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Home > Politik > Schweizer Pharmamarkt > Medikamente sparen Gesundheitskosten

Medikamente sparen Gesundheitskosten

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In der Kostendiskussion erhalten in der Regel vor allem die Arzneimittel eine überproportionale Aufmerksamkeit. Seit langem machen Medikamente zwar nur rund 10 Prozent der gesamten Gesundheitskosten aus, schlagen jedoch bei den Krankenkassen mit rund 20 Prozent der Ausgaben zu Buche. Ein internationaler Vergleich zeigt, dass in der Schweiz pro Kopf deutlich weniger Geld für Medikamente ausgegeben wird als in vergleichbaren Ländern. Mit 1,7 Prozent sind die Medikamentenausgaben im Vergleich mit anderen Ausgabenposten der privaten Haushalte gering.

Der Anteil der Medikamente an den Gesundheitskosten hat sich 2007 mit 10.3 Prozent auf tiefem Niveau stabilisiert. Diese Kosten sind hauptsächlich auf neue, wirksamere und in der Regel verträglichere Medikamente zurückzuführen. Den Mehrausgaben für neue Medikamente stehen jedoch Minderausgaben in anderen Bereichen (Spital, Arzt, Pflege) gegenüber. Dank neuen Medikamenten können Patienten beispielsweise teilstationär oder gar zu Hause behandelt werden, statt teure Spitalbetten zu füllen. Gemäss einer Studie von Frank Lichtenberg (USA) werden im Krankenhaus für jeden Dollar, welcher zusätzlich für Medikamente ausgegeben werden, 3.65 Dollar eingespart.

In der Schweiz leiden rund 350'000 Menschen an Diabetes, doch mindestens 100'000 wissen nichts von ihrer Erkrankung. Frühe Diagnostik und Behandlung wären bereits heute möglich und könnten vielen Betroffenen gefährliche Komplikationen wie Herzinfarkt, Amputationen oder Blindheit ersparen oder sie lange hinauszögern. Deshalb ist es fragwürdig, die Aufnahme neuer Medikamente in die Kassenpflicht noch aufwändiger und langwieriger zu machen. Es sollen alle am medizinischen Fortschritt teilhaben können, nicht nur wer vermögend ist.

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