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Qualitätsorientierung

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Nach der neuen Studie von Prof. Elizabeth Olmsted Teisberg zum schweizerischen Gesundheitswesen ist die vorherrschende Diskussion um die steigenden Gesundheitskosten fehlgeleitet. Das Augenmerk der Gesundheitspolitik müsse sich vielmehr auf die Steigerung des Patientennutzens richten und sich an der Qualität der Ergebnisse ("outcomes") orientieren, so die Ökonomin. Gemäss Teisberg würde sich eine solche Neuausrichtung auf den Patientennutzen auch finanziell lohnen, denn eine gesunde Bevölkerung koste weniger als eine kranke. Zwar sei dafür eine Neuorientierung in der Versorgung nötig, es brauche jedoch keinen grundlegenden Systemwechsel im Gesundheitswesen, so Teisberg.

In der Studie werden für die Schweiz acht konkrete Empfehlungen entwickelt, die ein nutzenorientiertes Gesundheitswesen ermöglichen: 

  1. Die Stärken des heutigen Systems (obligatorische Krankenversicherung mit Kopfprämien und Prämienverbilligung für einkommensschwache Personen) sollen als gute Reformgrundlage beibehalten werden.
  2. Die Messung und die Veröffentlichung risikobereinigter Ergebnisse nach ärztlichen Teams und Diagnosen als erste Reformpriorität vorantreiben.
  3. Der Bund soll Ergebnismessungen aktiv unterstützen, indem er die Entwicklung der Messungen fordert und fördert.
  4. Spitäler und Ärzteteams sollen die Gesundheitsversorgung nach Diagnosen und über den ganzen Behandlungszyklus hinweg organisieren.
  5. Krankenversicherer sollen in zwei Bereichen miteinander konkurrieren: Beim Patientennutzen und bei der Messung der Gesundheit ihrer Mitglieder nach Behandlungsergebnissen.
  6. Reformen sollen die Eigenverantwortung des Einzelnen für seine Gesundheit fördern, nicht die Kostenverlagerung auf die Versicherten.
  7. Die Entwicklung elektronischer Gesundheitsdossiers (E-Health), die dem Versicherten gehören und von ihm kontrolliert werden, soll gefördert werden.
  8. Die Förderung des kantonsübergreifenden Wettbewerbs zwischen den Leistungserbringern führt zu einem besseren Qualitäts- und Ergebnisvergleich auf nationaler Ebene.

Einige Empfehlungen von Elizabeth Teisberg sind in der Schweiz ansatzweise in Planung. So laufen etwa im Bereich E-Health Bestrebungen, bis 2015 alle Patientendaten elektronisch zu erfassen. Anfangs April 2008 präsentierte Gesundheitsminister Pascal Couchepin die neue Versichertenkarte als erster Schritt hin zum elektronischen Patientendossier. Unter dem «Projekt eHealth» erhalten alle Bürgerinnen und Bürger anstelle der Krankenkassenkarte einen national einheitlichen Versichertenausweis mit Name, Geburtsdatum, der neuen AHV-Nummer sowie der Versichertennnummer. Diese Karte müssen Patienten beim Arzt, im Spital oder in der Apotheke vorweisen. Das Speichern wichtiger medizinischer Daten ist jedoch freiwillig. Die neue Karte soll gemäss Bundesamt für Gesundheit (BAG) helfen, Doppelspurigkeiten, Fehler und Verluste zu vermeiden. Die Verordnung über die Anforderungen an die Versichertenkarte ist seit 1. April 2008 in Kraft.

Die Studie «Nutzenorientierter Wettbewerb im schweizerischen Gesundheitswesen: Möglichkeiten und Chancen» können Sie in deutscher oder englischer Sprache in der Infobox (rechte Spalte) elektronisch herunterladen oder gratis in deutscher Sprache unter Publikationen bestellen.

Weiter zu Vertragsfreiheit und Managed Care

Nutzenorientierter Wettbewerb im schweizerischen Gesundheitswesen: Möglichkeiten und Chancen
E. Teisberg, Juli 2008

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Opportunities for Value-Based Competition in Swiss Health Care
E. Teisberg, July 2008

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Interpharma, Verband der forschenden pharmazeutischen Firmen der Schweiz, Petersgraben 35, 4003 Basel