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A

Abstossung
ADA-Mangel
AIDS
Allergen
Allergie
ALS
Alzheimer Krankheit
Aminosäuren
Antibiotika
Antigen
Antikörper
Asthma
Autoimmunkrankheit

 

Abstossung
Bei jeder Übertragung von Zellen oder Gewebe von einer Person zu einer anderen prüft das Immunsystem ob es sich um fremdes oder eigenes Zellmaterial handelt. Erkannt werden fremde Zellen und Organe durch Moleküle auf der Zelloberfläche: die so genannten Histokompatibiltäts-Antigene. Diese Oberflächenstrukturen bestehen aus Zuckerketten, die an Proteinen verankert sind, und unterscheiden sich von Mensch zu Mensch. Nur eineiige Zwillinge, die ja genetisch identisch sind, tragen die gleichen Antigene. Um die Abstoßungsreaktion nach einer Transplantation zu unterbinden, nutzen die Mediziner so genannte Immunsuppressiva, das sind Medikamente, die die Immunabwehr dämpfen. Die Abstoßung beruht auf der Erkennung der fremden Antigene des Transplantates durch die Zellen des Empfängerimmunsystems (host versus graft reaction).

ADA-Mangel
Adenosindesaminase-Mangel ist eine schwere, sehr seltene Immunkrankheit (eins auf 100 000). Sie beeinflusst den Stoffwechsel gewisser weisser Blutkörperchen, den T-Lymphozyten. Kinder mit diesem Mangel müssen in keimfreier Umgebung, d.h. in sterilen Zelten leben, weil sie über keinerlei Abwehrstoffe verfügen. ADA-Mangel wird durch ein einziges in seiner Funktion gestörtes Gen verursacht. Ohne Behandlung sterben die betroffenen Säuglinge sehr früh. Unter der Voraussetzung, dass passende Spender zur Verfügung stehen, können einige wenige Patienten durch Knochenmarkstransplantation geheilt werden. Zuvor ist allerdings eine Chemotherapie nötig, die alle Stammzellen im Knochenmark abtötet. Eine andere Möglichkeit der Behandlung liegt in der Gentherapie. Anderson und Blaese führten 1990 die erste erfolgreiche gentherapeutische Behandlung von ADA-Mangel durch, indem sie die defekten T-Zellen aus dem Blut der Patientinnen entnahmen und in vitro diese korrekturbedürftigen Zellen mit dem intakten ADA-Gen ausstatteten, danach wurden diese T-Zellen durch Infusion den Patientinnen wieder zugeführt.

AIDS
Das Wort "Aids" steht für die englische Bezeichnung "Acquired Immunodeficiency Syndrome", zu deutsch "Erworbenes Immunschwächesyndrom". Bei einer Immunschwäche ist die Abwehrfähigkeit des Körpers gegenüber Krankheitserregern vermindert. Eine fortgeschrittene Immunschwäche kann zu verschiedenen schweren Erkrankungen und zum Tod führen. Das gleichzeitige Auftreten verschiedener Krankheitserscheinungen wird in der Medizin als "Syndrom" bezeichnet. Aids ist die Spätfolge einer Infektion mit dem HI-Virus ("Human Immunodeficiency Virus" (HIV) oder "Menschliches Immunschwäche-Virus"). Die Wissenschaft teilt den Verlauf einer HIV-Infektion in verschiedene Stadien ein. Mit Aids wird jenes Stadium bezeichnet, bei dem das Immunsystem stark beeinträchtigt ist und sich bestimmte, schwerwiegende und zum Teil lebensbedrohliche Infektionskrankheiten und Tumore entwickeln. Dank der Anwendung antiretroviraler Kombinationstherapien ist die Zahl aidsbedingter Todesfälle in den vergangenen Jahren stark zurückgegangen (siehe AIDS-Statistik). Während 1994 in der Schweiz noch über 600 Menschen an AIDS starben, waren es im Jahr 2007 nur noch 34 AIDS-Tote. Bei einem grossen Teil der HIV-infizierten Personen können hochwirksame Medikamente die Krankheitsprogression stark verlangsamen. Dank der seit 1996 angewandte Dreier-Kombinationstherapie bestehen gute Chancen, dass sich eine bereits erworbene Immunschwäche zurückbildet oder dass sich - bei rechtzeitigem Therapiebeginn - ihr Auftreten viele Jahre hinauszögert. Aber diese positiven Nachrichten werden von Berichten über Medikamentenresistenzen getrübt. Daher ist weitere, intensive medizinische Forschung nötig, um neue Medikamente zu entwickeln. Ausserdem haben die Medikamente viele Nebenwirkungen. So ist die beste AIDS-Behandlung eine Gratwanderung zwischen einer hohen Behandlungsdosis und einem noch erträglichen Mass an Nebenwirkungen.

