| 08/02/2012 | Anteil der Medikamente an Gesundheitskosten weiter gesunken | |
| 20/01/2012 | Preisregulierungen bei Medikamenten wirken nachhaltig | |
| 25/11/2011 | Gemeinsam gegen Medikamente mit schmutziger Vergangenheit | |
| 22/09/2011 | Erster Jarhesbericht zur Tierschutzcharta der Pharmaindustrie | |
| 15/09/2011 | Die Pharmaindustrie bleibt Schweizer Wachstumsmotor | |
| 15/09/2011 | Gesundheitsausgaben vermindern Krankheitskosten | |
| 31/08/2011 | Pharmaindustrie führend in der nationalen Forschung und Entwicklung | |
| 22/06/2011 | Seltene Krankheiten sollen kassenpflichtig sein | |
| 24/02/2011 | Neuauflage der Publikation Gesundheitswesen Schweiz | |
| 18/02/2011 | Amgen als neues Mitglied von Interpharma | |
| 24/01/2011 | Medikamentenmarkt 2010: Rückgang um 1,3% | |
| 21/12/2010 | Preisregulierungen zeigen Wirkung | |
| 08/12/2010 | Ambivalente Haltung zu Managed-Care | |
| 26/11/2010 | Managed Care am Beispiel von Diabetes - Bessere Behandlung und Entlastung für die Patienten |
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| 24/11/2010 | santésuisse und Interpharma lancieren Diskussion um Nutzenbewertung | |
| 19/08/2010 | Pharmaindustrie investiert stark in den Forschungsstandort Schweiz | |
| 16/07/2010 | Pipeline der Gesundheit in Basel zu Gast | |
| 24/06/2010 | Ambivalente Haltung gegenüber Managed-Care-Modellen | |
| 20/06/2010 | Pharmaindustrie setzt neue Massstäbe beim Schutz von Labortieren | |
| 17/02/2010 | Ausgaben für Medikamente sind stabil | |
| 09/02/2010 | Nachwuchs in den Naturwissenschaften muss gefördert werden | |
| 01/02/2010 | Pharmaindustrie begrüsst Verfassungsartikel über die Forschung am Menschen |
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| 22/01/2010 | Medikamentenmarkt 2009: Preissenkungen bewirken geringes Wachstum | |
| 16/11/2009 | Krankenversicherer und Pharmaindustrie präsentieren erstmals gemeinsam einen Medikamenten-Auslandpreisvergleich |
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| 30/10/2009 | Die Pharmaindustrie ist eine bedeutende Stütze in der Rezession | |
| 29/06/2009 | Breite Akzeptanz von Masern-Impfungen | |
| 28/05/2009 | Interpharma: Roland Schlumpf neuer Kommunikationsverantwortlicher | |
| 19/03/2009 | Medikamentenpreise: Interpharma fordert einen runden Tisch | |
| 14/11/2008 | Pharmaindustrie fordert auf Innovation fokussierte Wirtschaftspolitik |
8. Februar 2012
Anteil der Medikamente an Gesundheitskosten weiter gesunken
Die Gesundheitskosten sind 2009 wieder deutlich stärker gestiegen als in den vergangenen fünf Jahren. Der Anteil der Medikamente ist mit 10.1 Prozent der Gesundheitskosten weiter gesunken. Diese und weitere Informationen sind in der 31. Auflage des statistischen Standardwerks «Gesundheitswesen Schweiz 2012» zu finden.
Die Gesundheitskosten sind 2009 deutlich stärker gestiegen als in den vergangenen fünf Jahren und betrugen 61 Milliarden Franken. Der Anteil der Medikamente ist mit 10.1 Prozent der Gesundheitskosten weiter gesunken. Verschiedene Sparmassnahmen haben zu einem deutlichen Rückgang des Indexes der Medikamentenpreise geführt. Zugenommen haben gemäss Bundesamt für Statistik hingegen die Ausgaben für die ambulante Behandlung in Krankenhäusern (+6.3 %), die Langzeitpflege in Heimen (+5.1 %) und die stationären Akutbehandlungen in Krankenhäusern (+4.4 %).
Ansteigen Prävalenz für Demenz
In der Schweiz leben rund 100 000 Menschen mit Alzheimer oder einer anderen Form von Demenz, wobei nur ein Drittel der Fälle diagnostiziert wird. Die Prävalenz von Demenzerkrankungen nimmt mit steigendem Alter zu. In der Gruppe der 30- bis 64-Jährigen in der Schweiz lag 2009 die Anzahl Erkrankter bei rund 1 300 Fällen, bei der Gruppe der 85- bis 89-Jährigen hingegen lag diese bei den Männern bei 7 297 und bei den Frauen bei 18 279 Fällen. Weitere Informationen und die grafischen Darstellungen aus der Publikation «Gesund-heitswesen Schweiz» sind auf der Interpharma-Website unter «Fakten und Statistiken» zu finden. Die Broschüre kann als Publikation oder als CD-ROM gratis bezogen werden.
25. Oktober 2011
Gemeinsam gegen Medikamente mit schmutziger Vergangenheit
Illegale Medikamente sind tödlich: Dies ist eine der Hauptaussagen einer gemeinsamen nationalen Kampagne der Schweizer Heilmittelbehörde, der Schweizer Apotheken und der Pharmaindustrie in der Schweiz. Unter dem Dach von STOP PIRACY fordern sie Konsumentinnen und Konsumenten auf, keine Heilmittel via Internet zu kaufen.
Die gemeinsame Kampagne des nationalen Heilmittelinstituts Swissmedic, der Apothekerschaft sowie der Branchenverbände Interpharma und vips spricht potentielle Käuferinnen und Käufer direkt an: In 760 Apotheken der Schweiz können sie bis am 5. November online gekaufte Medikamente gratis testen lassen. Und via einen Kurzfilm können sie ab heute den Weg eines illegalen und in diesem Fall tödlichen Medikamentes zurückverfolgen - bis zu seinem schmutzigen Ursprung in irgend einem Hinterhof-Labor, das von Kriminellen betrieben wird.
Medikamente, die schaden statt heilen
Im Zentrum der Kampagne steht die Prävention durch Information. Medikamentenfälschungen und der Handel damit nehmen weltweit zu - und damit auch die Risiken für Konsumentinnen und Konsumenten. Heilmittelkriminalität ist heute ein wichtiges Geschäftsfeld von international organisierten Verbrecherbanden. Der jährliche Umsatz mit illegalen Arzneimitteln wird auf zig Milliarden Franken geschätzt. Viele gutgläubige Besteller wissen oder glauben jedoch nach wie vor nicht, dass diese "Medikamente" oft schaden statt heilen. So enthalten Pillen, die im Internet als "natürlich" und "rein pflanzlich" angepriesen werden, fast immer ausschliesslich chemische und bisweilen giftige Wirkstoffe.
Dies bestätigen die Analysen von Produkten, die das Schweizerische Heilmittelinstitut Swissmedic in Zusammenarbeit mit dem Zoll wiederholt beschlagnahmt und in seinen Labors untersucht hat. Erst im September wurden Produkte mit angeblichem Ursprung in Westeuropa zurückbehalten, und zwar anlässlich der internationalen Aktion "Pangea IV".
Sehen Sie den Kurzfilm und besuchen Sie die Microsite für weiterführende Informationen.
Erster Jahresbericht zur Tierschutzcharta der Pharmaindustrie
Die forschende Pharmaindustrie der Schweiz veröffentlicht 2011 erstmals ihren Jahresbericht zu der 2010 verabschiedeten Tierschutzcharta. In dieser Charta verpflichteten sich die Mitgliedsfirmen von Interpharma, die Bedingungen bei Tierversuchen und den Schutz der Labortiere weiter zu verbessern und zu fördern.
Die forschende Pharmaindustrie erfüllt in der Schweiz die Auflagen einer der weltweit striktesten Tierschutzgesetzgebungen. Das Anliegen der global tätigen Mitgliedsfirmen der Interpharma, diese hohen Standards in der Schweiz weiter zu fördern und auch weltweit ständige Verbesserung anzustreben, wurde 2010 in einer Zehnpunktecharta verankert. Mit dem zehnten Punkt dieser Charta verpflichten sich die sieben Firmen, über ihre Fortschritte im Bereich Tierschutz zu berichten.
Das Prinzip 3R
Der Grundgedanke der Charta folgt dem Prinzip der 3 R «Reduce, Refine, Replace», also Tierversuche zu reduzieren, zu verfeinern und zu ersetzen. Mit dem Beitrag und der Unterstützung der Stiftung 3R werden von Interpharma zusammen mit dem Bund Projekte getragen, die sich darauf konzentrieren, Methoden für Labortiere zu verbessern oder Ersatzmethoden zu entwickeln. Auf Firmenebene wird ständig nach solchen Verbesserungen im Sinne von 3R geforscht; einzelne Unternehmen verleihen jährlich einen 3R-Preis, mit dem sie wegweisende Projekte und Erkenntnisse auszeichnen. Entscheidend für das Wohl der Tiere ist nicht zuletzt eine gute Ausbildung des Personals. Darum wurde das neue LAS-Online-Tool für Tierpfleger und Forscher geschaffen. In drei Sprachen verfügbar, fördert es die Qualität der Ausbildung.
