielsweise darum nachzuweisen, dass mit den gewählten Messmethoden tatsächlich die Effekte erfasst werden, die untersucht werden sollen. Verbindlich vorgeschrieben sind regelmäßige Kontrollen, durch die ein gleichbleibend hoher Qualitätsstandard bei der Versuchsdurchführung sichergestellt ist.

GCP (Good Clinical Practice )
Empfehlung der OECD für die klinische Prüfung von Wirksubstanzen. Dabei werden wesentlich komplexere Vorschriften wirksam, die in den Richtlinien zur Guten Klinischen Praxis zusammengefasst sind. Die Aufklärungs- und Fürsorgepflicht gegenüber Patienten und Probanden ist im GCP-Katalog genauso detailliert beschrieben wie die Verantwortlichkeit derjenigen, die eine klinische Prüfung durchführen. Genau festgelegt ist nicht nur, welcher Beteiligte was auf welche Weise dokumentieren muss, sondern auch, wie mit den erhobenen Daten umzugehen ist und wie lange sie aufzubewahren sind.

GMP (Good Manufactoring Practice)
Empfehlungen der OECD für die sachgerechte Herstellungspraxis von Arzneimitteln. Die Richtlinien betreffen die Absicherung aller Arbeitsgänge, die Vermeidung von Verwechslungen, die Vermeidung von Verunreinigungen, die Produktionshygiene, die Qualitätskontrolle und die Dokumentation von Herstellung und Kontrolle.

Grauer Star
Grauer Star nennt man die meist altersbedingte Trübung der Augenlinse. Weltweit werden jährlich drei Millionen Patienten an grauem Star operiert. Dabei wird das getrübte Innere der Augenlinse entfernt und durch eine künstliche Linse ersetzt. Die Operation vereinfacht sich durch den Einsatz von gentechnisch hergestellter Hyaluronsäure, die früher aus Tausenden von Hahnenkämmen gewonnen werden musste. Durch die Hyaluronsäure kann das Gewebe wieder gestrafft werden. Der Chirurg kann so schneller, einfacher und präziser arbeiten.

GVO
GVO ist die Abkürzung für "gentechnisch veränderter Organismus".

Interpharma, Verband der forschenden pharmazeutischen Firmen der Schweiz, Petersgraben 35, 4003 Basel