Allergen
Allergene sind Stoffe, die bei (dazu entsprechend veranlagten) Personen Allergien auslösen können. Allergene können in Pollen, Tierhaaren, Insektenstichen, Hausstaubmilben, tierischen und pflanzlichen Produkten aller Art vorkommen. Bei Allergenen, die in Nahrungsmitteln vorkommen, handelt es sich zumeist um bestimmte Eiweiße von hohem Molekulargewicht. Ein allergenes Lebensmittel kann mehrere Allergene haben; so sind etwa bei Soja über zehn verschiedene Allergene identifiziert. Viele dieser allergene Eiweiße sind inzwischen in Datenbanken dokumentiert. Zusatzstoffe sind in der Regel keine Allergene; sie führen eher zu Unverträglichkeiten oder Pseudoallergien.

Allergie

Eine Allergie ist eine Überreaktion des Immunsystems. Auslöser sind bestimmte Stoffe (Allergene), die der Körper als fremd und daher als potentiell gefährlich wahrnimmt. Die Immunabwehr setzt ein und es kommt zu einer Fehlregulation und zu einer starken Ausschüttung pharmakologisch wirksamer Substanzen, vor allem Histamine. Die Symptome allergischer Erkrankungen sind individuell sehr unterschiedlich: etwa Juckreiz, Hautrötung, Schwellung der Schleimhäute und in Extremfällen kann es sogar zu einem lebensbedrohlichen anaphylaktischen Schock kommen. Man unterscheidet zwei häufige Allergieformen. Sie werden nach dem Zeitpunkt ihres Auftretens Soforttyp- und Spättyp-Allergie genannt. Die übrigen Allergieformen sind eher selten. Das wichtigste bei der Allergiebehandlung ist die Vermeidung der allergieauslösenden Substanzen. Durch verschiedene Medikamente (Antihistaminka, Kortisone) kann die Reaktion des Körpers auf die Allergie unterdrückt werden. Diese Medikamente müssen regelmässig eingenommen werden, da sie nicht die Ursache der Allergie bekämpfen, sondern nur die Symptome unterdrücken. Durch die Hyposensibilisierung wird versucht, den Körper weniger empfindlich gegen den Auslöser zu machen. Dabei wird die allergieauslösende Substanz in sehr verdünnter Konzentration unter die Haut gespritzt oder geschluckt. Im Verlauf der Behandlung wird die Konzentration dieser Substanz gesteigert. Dadurch soll der Körper eine Toleranz entwickeln.