Den Dialog suchen und führen
Die sieben Mitgliedsfirmen Novartis, Roche, Merck Serono, Actelion, Bayer, Vifor und Cilag sind um einen offenen und konstruktiven Dialog bemüht und nahmen im Berichtsjahr verschiedene Möglichkeiten des Austausches von Erkenntnissen und Erfahrungen wahr. Dabei wurde die Charta auch einer kritischen Beurteilung durch externe Experten unterzogen. Weiter streben die Firmen aktiv den Dialog mit anderen Stakeholdern an. Um die Diskussion auch über die Grenzen der Firmen und der Schweiz hinauszutragen, wird die Tierschutzcharta auch bei Vertragspartnern im In- und Ausland bekannt gemacht. Zusätzlich sind die Mitglieder verpflichtet, auch ihre Vertragspartner zur Einhaltung hoher Standards zum Wohl der Tiere anzuhalten. In diesem Rahmen haben Interpharma und ihre Mitgliedsfirmen den Kontakt mit dem Schweizer Tierschutz (STS) aufgenommen und treten mit einer der wichtigsten Tierschutzorganisationen in der Schweiz in eine neue Dialogrunde.
Die Pharmaindustrie bleibt Schweizer Wachstumsmotor
Als wichtigste Exportbranche der Schweiz hat die Pharmaindustrie die Wertschöpfung, die Zahl der Arbeitsplätze und die Produktivität weiter gesteigert. Die Perspektive ist grundsätzlich gut, auch wenn die Entwicklung der Rahmenbedingungen der Branche durchaus Sorgen bereitet.
Die zurückliegende Wirtschaftskrise vermochte der Pharmaindustrie nichts anzuhaben. Im Gegenteil, die Branche war in dieser Zeit eine der wichtigsten Konjunkturstützen der Schweizer Wirtschaft. Die Pharmaindustrie ist für mehr als 30 Prozent der Schweizer Exporte verantwortlich. Ihre Wertschöpfung, direkt und indirekt, erreicht gegen 30 Milliarden Franken, was einem Anteil von 5.7 Prozent am nominalen Bruttoinlandsprodukt entspricht. Während die nominelle Wertschöpfung aufgrund des gestiegenen Preisdrucks und der Wechselkursentwicklung resp. des Erstarkens des Frankens zunehmend unter Druck gerät und aktuell nicht mehr die ganz hohen Zuwachsraten der Vergangenheit erreicht, bleibt das reale Wachstum mit über 4 Prozent robust und hoch. Dies geht aus einer Studie von Polynomics in Zusammenarbeit mit BAK Basel Economics im Auftrag des Branchenverbandes Interpharma hervor. Sie schliesst eine Lücke in der offiziellen Datenlage, die es nach wie vor nicht erlaubt, die schweizerische Pharmaindustrie isoliert auszuweisen.
Weit überdurchschnittliche Produktivität
Die Zahl der Erwerbstätigen in der Pharmaindustrie hat 2010 um 3 Prozent auf 36 700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zugenommen. Berücksichtigt man die Verflechtung mit vor- und nachgelagerten Betrieben, hingen 2010 mehr als 135 000 Arbeitsplätze von dieser Branche ab. Die Pharmaindustrie weist zudem eine überdurchschnittlich hohe Produktivität auf. Die Wertschöpfung ist mit 400'000 Franken pro Erwerbstätigen und Jahr oder 232 Franken pro Arbeitsstunde mehr als dreimal so hoch wie die durchschnittliche Produktivität der Gesamtwirtschaft. Die Pharmabranche liegt damit deutlich an der Spitze - vor den Versicherungen mit 194 und den Banken mit 137 Franken pro Stunde.
Sorgen um die Rahmenbedingungen
Angesichts der Zahlen sind die Perspektiven für die Branche durchaus günstig. Allerdings zeigte sich Thomas Cueni, Generalsekretär der Interpharma, besorgt über die Entwicklung der Rahmenbedingungen. Dazu gehören der starke Schweizer Franken, die administrativen Hürden für die Forschung und Entwicklung, die Fristen bei den Zulassungsverfahren und der Angriff auf die Personenfreizügigkeit. «Die Standortqualität muss erhalten werden. Sie ist entscheidend für das weitere Gedeihen der Pharmaindustrie in der Schweiz», folgerte Cueni an der Medienkonferenz in Bern.
Gesundheitsausgaben vermindern Krankheitskosten
Die Gesundheitskosten stehen immer wieder im Fokus der Öffentlichkeit, weil sie stetig steigen und immer höhere Krankenkassenprämien nach sich ziehen. Eine Studie zeigt nun, dass der Kampf gegen höhere Gesundheitskosten ökonomisch nicht nur sinnvoll ist, weil er zu höheren Krankheitskosten führen kann.
Wer krank ist, verursacht Gesundheitsausgaben. Gemäss einer Recherche von Polynomics im Auftrag von Interpharma sind dies zum Beispiel für alle MS-Patientinnen und -Patienten in der Schweiz jährlich 190 Millionen Franken. Darin enthalten sind etwa die Entlöhnung von Ärzten oder Ausgaben für Medikamente. Dieser Betrag allein ist Gegenstand der öffentlichen Diskussion über Gesundheitskosten. Hinzu kommen aber direkte nicht medizinische Kosten wie etwa Ausgaben für den Umbau zu einer behindertengerechten Wohnung oder Fahrtkosten zum Arzt. Bei den MS-Patienten belaufen sich diese auf 55 Millionen Franken. Neben finanziellen Ausgaben führt Krankheit auch zu einem Verlust an produktiver Zeit. Es resultieren Absenzen am Arbeitsplatz und damit indirekte Kosten durch Produktivitätsverluste für Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Indirekte Kosten fallen aber auch an, wenn Familienangehörige und Freunde Zeit aufwenden, um Patienten selbst zu pflegen (sogenannte informelle Pflege). Bei MS-Kranken erreichen diese Kosten 273 Millionen Franken. Von den gesamten Krankheitskosten von 520 Millionen Franken entfallen also nur 37 Prozent auf Gesundheitsausgaben.
Rascher zurück am Arbeitsplatz dank Innovation
Die statische Analyse zeigt, dass eine ausschliessliche Betrachtung der Gesundheitsausgaben zu Fehlschlüssen führen kann, da nur ein kleiner Teil der gesamten Krankheitskosten betrachtet wird. Gesundheitsausgaben reduzieren die übrigen Krankheitskosten, da ein besserer Gesundheitszustand oder eine schnellere Genesung zu weniger Produktivitätsverlusten und weniger informeller Pflege führt. Diese Beeinflussung von Krankheitskosten durch Gesundheitsausgaben ist vor allem im Zusammenhang mit dem medizintechnologischen Fortschritt von grosser Bedeutung. Innovationen im Gesundheitswesen führen zu neuen Geräten, Medikamenten und Verfahren, die üblicherweise teurer sind als Bestehendes, aber mit denen sich im Gegenzug Krankheiten wirkungsvoller und schneller behandeln lassen. Beispiele dafür gibt es viele. So haben beispielsweise minimal-invasive chirurgische Verfahren wie die Laparoskopie dazu geführt, dass Leistenbruchpatienten heute nach der Operation rund doppelt so schnell wieder an den Arbeitsplatz zurückkehren können und deutlich weniger Schmerzen haben.
Pharmaindustrie führend in der nationalen Forschung und Entwicklung
Bei der Forschung und Entwicklung ist in der Schweiz die Pharmaindustrie führend: 2010 gaben die Interpharma-Firmen rund 35,5 Prozent ihrer weltweiten Investitionen für Forschung und Entwicklung in der Schweiz aus. Diese und weitere Informationen finden sich in der 18. Auflage des statistischen Standardwerks «Pharma-Markt Schweiz».
Die Pharmaindustrie ist die bedeutendste Branche, wenn es darum geht, Forschung und Entwicklung in der Schweiz zu fördern und zu betreiben. Trotz der Finanz- und Wirtschaftskrise haben die Interpharma-Firmen im Jahr 2010 mit rund 6,4 Milliarden Franken weiter kräftig in den Forschungsstandort Schweiz investiert. Sie haben damit rund 40 Prozent an die Gesamtausgaben beigetragen, die in der Schweiz durch Firmen, Hochschulen und Staat für Forschung und Entwicklung ausgegeben werden. Von ihren weltweiten Aufwendungen für Forschung und Entwicklung haben die Interpharma-Firmen 35,5 Prozent in der Schweiz getätigt. Dies entspricht dem sechsfachen Umsatz, den sie in der Schweiz erzielen. Die über Jahrzehnte hohen Investitionen in die Forschung tragen wesentlich zum hohen Innovationsgrad der Schweiz bei.
Medikamentenpreise weiter gesunken
Auch 2010 führten die Krankenkassen und die Pharmaindustrie einen gemeinsamen Medikamenten-Preisvergleich durch. Es zeigte sich, dass die Medikamentenpreise sowohl in der Schweiz als auch gegenüber dem europäischen Ausland weiter gesunken sind. Wegen dieser Preissenkungsmassnahmen für Originalmedikamente sowie wegen Patentabläufen umsatzstarker Medikamente verzeichnete der Medikamentenmarkt in der Schweiz im Jahr 2010 erstmals seit dessen Erfassung einen Umsatzrückgang. Der Anteil der Medikamentenkosten an den ge-samten Gesundheitskosten hat sich in den vergangenen Jahren bei 10,1 Prozent stabilisiert, und dies, obwohl der Medikamentennutzen stetig ansteigt: Die erheblichen Investitionen in die permanente Weiterentwicklung von Medikamenten sorgen für eine höhere Lebenserwartung und mehr Lebensqualität.
Pharmaindustrie trägt massgeblich zum Schweizer Wirtschaftswachstum bei
2010 stiegen die Exporte pharmazeutischer Produkte auf 60,6 Milliarden, womit diese fast ein Drittel des gesamten Schweizer Exportvolumens ausmachten. Weiterhin ist Europa der wichtigste Absatzmarkt für Schweizer Pharmaprodukte, wobei die Schwellenländer zunehmend an Bedeutung gewinnen. Der gegenüber dem Vorjahr deutlich gestiegene Exportüberschuss von 35,4 Milliarden widerspiegelt die hohe Wettbewerbsfähigkeit der schweizerischen Pharmaindustrie, die wiederum in einer überdurchschnittlichen Arbeitsproduktivität und Innovationskraft gründet. Auch das Beschäftigungswachstum hält ungebrochen an, womit die Pharmabranche massgeblich zum Schweizer Wirtschaftswachstum beiträgt.
Weitere Informationen aus der Publikation «Pharma-Markt Schweiz 2011» sind unter Fakten und Statistiken / Pharma-Markt Schweiz zu finden. Die Broschüre kann gedruckt oder als CD-ROM gratis bezogen werden.
Seltene Krankheiten sollen kassenpflichtig sein
Seltene Krankheiten gehören in die Kassenpflicht. So lautet das Urteil der Stimmberechtigten, im Gegensatz zur Meinung des Bundesgerichts. Der aktuellen Repräsentativbefragung von gfs.bern lässt sich weiter entnehmen, dass sich die Meinungen zu Managed Care kaum verändert haben. Der Anreiz zur Wahl von Managed-Care-Modellen soll über Qualitätsverbesserung und nicht über Bestrafung durch höhere Selbstbehalte gefördert werden.
Ende 2010 hat das Bundesgericht bei der Frage zur Medikamentenvergütung für eine Patientin mit einer seltenen Krankheit erstmals in der Schweiz einen Schwellenwert zur medizinischen Rationierung festgelegt. Dieser Entscheid findet im Urteil der Stimmberechtigten keine Gnade, wie der 15. «gfs-Gesundheitsmonitor» zeigt. Für 83 Prozent der Befragten gehört die Übernahme der Kosten bei seltenen Krankheiten zur Kassenpflicht. Der Entscheid zur Kostenübernahme soll primär aufgrund medizinischer Überlegungen und unter Berücksichtigung der Lebensqualität der Patientinnen und Patienten gefällt werden (91%). Entscheide rein auf der Basis von Kostenüberlegungen werden von mehr als zwei Dritteln der Befragten abgelehnt. Auch wird die Zuständigkeit des Bundesgerichts in dieser Frage von einer Mehrheit verneint.
Managed-Care-Modelle
Die Meinung der Stimmbürgerinnen und Stimmbürger zum Thema Managed Care hat sich gegenüber 2010 wenig verändert. Für 79 Prozent hängt die Attraktivität dieser Modelle eng mit der Möglichkeit zusammen, das individuelle Prämienwachstum zu bremsen. Klar ist für die meisten auch (79%), dass Managed-Care-Modelle den chronisch Kranken nicht zum Nachteil gereichen dürfen.
Einheitskasse findet keine Mehrheit
Das Thema ist bei den Stimmberechtigten bekannt (54%), doch 51 Prozent möchten lieber beim aktuellen System bleiben, 40 Prozent sprechen sich für eine Einheitskasse aus, wobei die Zustimmung in der Romandie höher ist und in ländlichen Gebieten etwas an Boden gewinnt. Den Wettbewerb unter den Krankenkassen halten rund 65 Prozent für qualitätsfördernd, während die Jagd nach guten Risiken für 62 Prozent eher für die Einheitskasse spräche. Eine Mehrheit verbindet mit der Einheitskasse auch die Erwartung einer Systemvereinfachung.
Eigene Gesundheit wieder besser beurteilt
Immer mehr Schweizerinnen und Schweizer haben ihren Gesundheitszustand in der Periode 2000 bis 2005 kritischer beurteilt. Hier lässt sich eine leichte Erholung feststellen. Auf die Frage: «Wie geht es Ihnen zurzeit gesundheitlich?» antworteten in der Befragung zum «gfs-Gesundheitsmonitor 2011» 71 Prozent «gut» oder «sehr gut». Die Befragten gehen etwa gleich häufig zum Arzt wie in der vergangenen Befragungsperiode und verlangt wird (53%) das beste, nicht das billigste Medikament (21%). Fazit, Schweizerinnen und Schweizer fühlen sich mehrheitlich gesund.
Qualität und Wahlfreiheit als zentrale Werte des Gesundheitswesens
Seit Jahren kaum verändert beurteilen drei Viertel der Befragten die Qualität des Gesundheitswesens mit den Noten «gut» oder «sehr gut». Die wichtigste Veränderung in diesem Themenbereich gegenüber dem Vorjahr stellt man bei der Leistungsabdeckung durch die Grundversicherung fest: 63 Prozent der Stimmbürgerinnen und Stimmbürger wünschen sich noch klarer als auch schon, dass die Grundversicherung für sämtliche Leistungen aufkomme und weniger den Charakter einer (Hoch-)Risikoversicherung habe (33%). Andererseits hat aber die ausdrückliche Forderung nach freier Wahl des Arztes oder Spitals seit 2007 deutlich abgenommen, von damals 50 Prozent auf aktuell noch 21 Prozent. Dennoch neigen immer noch nur 13 Prozent dazu, sich die Arzt- bzw. Spitalwahl von den Krankenkassen vorschreiben zu lassen. Insgesamt sind es nämlich 86 Prozent, die diese Freiheit lieber nicht preisgeben möchten.
Das Wichtigste in Kürze zum «gfs-Gesundheitsmonitor 2011» finden Sie auf der Website in der Rubrik «Fakten und Statistiken / gfs-Gesundheitsmonitor».
Die Repräsentativumfrage «gfs-Gesundheitsmonitor» wurde im Auftrag von Interpharma von gfs.bern zum 15. Mal seit Einführung des KVG durchgeführt.
Neuauflage der Publikation Gesundheitswesen Schweiz
Die Gesundheitskosten sind 2008 wieder deutlich stärker gestiegen als in den vergangenen fünf Jahren. Der Anteil der Medikamente ist mit 10.1 Prozent der Gesundheitskosten weiter gesunken. Diese und weitere Informationen sind in der 30. Auflage des statistischen Standardwerks «Gesundheitswesen Schweiz 2011» zu finden.
Die Gesundheitskosten sind 2008 deutlich stärker gestiegen als in den vergangenen fünf Jahren und betrugen 58.5 Milliarden Franken. Damit hat sich der Trend eines verlangsamten Kostenwachstums nicht fortgesetzt. Der Anteil der Medikamente ist mit 10.1 Prozent der Gesundheitskosten weiter gesunken. Verschiedene Sparmassnahmen haben zu einem deutlichen Rückgang des Indexes der Medikamentenpreise geführt. Stark zugenommen haben gemäss BAG hingegen die Kosten, die durch Übergewicht verursacht werden. Im Jahr 2006 betrugen diese Kosten 5.7 Milliarden Franken. Die Kosten entstehen vor allem durch die Behandlung von Krankheiten, die massgeblich durch Übergewicht verursacht werden.
Erwartete Zunahme von Demenzkranken
Zu Beginn des letzten Jahrhunderts betrug die mittlere Lebenserwartung eines Neugeborenen weniger als 50 Jahre. Dank verbesserter Hygiene, höheren Lebensstandards und einer qualitativ guten Gesundheitsversorgung hat sich die Lebenserwartung markant erhöht. Heute leben Männer ab Geburt im Schnitt 79.8 und Frauen 84.4 Jahre. Als typische Alterskrankheit gehört Alzheimer zu den Krankheiten, die aufgrund der gestiegenen Lebenserwartung immer häufiger auftreten dürften. Den grössten Anteil der Demenzkosten machen mit 47 Prozent Heimaufenthalte aus, am zweitgrössten ist der Anteil, der indirekt durch die Pflege und Betreuung durch Angehörige entsteht.
«Wir freuen uns darauf, Amgen Schweiz als neues Mitglied willkommen zu heissen», sagte Thomas Cueni, Generalsekretär von Interpharma. «Der Beitritt ist ein Zeichen für die Dynamik und die Stärke der Schweiz als Forschungs- und Pharmastandort. Ziel unseres Verbandes ist es, dass die Schweiz auch weiterhin günstige Rahmenbedingungen für eine hochinnovative und global wettbewerbsfähige Industrie bietet, die einen bedeutenden Beitrag zu Wachstum und Fortschritt leistet.»