ALS (Amyothrophe Lateralsklerose)
Die amyotrophe Lateralsklerose ist eine Krankheit, bei der diejenigen Nervenzellen geschädigt werden, welche für die Steuerung der Muskeln (Motoneurone) verantwortlich sind. Es sind dabei Nervenzellen betroffen, die vom Gehirn ins Rückenmark ziehen, sowie ausserdem solche, die vom Rückenmark zum Muskel ziehen. Man nennt sie je nach ihrer Lage und Funktion "obere Motoneurone" (leiten vom Hirn zum Rückenmark) und "untere Motoneurone" (leiten vom Rückenmark zum Muskel). Beide zusammen sind für die Umsetzung einer beabsichtigten Bewegung mit den dazu erforderlichen Muskelkontraktionen unbedingt notwendig. Bei der ALS sterben beide Arten von Motoneuronen ab. Im Krankheitsverlauf werden immer mehr Zellen geschädigt. Die Krankheit ist bis heute unheilbar. Es kommt zu einer zunehmenden Schwächung der Muskulatur, bis zu kompletten Lähmungen. Der Verlust an unteren Motoneuronen führt zudem zu Muskelschwund (d.h. die Muskelgrösse nimmt ab: "Muskelatrophie"). Gleichzeitig beginnen sich einzelne Muskelfasern unkontrolliert zusammenzuziehen, sodass es zu kleinen Zuckungen im Inneren der Muskeln kommt. Um diese Krankheit zu bekämpfen, entwickelte eine Forschungsgruppe um Professor Aebischer zwei Zell-Linien aus Nagern, die eine Substanz herstellen, welche das Nervenwachstum fördert. Damit die Zellen zwar ihre Aufgaben erfüllen können aber nicht vom Immunssystem abgestossen werden, müssen sie vom übrigen Organismus teilweise abgeschirmt werden. Dazu umhüllt man die Zellen mit einer halbdurchlässigen Membran, die zwar den therapeutischen Wirkstoff nicht daran hindert, in den Körper zu gelangen, die das Transplantat aber dennoch genügend vor den Angriffen des körpereigenen Immunsystems schützt. Die wenigen Versuche, die bis jetzt an Menschen durchgeführt wurden, lassen noch kaum Aussagen darüber zu, ob dieser Therapieansatz den Zustand der Patienten verbessert. Es konnte aber nachgewiesen werden, dass im Vergleich mit der bisherigen medikamentösen Therapie die Menge des benötigten Wachstumsfaktors deutlich reduziert werden kann, wenn dieser über das eingekapselte Zelltransplantat direkt am Wirkort am Rückenmark eingebracht wird.

Alzheimer Krankheit
Nach Alois Alzheimer, Neurologe und Psychiater, benannte Gehirnerkrankung unbekannter Ursache, bei der es zur allmählichen Auflösung der Grosshirnrinde kommt. Im Allgemeinen beginnen die ersten Anzeichen von Alzheimer mit 65 Jahren oder später. Oft werden die ersten Symptome für normale Zeichen des Alterns gehalten. Über die Jahre hinweg verschlimmern sich die Symptome jedoch. Die Alzheimer-Krankheit oder "Demenz vom Alzheimer-Typ" zeichnet sich vor allem durch eine Abnahme des Gedächtnisses aus, die zum Totalverlust der Urteilsfähigkeit und Persönlichkeit des Kranken führen kann. Die Alzheimerdemenz ist die häufigste Störung der Hirnfunktion im hohen Alter (rund ¼ der 85-jährigen). Im fortgeschrittenen Stadium ist das Gedächtnis fast vollständig erloschen und der Patient in so hohem Grade pflegebedürftig, dass eine Heimeinweisung notwendig wird.
Hauptverantwortlich für die Alzheimer Krankheit ist das beta Amyloid-Protein. Es verursacht durch seine Ablagerungen im Grosshirn die so genannten Plaques, die für die Zerstörung von Hirngewebe verantwortlich sind. An transgenen Mäusen wird nun, untersucht, welches die molekularen Ursachen der Krankheit sein könnten. Die transgenen Mäuse weisen die typischen Merkmale der Alzheimer Krankheit in ihren Gehirnen auf. Es gibt derzeit keine Behandlung der Alzheimer-Krankheit, die diese wirklich heilt und den Verlust der Nervenzellen aufhalten oder umkehren könnte. Doch gibt es verschiedene medikamentöse Möglichkeiten, die Auswirkungen von Alzheimer zu verzögern, abzuschwächen oder erträglicher zu machen.

Aminosäuren
Die Bausteine der Proteine. Es gibt 20 verschiedene Aminosäuren. In den Genen im Zellkern ist festgeschrieben, in welcher Abfolge die Aminosäuren wie zu einer Kette aneinander gehängt werden, um ein Protein zu bilden.