Für Amgen stellt der Beitritt zu Interpharma einen wichtigen Schritt dar. «Forschung und Entwicklung stehen im Mittelpunkt unserer Geschäftstätigkeit. Darum sind wir überzeugt, dass Interpharma unsere Interessen sehr gut vertreten kann», sagt Matyas Lakatos, Country Director von Amgen Schweiz. Vor allem mit Blick auf die klinische Forschung ist die Schweiz ein sehr wichtiger Standort für den Biotechkonzern: Zurzeit arbeitet das Unternehmen für die Weiterentwicklung seiner Wirkstoffe mit über 50 Schweizer Spitälern zusammen.
Über Amgen
Amgen erforscht, entwickelt, produziert und vertreibt innovative Medikamente. Seit 1980 zählt Amgen zu den Pionieren der Biotechnologie und war eines der ersten Unternehmen, die die neuen Möglichkeiten der Wissenschaft umsetzten und sichere und wirksame Arzneimittel aus dem Labor in die Produktion und schliesslich zu den Patienten brachten. Die Therapeutika von Amgen haben die medizinische Praxis verändert und weltweit Millionen von Menschen beim Kampf gegen Krebs, Nierenleiden, Osteoporose und andere schwere Krankheiten geholfen. Amgen setzte sich stetig dafür ein, die Lebensqualität der Menschen durch wissenschaftlichen Fortschritt entscheidend zu verbessern, und arbeitet daher an der Entwicklung zahlreicher weiterer Medikamente. Weltweit beschäftigt Amgen rund 17 000 Mitarbeiter, davon über 300 in der Schweizer Filiale und dem internationalen Headquarter in Zug.
Über Interpharma
Interpharma ist der Verband forschender Pharmafirmen der Schweiz und wurde 1933 gegründet. Die Interpharma setzt sich in der Schweiz und im Ausland für innovationsfreundliche Rahmenbedingungen ein. Die Pharmaindustrie ist eine Schlüsselbranche und ein bedeutender Wachstumsmotor der Schweizer Volkswirtschaft. Die forschende Pharmaindustrie beschäftigt rund 36 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Direkt und indirekt hängen 120 000 Arbeitsplätze an der Pharmaindustrie. Dies sind gut 80 Prozent mehr als 1990. Die Branche weist zudem eine überdurchschnittlich hohe Produktivität auf und ist direkt und indirekt für eine Wertschöpfung von 26.8 Milliarden Franken verantwortlich, was einem Anteil von rund 5.4 Prozent am nominalen Bruttoinlandsprodukt entspricht. Die Branche hat zudem ihre Exporte seit 1990 fast versiebenfacht.
Medikamentenmarkt 2010: Rückgang um 1,3%
Der Medikamentenmarkt Schweiz ging im vergangenen Jahr um 1,3% auf CHF 4,82 Mia. zurück. Im Jahr 2009 hatte noch eine Zunahme um 3,4% resultiert. Dies ist der erste Rückgang im Medikamentenmarkt seit der Erfassung von Marktdaten in der Schweiz. Gemäss IMS Health wird der Medikamentenmarkt in der Schweiz im laufenden Jahr stagnieren, nicht zuletzt als Folge weiterer Massnahmen des Bundesamtes für Gesundheit (BAG).
Der Medikamentenmarkt Schweiz 2010 nahm gemäss einer Analyse von IMS Health im Vergleich zum Vorjahr von CHF 4,88 Mia. um 1,3% auf CHF 4,82 Mia. ab (Basis: Fabrikabgabepreis). Grund für den Rückgang sind Preissenkungen für Originalmedikamente und Patentabläufe umsatzstarker Medikamente. Die Anzahl verkaufter Medikamentenpackungen erhöhte sich um 0,5% auf 205,3 Mio. Einheiten (Vorjahr: + 2,1%). Der Generikamarkt nahm um 4% auf CHF 467,9 Mio. zu. Damit stieg der Marktanteil der Generika im generikafähigen Markt von 27,5% im Jahr 2009 auf 31,2% im Jahr 2010.
Stagnation im kassenpflichtigen Markt
Die massiven Preissenkungen sowie die Patentabläufe umsatzstarker Medikamente wurden im Marktsegment der kassenpflichtigen Medikamente durch das starke Wachstum der Medikamente gegen rheumatoide Arthritis und zur Behandlung von HIV einerseits und durch das Mengenwachstum anderseits knapp kompensiert. So belief sich das Wachstum wertmässig auf 0,1%. Das Volumen des kassenpflichtigen Marktes belief sich 2010 zu Fabrikabgabepreisen auf CHF 3,87 Mia.
Stagnierender Markt 2011
IMS Health rechnet in diesem Jahr in der Schweiz trotz Einführung neuer, innovativer Medikamente mit einem stagnierenden Medikamentenumsatz (-1 bis +1%). In den 27 EU-Ländern dagegen werden 2 bis 4% Wachstum erwartet, weltweit gar 4 bis 7%. Das weltweite Wachstum wird namentlich geprägt von Brasilien, Russland, Indien und China.
Massive Einsparungen seit 2005
Wie Thomas Binder, Geschäftsführer der vips Vereinigung Pharmafirmen in der Schweiz, an einer Medienkonferenz ausführte, gab es seit 2006 im Rahmen von ausserordentlichen und ordentlichen Massnahmen 7'000 Preissenkungen von Medikamenten in der Spezialitätenliste. Diese Anpassungen bewirkten von 2006 bis Ende 2010 kumulierte Einsparungen zu Fabrikabgabepreisen von rund CHF 1,9 Milliarden. Sie hatten eine deutlich dämpfende Wirkung auf die Krankenkassenprämien. In den 2 nächsten fünf Jahren werden weitere Einsparungen als Folge des ablaufenden Patentschutzes umsatzstarker Originalmedikamente und neuer Generika resultieren. Die Pharmaindustrie schätzt dieses Potential bis Ende 2016 zu Fabrikabgabepreisen auf kumuliert gegen CHF 650 Mio. Hinzu kommen weitere Einsparungen im Generikabereich auf Grund von zusätzlichen Massnahmen des Bundesrates, die im Verlauf von 2011 eingeführt werden. Diese werden vom Bundesamt für Gesundheit zu Fabrikabgabepreisen auf rund CHF 90 Mio. für die ersten zwölf Monate nach der Einführung veranschlagt. Alle Massnahmen zusammen bewirkten einen Rückgang des Anteils der Medikamente an den gesamten Gesundheitskosten in der Schweiz.
Währungsprobleme beim Auslandpreisvergleich
Auf die Probleme des starken Frankens für die forschende Pharmaindustrie in der Schweiz wies Thomas Cueni, Generalsekretär der Interpharma, hin: "Unsere Firmen geben in der Schweiz sechsmal soviel für die Forschung aus, als sie hier Umsatz erzielen. Der starke Franken verteuert die Kosten der Forschung und des Schweizer Standorts und wirkt sich negativ auf Exporterlöse aus." Damit habe die Industrie umzugehen gelernt. Wenn aber zusätzlich wegen des regelmässigen Auslandpreisvergleichs allein aufgrund der Währungsspekulation in der Schweiz noch die Preise gesenkt werden müssen, sei dies zuviel des Guten. "Neben andern Massnahmen braucht es dringend eine Überprüfung der Modalitäten des Auslandpreisvergleichs, wenn man den Standort nicht schwächen will", fordert Cueni.
Preisregulierungen zeigen Wirkung
Der am Dienstag in Bern präsentierte Vergleich zeigt bei den patentierten Originalpräparaten in vier von sechs verglichenen Ländern tiefere und in zwei Ländern höhere Preise als in der Schweiz. Im Durchschnitt zum vergleichbaren europäischen Ausland hat sich der Preisunterschied weiter verringert. Bei den patentabgelaufenen Originalen liegen die Schweizer Preise unter dem Durchschnitt der Vergleichsländer. Die Generika sind in der Schweiz noch immer deutlich teurer als im vergleichbaren Ausland, die Preisdifferenz hat sich jedoch verringert.Seit 2009 führen die Krankenversicherungen (santésuisse) und die Branchenverbände der Pharmaindustrie (Interpharma und vips) gemeinsam den Auslandpreisvergleich von Medikamenten durch. Der am Dienstag in Bern präsentierte Vergleich zeigt im Durchschnitt des Länderkorbs (DE, DK, NL, UK, FR, AT) sechs Prozent höhere Fabrikabgabepreise bei den 200 umsatzstärksten patentgeschützten Originalpräparaten. Im Vorjahr hatte die Differenz neun Prozent betragen. Trotz stärkerem Schweizer Franken haben sich die Preise der Originalmedikamente in der Schweiz weiter an den Durchschnitt des Sechsländerkorbs angeglichen. Bei den patentabgelaufenen Originalen mit Generika-Konkurrenz sind die Schweizer Preise um drei Prozent niedriger als in den sechs Vergleichsländern.
Auch bei den Generika hat sich der Preisunterschied verringert. Dennoch bleibt ein sehr deutlicher Abstand bei den Generika bestehen: Basierend auf den 250 umsatzstärksten Wirkstoffen kosten die Generika in der Schweiz zu Fabrikabgabepreisen deutlich mehr als in den sechs Vergleichsstaaten. Allerdings ist auch hier der Unterschied geringer geworden. Christoph Stoller, General Manager von Teva und Vorstandsmitglied der Intergenerika, sieht auf Grund der angekündigten behördlichen Massnahmen einen Rückgang der Generikapreise "ungefähr auf das Niveau von Frankreich" voraus. Ein Absinken auf das Niveau von Deutschland oder Dänemark hingegen "hätte spürbare Abstriche bei Patientensicherheit und Gesundheit zur Folge".
Stefan Kaufmann, Direktor von santésuisse, ist überzeugt, dass die seit 2005 publizierten aussagekräftigen Auslandpreisvergleiche für Transparenz gesorgt haben: "Wir haben massgeblich dazu beigetragen, dass sich die Schweizer Preise für Originalpräparate an die tieferen Auslandpreise angenähert haben". vips-Geschäftsführer Thomas Binder stellt fest, dass die massiven Einsparungen im Medikamentenbereich und die Annäherung der Preise in der Schweiz an das Niveau vergleichbarer europäischer Länder auf die verschiedenen Massnahmen der letzten Jahre zur Senkung der Medikamentenpreise zurückzuführen seien.
Die rückläufigen Preise haben Auswirkungen auf die Medikamentenumsätze: Trotz geringem Mengenwachstum sind die Verkäufe der Industrie rückläufig und dürften bis zum Jahresende gegenüber 2009 einen Verlust von zwei Prozent erreichen. Die Voraussagen von vips und Interpharma von Anfang Jahr haben sich damit bestätigt. Erstmals schrumpft der Medikamentenmarkt in der Schweiz, während er global wächst. Für Thomas Cueni, Generalsekretär der Interpharma, ist dies kein vorübergehendes Phänomen: "Auf Grund der verschiedenen Schritte von Behörde und Industrie, um die Preise zu senken, sowie der bevorstehenden gewichtigen Patentabläufe wird der Schweizer Pharmamarkt in den kommenden Jahren nur noch moderat wachsen."
Die soziale Krankenversicherung profitiert von dieser Entwicklung indem die Medikamentenkosten im Jahr 2010 voraussichtlich nur noch um ein Prozent anwachsen.
Ambivalente Haltung zu Managed-Care
Schlussbericht zum «gfs-Gesundheitsmonitor 2010»
Der Reformbedarf im Schweizer Gesundheitswesen ist unbestritten. Indes, über die Wege zum Ziel herrscht kein Konsens. Ein gesundheitspolitischer Hoffnungsträger ist die "integrierte Versorgung" (Managed Care). Für die Ausgestaltung der politischen Rahmenbedingungen ist es angesichts der Komplexität der Themen hilfreich, die Meinung der Stimmbürgerinnen und Stimmbürger zu kennen.
Die Kosten- und Prämiendiskussion dominiert die politische und die mediale Debatte. Wo aber setzen die Stimmbürger/-innen die Akzente? Was erwarten sie hinsichtlich Gesundheitsvorsorge - und von wem? Wozu sind sie bereit und welche Reformansätze finden Zustimmung? Antworten finden Sie im «gfs Gesundheitsmonitor 2010».
Zum vierzehnten Mal seit 1997 haben Claude Longchamp, Leiter des Forschungsinstituts gfs.bern, und sein Team die Befindlichkeiten der Stimmberechtigten zu politischen Forderungen in einer repräsentativen Umfrage erhoben. Für Trendbeobachtungen stehen nun kumulierte Daten von rund 15 000 Interviews zur Verfügung.
Vor einigen Monaten haben wir Ihnen eine erste Zusammenfassung der aktuellen Studie vorgestellt. Jetzt liegt der ausführliche Schlussbericht vor. Die ersten Seiten der Broschüre verschaffen einen Überblick über die Veränderungen in der Einstellung der Stimmbürger/-innen gegenüber dem Vorjahr und fassen die Erkenntnisse der Studie in zehn Thesen zusammen. In den nachfolgenden Kapiteln gehen die gfs-Fachleute dann detaillierter auf die Studienergebnisse ein.
Die erwähnte Kurzfassung, auch in französischer Sprache und die darin enthaltenen Grafiken finden Sie unter «Fakten und Statistiken».
Managed Care am Beispiel von Diabetes - Bessere Behandlung und Entlastung für die Patienten
Patientenorganisationen, Ärzte, Spitäler, die forschende Pharmaindustrie und weitere Akteure im Gesundheitswesen wehren sich gegen die einseitige Fokussierung auf die Kosten in der Gesundheitspolitik. Die "allianz q - Qualität vor Kosten im Gesundheitswesen" fordert eine patientenzentrierte und qualitätsorientierte Gesundheitspolitik. Im Namen der Allianz hat Bernhard Wegmüller, Direktor von H+ Die Spitäler der Schweiz, am Freitag an einer Medienkonferenz in Bern an den Ständerat appelliert, die Managed-Care-Vorlage nicht einfach als Sparansatz zu verstehen, sondern diese als Leitbild einer besseren medizinischen Versorgung auszugestalten.
Die "allianz q - Qualität vor Kosten im Gesundheitswesen" hat in diesem Jahr vier wichtige Volkskrankheiten nach den Aspekten Qualität, Ergebnis und Kosten der Behandlung untersucht. Am Beispiel von Diabetes haben Urs Stoffel, Co-Präsident der Konferenz der Kantonalen AerzteGesellschaften, und Doris Fischer-Taeschler, Geschäftsführerin der Schweizerischen Diabetesgesellschaft, an der Medienkonferenz in Bern dargelegt, wie eine umfassende Versorgung Chronischkranker organisiert und ausgestaltet sein müsste. Dank mehr Effektivität kann für die Patientinnen und Patienten ein besseres Ergebnis erzielt werden. Indem ein diabetologisches Fachteam eine Lotsenfunktion für den Patienten übernimmt, lassen sich Steuerung und Koordination der Behandlung verbessern. Doppelspurigkeiten werden ebenso vermieden wie unnötige Untersuchungen und Behandlungen. So resultieren eine Entlastung für die Patientinnen und Patienten sowie eine bessere Behandlung. Letztlich werden auf diesem Weg aber auch Kosten gespart. Dies fällt gerade bei Chronischkranken ins Gewicht, denn sie machen rund 20 Prozent aller Patientinnen und Patienten aus, verursachen aber 80 Prozent der Gesundheitskosten.
Gesundheit kostet weniger als Krankheit - Leistungserbringer im Gesundheitswesen setzen auf Qualität
Die von Gesundheitsökonom Willy Oggier koordinierte allianz q besteht seit gut einem Jahr. Zur Gruppe von Akteuren im Gesundheitswesen gehören die Schweizerische Diabetes-Gesellschaft, die Arbeitsgemeinschaft Osteoporose Schweiz OsteoSuisse, die Konferenz der Kantonalen AerzteGesellschaften, die Ärzte mit Patientenapotheke ApA, H+ Die Spitäler der Schweiz, Zurich Heart House, Interpharma und Merck Sharp & Dohme-Chibret AG. Die allianz q hat sich an einer Medienkonferenz am Freitag in Bern erstmals vorgestellt und ein Manifest vorgelegt. Demnach soll das Schweizer Gesundheitswesen eine optimale Versorgung und höchste Qualität gewährleisten. Dies wird mittels umfassender patientenzentrierter Praxis erreicht, die auf den Krankheitsbildern der Patienten aufbaut. Als Basis dafür fordert die allianz q Gesundheitsziele. Auf diesem Weg kann eine integrierte Versorgung auch eine Kostenwachstum dämpfende Wirkung entfalten. Dies ist allerdings nur dann möglich, wenn alle Beteiligten den tatsächlichen Nutzen der therapeutischen Massnahmen kennen. Dafür muss der Nutzen im Behandlungsprozess gemessen werden können. Die allianz q fordert daher Messungen, die das Ergebnis aller Leistungsträger unter Berücksichtigung aller relevanten Perspektiven - besonders derjenigen der Patientinnen und Patienten - abbilden.Managed Care könne in einer ausgereiften Form nur dann ein qualitätsorientiertes Erfolgsmodell werden, wenn Patienten dabei qualitativ hochstehende integrierte Versorgung erleben und Krankenkassen statt betriebswirtschaftlicher Gefahren in diesen Patienten interessante Versicherte erkennen, heisst es im Manifest. Schliesslich erfordere eine optimale und qualitativ hochstehende Versorgung den verfeinerten Risikoausgleich: Dieser stelle die ambulante Versorgung der stationären gleich. Nur so werde die Gruppe jener Patienten ideal betreut, welche für die Gesundheitsvorsorge die grösste Herausforderung darstellten: die Chronischkranken. Sie seien darauf angewiesen, rasch von medizinischen Innovationen profitieren zu können. Die allianz q plädiert daher für Managed-Care-Modelle, die Chronischkranken dank Effektivität und Best Practice attraktiv erscheinen.