Antibiotika
Mit dem Penicillin sind erstmals die natürlichen Stoffwechselprodukte (oder deren halb- und vollsynthetische Nachbildung) von Bakterien, Aktinomyzeten, Pilzen, Flechten, Algen sowie einigen höheren Pflanzen in die Behandlung von Infektionskrankheiten eingeführt worden. Sie töten krankheitserregende Mikroorganismen (Bakterien) ab. Immer mehr Erreger werden gegen viele Antibiotika unempfindlich. Besonders ausgeprägt ist dieses Problem in Spitälern. Weil es sehr viele verschiedene Krankheitserreger gibt, die gegen viele Antibiotika resistent sind, ist es wichtig, möglichst rasch herauszufinden, um welchen Erreger es sich genau handelt, und welches Antibiotikum eingesetzt werden kann. In klassischen Zellkulturen dauert dies zu lange. Mithilfe der Gentechnik ist es möglich geworden, einen Erreger rasch und zweifelsfrei zu diagnostizieren, auch wenn nur wenige Zellen zur Verfügung stehen. Die eindeutige Identifizierung erfolgt heute über das Erbgut der Krankheitserreger. Schon nach wenigen Stunden liegen die Resultate vor, wenn man ein bestimmtes diagnostisches Verfahren, die so genannte Polymerase-Kettenreaktion (PCR-Methode) anwendet.

Antigen
Molekül, das vom Immunsystem als fremd erkannt wird. Praktisch jede Substanz kann als Antigen wirken, aber körpereigene Substanzen werden in der Regel vom Immunsystem nicht angegriffen. Antigene rufen die Bildung von Antikörpern hervor.

Antikörper
Körpereigene Proteine, Abwehrstoffe des Immunsystems, die zum Abfangen eingedrungener Fremdstoffe (Antigene) dienen.

Asthma
Asthma heisst, aus dem griechischen übersetzt, erschwertes Atmen.
Bei Bronchialasthma (Asthma bronchiale) reagiert die Schleimhaut der Bronchien mit einer Entzündung. Ausgelöst wird diese durch einen Reizstoff, der mit der Atemluft in die Bronchien gelangt. Die Schleimhaut schwillt an, wird vermehrt durchblutet und setzt verschiedene Botenstoffe frei. Die Botenstoffe führen zur Verkrampfung und Überempfindlichkeit des Bronchialsystems. Der Betroffene reagiert mit Atemnot, weil der Luftstrom durch die verengten Bronchien erschwert ist. Zusätzlich ist durch die Schleimhautschwellung der Durchmesser der Bronchien verkleinert. Ein weiterer Mechanismus, der zur Behinderung der Atmung führt, ist der zähe Schleim, der durch die Entzündung gebildet wird. Er führt zu vermehrtem Hustenreiz.
Heute kann Asthma sehr gut behandelt werden. Dabei basiert die Therapie des Asthmas auf 3 Säulen:

  1. Der Vermeidung der Allergeninhalation.

  2. Der Inhalation von Medikamenten gegen die Bronchialverkrampfung.

  3. Der Inhalation von Medikamenten gegen die Bronchialentzündung.

In der Schweiz sind heute über 100'000 Kinder und 400'000 Erwachsene von Asthma betroffen, Tendenz steigend.

Autoimmunkrankheit
Das Immunsystem schützt uns eigentlich von fremden Eindringlingen wie Bakterien, Viren und anderen krankheitserregenden Organismen; doch nicht selten kommt es vor, dass sich das Immunsystem gegen uns selber richtet. Manchmal ist der Unterschied zwischen «selbst» und «fremd» so klein, dass das Immunsystem irregeleitet wird. Das Immunsystem beginnt also aus noch ungeklärten Gründen körpereigene Strukturen anzugreifen  Ein bekanntes und häufiges Beispiel sind be- stimmte Formen der Zuckerkrankheit (Diabetes). Bei dieser  Krankheit zerstört das Immunsystem mit der Zeit diejenigen Zellen in der Bauchspeicheldrüse, die das Hormon Insulin bilden. Ohne Insulin kann der Blutzuckerspiegel nicht auf einem gesunden Niveau gehalten werden. Weitere Beispiele: rheumatoide Arthritis, Multiple Sklerose.

Interpharma, Verband der forschenden pharmazeutischen Firmen der Schweiz, Petersgraben 35, 4003 Basel