Für Auskünfte:
Urs Stoffel: +41 79 430 99 27
Doris Fischer-Taeschler: +41 79 432 71 43
Berhard Wegmüller: +41 79 635 87 22
Willy Oggier: +41 79 407 23 51
allianz q: Schweizerische Diabetes Gesellschaft SDG ASD, Arbeitsgemeinschaft Osteoporose Schweiz OsteoSuisse, Konferenz der Kantonalen AerzteGesellschaften KKA/CCM, Ärzte mit Patientenapotheke ApA, H+ Die Spitäler der Schweiz, Zurich Heart House, Interpharma und Merck Sharp & Dohme-Chibret AG
santésuisse und Pharmaindustrie lancieren Diskussion um Nutzenbewertung
Auf der Suche nach einem akzeptierten und akzeptablen Bewertungssystem für GesundheitsleistungenZwar bekommt das schweizerische Gesundheitswesen im internationalen Vergleich durchwegs gute Noten und die Bürgerinnen und Bürger fühlen sich medizinisch gut versorgt, doch wird der Effizienz nicht immer die notwendige Beachtung geschenkt. Das Krankenversicherungsgesetz (KVG) verlangt den Nachweis von Wirksamkeit, Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit (WZW) für alle Leistungen der Grundversorgung sowie deren periodische Überprüfung. Derzeit werden jedoch viele Leistungen nicht oder ungenügend evaluiert und nicht systematisch überprüft. Die Evaluationen beschränken sich punktuell auf Einzelleistungen, beispielsweise Medikamente, während Qualität, Therapieerfolg ("outcome") und Effizienz von Leistungen und Behandlungen nicht untersucht werden. In einem Bericht im Auftrag der Geschäftsprüfungskommission des Nationalrats vom Januar 2009 hat die Parlamentarische Verwaltungskontrolle (PVK) denn auch Mängel im System der Bestimmung und Überprüfung ärztlicher Leistungen in der Grundversicherung festgestellt.
Die PVK empfiehlt unter anderem, die Operationalisierung der WZW-Kriterien zu konkretisieren sowie grundlegende Nutzenbewertung und die Würdigung des zusätzlichen Nutzens institutionell klar zu trennen. Verbesserungsmöglichkeiten bei der Nutzenbewertung orten aber auch die Krankenversicherer und die Pharmaindustrie. santésuisse und Interpharma haben deshalb als paritätisch beteiligte Partner ein Projekt lanciert, um bis Mitte 2011 einen Schweizer Konsens über Health Technology Assessment (HTA) unter Einschluss gesundheitsökonomischer Evaluationen zu entwickeln. Das Projekt wird von einem wissenschaftlichen Steuerungsausschuss begleitet, dem Prof. Michael Schlander (Heidelberg/Wiesbaden) als Vorsitzender sowie Prof. Robert Leu (Universität Bern) und Prof. Gérard de Pouvourville (ESSEC, Paris) angehören. Im Projektteam, das von Stefan Kaufmann, Direktor santésuisse und Thomas Cueni, Generalsekretär Interpharma, gemeinsam geleitet wird, ist auch das Bundesamt für Gesundheit mit Beobachterstatus vertreten.
HTAs gelten heute als wichtiges Instrument der evidenzbasierten Politikberatung und der Entscheidfindung. In vielen europäischen Ländern sind solche Verfahren institutionalisiert und etabliert. Die Schweiz kennt HTA - wenn auch nicht systematisch - für verschiedene Leistungen zu Lasten der Grundversicherung sowie das Pilotprojekt des Zurich Medical Board. santésuisse und Interpharma wollen mit ihrer Initiative die Diskussion um die Nutzenbewertung unter allen Akteuren des Gesundheitswesens öffentlich lancieren. Diese Akteure haben sich im November zu einem ersten zweitägigen Workshop getroffen, mindestens ein weiterer wird folgen. "Wir wollen einen Beitrag zur Gestaltung eines Schweizer HTA-Prozesses leisten, der sowohl die normativen und institutionellen Rahmenbedingungen als auch die Schweizer Gesundheitsziele und die sozialen Präferenzen der Schweizer Bevölkerung reflektiert" erklärt Interpharma-Generalsekretär Thomas Cueni zum Projektziel. Für santésuisse-Direktor Stefan Kaufmann geht es zudem darum, "unter Berücksichtigung der Erwartungen der Schweizer Versicherten an eine solidarische Krankenversicherung Kriterien und Eckpunkte zu entwickeln, wie eine Bewertung medizinischer Technologien in der Schweiz realisiert werden kann."
Im ersten Workshop in der Kartause Ittingen schilderten führende Experten und Expertinnen aus Australien, Kanada, den USA und Europa Probleme, Zielkonflikte und Lösungsansätze der Nutzenbewertung. Konkret wurden Stärken und Schwächen der HTA-Modelle von Deutschland, England, Frankreich und Schweden diskutiert, aber auch die elementaren Erwartungen und Zielvorstellungen der Versicherten, Patienten und Stimmbürger in der Schweiz in Bezug auf die Leistungen ihrer Krankenversicherung identifiziert. Der stark auf internationalen Erfahrungen aufbauende Workshop bildet einen wichtigen Ausgangspunkt für die Formulierung von Eckwerten für einen HTA-Prozess in der Schweiz, die an einem zweiten von santésuisse und Interpharma organisierten Workshop im Mai 2011 diskutiert werden sollen.
Die Erfahrungen aus dem Ausland haben gezeigt, dass HTA-Entscheide besser akzeptiert werden, wenn ein breiter Einbezug Betroffener, namentlich auch Patienten und Medizinalpersonen, erfolgt. Entsprechend wird das Projekt mit einem breiten Stakeholderansatz geführt. Ausserdem haben die Projektpartner eine eigene Webseite - http://www.swisshta.ch/ - geschaffen. Das Projekt ist dort eingehend beschrieben. Auch sind die Referate des ersten Workshops aufgeschaltet.
Die Mitgliedfirmen von Interpharma gaben für die Forschung 2009 weltweit knapp 20 Milliarden Franken aus, davon rund 6.5 Milliarden in der Schweiz. Damit investieren die forschenden Pharmaunternehmen in der Schweiz rund siebenmal mehr in die Forschung und Entwicklung, als sie hier Umsatz erzielen. Diese und weitere Informationen finden sich in der 17. Auflage des statistischen Standardwerks «Pharma-Markt Schweiz».
Als einzige wichtige exportorientierte Branche ist die Pharmaindustrie auch in der jüngsten Rezession gewachsen; sie hat sich einmal mehr als bedeutende Stütze der Schweizer Wirtschaft erwiesen. Die Exporte pharmazeutischer Produkte sind 2009 markant gestiegen und beliefen sich auf über 58 Milliarden Franken. Sie machten damit fast ein Drittel der gesamten Exporte der Schweiz aus. Der wichtigste Exportmarkt für pharmazeutische Produkte ist weiterhin Europa.
Triebfeder für alle Aktivitäten dieser Branche ist die Forschung. Die Mitgliedfirmen von Interpharma gaben dafür 2009 weltweit knapp 20 Milliarden Franken aus, davon rund 6.5 Milliarden in der Schweiz. Dies sind etwa 900 Millionen mehr als im Vorjahr. Die Forschungs- und Entwicklungsinvestitionen überwiegen bei Weitem den Pharmaumsatz in der Schweiz. Rund siebenmal mehr setzen die forschenden Pharmaunternehmen in der Schweiz für die Forschung und Entwicklung ein, als sie hier Umsatz erzielen. Der medizinische Fortschritt erfolgt in kleinen Schritten. Die laufende, schrittweise Innovation über Jahre hinweg führt zu wirksameren, sichereren und verträglicheren Medikamenten.
Medikamentenmarkt: Abgeschwächtes Wachstum
Der Medikamentenmarkt wuchs 2009 im Vergleich zum Vorjahr um 3.5 Prozent von 4.7 auf 4.9 Milliarden Franken. Geprägt wurde das Wachstum von innovativen, in den Jahren 2008 und 2009 eingeführten Medikamenten. Am stärksten nahmen die Umsätze von gentechnisch hergestellten Medikamenten gegen rheumatoide Arthritis und HIV sowie Lipidregulatoren zu. Grund für das abgeschwächte Wachstum sind weitere Preissenkungen sowohl für Originalmedikamente als auch für Generika, die kumuliert Einsparungen von über 400 Millionen Franken bewirkten. Für das Jahr 2010 wird erstmals ein negatives Wachstum erwartet.
Weitere Informationen aus der Publikation «Pharma-Markt Schweiz 2010» sind unter Fakten und Statistiken / Pharma-Markt Schweiz zu finden. Die Broschüre kann auf 112 Seiten gedruckt oder als CD-ROM gratis bezogen werden.
16. Juli 2010
Pipeline der Gesundheit in Basel zu Gast
Eine knallrote, neun Meter lange Pipeline steht seit heute mitten auf dem Barfüsserplatz in Basel. Die «Pipeline der Gesundheit» des Verbands der forschenden Pharma-Unternehmen in Deutschland, vfa, zeigt den medizinischen Fortschritt und macht Gesundheitsthemen erfahrbar.
In der begehbaren Pipeline werden Forschungserfolge anschaulich und spielerisch vermittelt. An verschiedenen Infotainment-Terminals können Besucher zum Beispiel einen Tumor oder eine Grippepandemie bekämpfen. Eine Klaviersimulation macht deutlich, wie sich Rheuma anfühlt und was Linderung bedeuten kann. Eine Zeitmaschine zeigt dem Betrachter, wie er im Alter aussehen wird. Die Pipeline der Gesundheit ist bis zum 21. Juli auf dem Barfüsserplatz zu Gast und ist täglich von 8.00 Uhr bis 22.00 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.
«Als wichtige Pharmastadt und direkt an der deutschen Grenze gelegen, ist Basel ein idealer Standort für die Pipeline der Gesundheit», sagte Susan E. Knoll, Geschäftsführerin Kommunikation beim vfa, Verband der forschenden Pharma-Unternehmen in Deutschland, anlässlich eines Medienrundgangs am Freitag. Die Pipeline der Gesundheit ist seit 2009 in verschiedenen deutschen Städten unterwegs und macht auf ihrer Reise auch einen Abstecher in die Schweiz. In Basel sind nicht nur die grossen, weltweit agierenden und bekannten Unternehmen wie Roche, Novartis oder Actelion zu Hause. In den vergangenen Jahren ist hier auch ein Cluster von Startup-Firmen entstanden, der in seiner Art und Dichte weltweit einzigartig ist. «Triebfeder für alle Aktivitäten dieser Branche ist die Forschung», sagte Thomas B. Cueni, Generalsekretär der Interpharma. Pro Jahr investieren die forschenden pharmazeutischen Unternehmen über sechs Milliarden Franken in die hiesige Forschung und Entwicklung. 120 000 Arbeitsplätze hängen direkt oder indirekt von der Pharmaindustrie ab. Die Branche trägt über 5 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) bei und exportierte 2009 für über 58 Milliarden Franken - davon gingen 13 Prozent allein nach Deutschland.
Gesundheitsprobleme kennen keine Staatsgrenzen
Erfreut über den Besuch aus Deutschland zeigte sich Carlo Conti, Regierungsrat Basel-Stadt und Vorsteher des Gesundheitsdepartements. «Gesundheitsprobleme kennen keine Staatsgrenzen. Sowohl in der Schweiz als auch in Deutschland stehen unsere Gesundheitswesen vor grossen Herausforderungen», sagte Conti anlässlich der Eröffnung der Pipeline der Gesundheit auf dem Barfi und verwies auf die steigenden Kosten, die demografische Entwicklung und die Zunahme chronischer Krankheiten. Die Pipeline biete der Bevölkerung eine gute Gelegenheit, sich mit Gesundheitsthemen auseinanderzusetzen. Von neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen und der erfolgreichen Entwicklung neuer Medikamente, Impfstoffe und Diagnostika profitieren Patienten, das Gesundheitswesen und die Gesellschaft.
24. Juni 2010
Ambivalente Haltung gegenüber Managed-Care-Modellen
Keine Mehrheit für Managed-Care-Modelle, lautet das Fazit aus dem «Gesundheitsmonitor 2010». Die bisher diskutierten Lösungen sprechen erst eine Minderheit an. Der aktuellen Repräsentativbefragung von gfs.bern lässt sich weiter entnehmen, dass die Medikamentenkontrolle eine nationale Angelegenheit bleiben und den Kantonen eine zentrale Rolle im Gesundheitswesen zukommen soll. Illusionslos sehen die Stimmberechtigten die Prämienentwicklung; die Hoffnungen auf Stabilisierung sind weitgehend verschwunden. Damit sinkt auch die Bereitschaft immer mehr, medizinische Leistungen selbst zu bezahlen.
Managed-Care-Modelle (MC) sind in der gesundheitspolitischen Diskussion seit längerem ein zentrales Thema. Die Politik setzt grosse Hoffnungen in Managed-Care-Modelle. Anders sieht es bei den Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern aus. Erst 10 Prozent der Stimmberechtigten sind gemäss eigenen Angaben in einem MC-Modell versichert. Weitere 18 Prozent könnten sich vorstellen eine derartige Versicherungslösung zu wählen. Das Potenzial liegt demnach bei weniger als einem Drittel aller Stimmberechtigten in unserem Land. Ein klares "Nein" von 58 Prozent resultiert auf die Frage: "Kommt für Sie eine Versicherung in einem Managed-Care-Modell in Frage?" Wichtigste Determinante für die Haltung ist dabei das Alter. Am ehesten noch können sich die 30 bis 39-Jährigen (27%) für das Versicherungsmodell erwärmen, am wenigsten die 60 bis 69-Jährigen (11%). Unterschiede gibt es auch hinsichtlich Geschlecht: Männer sind eher positiv eingestellt. Nur einen sehr beschränkte Einfluss auf die Einstellung scheint der persönliche Informationsstand zum Thema zu haben. Befragte, welche ihren Gesundheitszustand als gut bezeichnen können sich eher vorstellen, sich in einem MC-Modell versichern zu lassen.
Eigene Gesundheit wieder besser beurteilt
Schweizerinnen und Schweizer haben ihren Gesundheitszustand in der Periode 2000 bis 2005 tendenziell immer kritischer beurteilt. Hier lässt sich in den letzten vier Jahren eine gewisse Stabilisierung feststellen. Auf die Frage: «Wie geht es Ihnen zurzeit gesundheitlich?» antworteten in der Befragung zum «gfs-Gesundheitsmonitor 2010» 13 Prozent «schlecht». Vor zehn und mehr Jahren lag dieser Umfragewert regelmässig bei etwa 1 Prozent. Die Befragten gehen eher weniger häufig und später zum Arzt als früher, aber wenn, dann erwarten sie die bestmögliche und nicht die preisgünstigste Behandlung.
KVG und Leistungskatalog positiv beurteilt
Vierzehn Jahre nach Einführung des Krankenversicherungsgesetzes (KVG) haben 66 Prozent der Befragten einen «positiven» oder «eher positiven» Eindruck vom Gesundheitswesen in der Schweiz. Auch der aktuelle Leistungskatalog in der Grundversicherung wird von einer Mehrheit (68%) als ausreichend beurteilt. Abbau ist kaum ein Thema. Sympathisanten für einen Ausbau finden sich eher in der Romandie als in der Deutschschweiz.
Mehr Wettbewerbsdruck auf die Leistungserbringer
Müssten die Stimmberechtigten über Sparmassnahmen bestimmen, würden sie den Hebel bei den Verwaltungskosten der Krankenkassen ansetzen (63%). Generell sinkt seit 1997 die Bereitschaft, mehr Leistungen zu finanzieren. Dies gilt für Naturheilärzte ebenso wie für die Intensivmedizin oder die Medikamentenforschung. Sympathie geniesst nach wie vor die Spitex. Ihr würde noch jede dritte befragte Person mehr Mittel zugestehen.
Marktwirtschaftlichen Druck wünscht man sich auf die Leistungserbringer. Die Bereitschaft, Generika zu akzeptieren, scheint gesättigt (73%). Dafür wird vermehrt gefordert, die Krankenversicherer sollen mit den Herstellern über Medikamentenpreise verhandeln (69%).
Glaubwürdige Apotheker
Die Apotheker geniessen zur Zeit den besten Ruf unter den Leistungserbringern hinsichtlich Kompetenz und Verantwortung, auch wenn zwei Drittel der Befragten der Meinung sind, die Apotheker seien eher teure Zwischenhändler. In der Reputation sind die Ärzte nach mehr als zehn Jahren auf Rang zwei gerutscht, dicht gefolgt von der Pharmaindustrie. Deutlich verloren haben Wissenschaft und Krankenkassen.
Als ausgesprochen stark wird der Einfluss der Pharmabranche auf die Wirtschaftskraft der Schweiz beurteilt. Sie steht mit 82 Prozent positiver Beurteilung an dritter Stelle praktisch gleichauf mit den Sektoren Finanzen und Tourismus. Sie leistet in den Augen der Befragten einen wichtigen Beitrag zur Lebensqualität und beschleunigten Heilung von Krankheiten. Weniger euphorisch schätzen die Stimmberechtigten das Potenzial neuer Medikamente für die Senkung von Spital- und Arztkosten ein.
Das Wichtigste in Kürze zum «gfs-Gesundheitsmonitor 2010» finden Sie in der Rubrik «Fakten und Statistiken».
Die Repräsentativumfrage «gfs-Gesundheitsmonitor» wurde im Auftrag von Interpharma von gfs.bern durchgeführt.
20. Juni 2010
Pharmaindustrie setzt neue Massstäbe beim Schutz von Labortieren
Die global forschenden Pharmaunternehmen der Schweiz setzen neue Massstäbe bei Tierversuchen. In einer Charta verpflichten sie sich, die Bedingungen bei Tierversuchen und den Schutz der Labortiere weiter zu verbessern. Ziel ist, möglichst viele Tierversuche zu ersetzen, die Zahl der Versuchstiere möglichst gering zu halten und deren Belastung zu verringern. Die Bemühungen und Zielsetzungen gelten weltweit und sollen auch für Partnerorganisationen verbindlich sein, die im Auftrag der Pharmaindustrie Tierversuche durchführen.
Die Tierschutzgesetzgebung der Schweiz zählt weltweit zu den strengsten und im Bereich Tierversuche und Tierhaltung erfüllt die forschende Pharmaindustrie in der Schweiz bereits heute höchste Standards. Die dem Branchenverband Interpharma angeschlossenen Unternehmen,wollen aber den Schutz der Labortiere in ihrem Einflussbereich weltweit verbessern und ausbauen. Darauf haben sie sich vergangene Woche in einer 10-Punkte-Charta verpflichtet.
In erster Linie wollen Novartis, Roche, Merck Serono, Actelion, Bayer Schering Pharma Schweiz sowie Cilag und Vifor noch mehr Tierversuche durch andere Methoden ersetzen, die Zahl der Versuchstiere so gering wie möglich halten und die Belastung der Tiere vor, während und nach ihrem Einsatz weiter verringern. Dafür wollen die Unternehmen unter anderem die Aus- und Weiterbildung sowie das Training der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entwickeln und fördern.
Die zusätzlichen Anstrengungen verlangt die Pharmaindustrie auch von jenen Unternehmen, die in ihrem Auftrag Tiere halten oder Tierversuche durchführen. Und bei all dem wollen sich die Unternehmen auch messen und kontrollieren lassen. Sie versprechen strenge interne Auditverfahren, auch bei Partnerfirmen im Bereich Tierversuche, und die Einhaltung der vereinbarten Schutzstandards auf globaler Ebene. Ebenso verpflichten sich die Unternehmen, die Entwicklung von Bewertungsverfahren und die Inspektion ihrer Betriebe weltweit durch unabhängige externe Stellen zu fördern. Weiter wollen sie den Dialog mit der Öffentlichkeit über die Forschung an und mit Tieren und den Tierschutz pflegen und verstärken. Die Unterzeichner der Charta werden über die Fortschritte im Bereich Tierversuche jährlich Rechenschaft ablegen.
17. Februar 2010
Ausgaben für Medikamente sind stabil
Der Trend eines verlangsamten Wachstums der Gesundheitskosten hat sich 2007 nicht fortgesetzt. Die Gesundheitskosten stiegen gegenüber 2006 um 4.6 Prozent auf 55.2 Milliarden Franken. Die stationäre Behandlung macht mit 45.6 Prozent den grössten Anteil aus. Der Anteil der Medikamente hat sich mit 10.3 Prozent der Gesundheitskosten auf tiefem Niveau stabilisiert. Verschiedene Sparmassnahmen haben dazu geführt, dass der Index der Medikamentenpreise deutlich sank. Diese und weitere Informationen finden Sie in der 29. Auflage des statistischen Standardwerks «Gesundheitswesen Schweiz 2009/10».
Die Gesundheitskosten sind 2007 deutlich stärker gestiegen als in den vergangenen fünf Jahren. Damit setzt sich der Trend eines verlangsamten Kostenwachstums der letzten Jahre nicht fort. Am stärksten gewachsen sind mit 5.8 Prozent die Krankenhauskosten. Der grösste Anteil an den Gesundheitskosten macht mit 45.6 Prozent die stationäre Behandlung aus. Der Anteil der Medikamente hat sich mit 10.3 Prozent der Gesundheitskosten auf tiefem Niveau stabilisiert. Verschiedene Sparmassnahmen haben dazu geführt, dass der Index der Medikamentenpreise deutlich sank. Anfang Juli 2009 hat der Bundesrat weitere Sofortmassnahmen im Arzneimittelbereich beschlossen, mit denen die Kosten in der Krankenversicherung gesenkt werden sollen. Obwohl die hohen Kosten des Gesundheitswesens zu Klagen Anlass geben und als Belastung wahrgenommen werden, wünschen sich die Schweizerinnen und Schweizer ein qualitativ hochstehendes Gesundheitswesen. Der ungehinderte Zugang zu neuen Medikamenten und Behandlungsformen ist der Bevölkerung wichtig.
Die Einwohnerinnen und Einwohner der Schweiz konsultieren im Durchschnitt rund viermal pro Jahr einen Arzt. In Japan, Tschechien oder der Slowakei ist dieser Wert höher, hier suchen die Einwohner durchschnittlich zehnmal pro Jahr einen Arzt auf. Im Jahr 2008 wurden in der Schweiz 82 Millionen Diagnosen gestellt, wobei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, gefolgt von psychischen Erkrankungen, am häufigsten diagnostiziert wurden. Die Hälfte der Behandlungen wurde mithilfe von Medikamenten, die andere Hälfte ohne Arzneimittel durchgeführt.
Zunahme von chronischen Krankheiten
Während bis ins 19. Jahrhundert Infektionen die Hauptursache für Erkrankungen und Tod waren, sind heute Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs die häufigsten Todesursachen. In den letzten Jahren hat die Bedeutung der nicht übertragbaren chronischen Krankheiten zugenommen. Alterstypische Erkrankungen wie beispielsweise Demenz, Arthrose, Diabetes Typ II oder chronische Erkrankungen des Bewegungsapparates werden aufgrund der höheren Lebenserwartung weiter zunehmen. In der Schweiz leben heute rund 100 000 Menschen mit Alzheimer oder einer anderen Form von Demenz, wobei nur ein Drittel der Fälle diagnostiziert wird. Alzheimer kann noch nicht geheilt werden, dank Medikamenten kann das Fortschreiten der Krankheit aber verlangsamt werden.
Weitere Informationen und die grafischen Darstellungen aus der Publikation «Gesundheitswesen Schweiz» sind auf der Interpharma-Website unter «Fakten und Statistiken» zu finden. Die Broschüre kann als Publikation oder als CD-ROM gratis bezogen werden. Damit die Daten möglichst lange aktuell sind, erscheint das «Graue Büchlein» neu Anfang Jahr.
9. Februar 2010
Nachwuchs in den Naturwissenschaften muss gefördert werden
Die Schweiz und insbesondere die Region Basel sind heute dank dem Nebeneinander von grossen multinationalen Unternehmen, KMUs, Start-up-Firmen und der Hochschule ein erfolgreicher Life-Sciences-Standort. Damit dies so bleibt, ist die Pharmabranche auf gute Forscherinnen und Forscher und qualifizierte Berufsleute angewiesen. Doch es mangelt an Nachwuchs. Interpharma, der Verband der forschenden pharmazeutischen Firmen der Schweiz, engagiert sich seit mehreren Jahren für die Nachwuchsförderung und hat in diesem Zusammenhang das neue Lehrmittel «Deine Karriere in den Life Sciences» konzipiert.
Pro Jahr investieren die forschenden pharmazeutischen Unternehmen über fünf Milliarden Franken in die hiesige Forschung und Entwicklung und sind direkt und indirekt für eine Wertschöpfung von beinahe 27 Milliarden Franken verantwortlich. Die Pharmabranche ist auf gute Forscherinnen und Forscher sowie qualifizierte Berufsleute angewiesen, denn der Erfolg der Pharmabranche im multinationalen Umfeld beruht auf der Innovationskraft ihrer Mitarbeiter. In der Schweiz mangelt es jedoch an qualifiziertem Nachwuchs für naturwissenschaftliche Berufe.
Nur jeder Fünfte wählt ein naturwissenschaftliches Studium
Während sich die Zahl der Studierenden in den letzten zehn Jahren nahezu verdoppelt hat, hat die Zahl der Studierenden der Naturwissenschaften auf tiefem Niveau stagniert. Nur jeder fünfte Studierende entschied sich 2009 für ein naturwissenschaftliches Studium (exakte Naturwissenschaften, Medizin, Pharmazie und Gesundheit) und nur zehn Prozent aller Schweizer Hochschulabsolventen sind Naturwissenschaftler. Mit der rückläufigen Zahl an Schulabgängern wird sich das Problem verschärfen.
Ein Grund für den Nachwuchsmangel ist die schwache Stellung der naturwissenschaftlichen Fächer in den Lehrplänen der Schweizer Schulen, zudem gibt es für naturwissenschaftlich interessierte Schüler nicht genügend Angebote. Hinzu kommt, dass Berufsbilder und Karrieremöglichkeiten von Naturwissenschaftlern in der Öffentlichkeit zu wenig bekannt sind.
Vorbilder bekannt machen
Um die Innovationskraft der Schweiz für die Zukunft zu stärken, müssen Naturwissenschaften wieder einen stärkeren Platz in den Lehrplänen auf allen Schulstufen einnehmen und es braucht eine gezielte Förderung und Weiterbildung der Lehrkräfte. Interpharma, der Verband der forschenden pharmazeutischen Firmen der Schweiz, engagiert sich seit mehreren Jahren für die Nachwuchsförderung und unterstützt Institutionen und Lehrkräfte. In diesem Zusammenhang hat Interpharma das neue Lehrmittel «Deine Karriere in den Life Sciences» konzipiert, das anhand von zehn Porträts Einblick in die Life Sciences gibt und so bei Schülerinnen und Schülern Vorbilder bekannt machen soll. An der Medienkonferenz anlässlich der tunBasel wurde heute dieses Lehrmittel vorgestellt und Martine Clozel, Wissenschaftliche Leiterin und Mitbegründerin der Allschwiler Biotechfirma Actelion, beantwortete Fragen zur Bedeutung des «einheimischen» Nachwuchses für die Pharmaunternehmen. «Für mich ist die medizinische Forschung das Interessanteste auf der Welt. Wir betreten hier Pfade, die noch niemand gegangen ist, und können helfen, das Leben vieler Menschen zu verbessern. Wo sonst bekommt man diese Chance?», sagte Martine Clozel.
1. Februar 2010
Pharmaindustrie begrüsst den Verfassungsartikel über die Forschung am Menschen
Abstimmungen vom 7. März 2010
Interpharma als Verband der forschenden pharmazeutischen Industrie begrüsst den Verfassungsartikel über die Forschung am Menschen. Er schützt die Würde und die Persönlichkeit des Menschen in der Forschung. Gleichzeitig wird mit dem Verfassungsartikel die Bedeutung der Forschung anerkannt. Diese ist zentral für den medizinischen Fortschritt. Neue Erkenntnisse helfen, Krankheiten besser zu erkennen, zu heilen oder gar zu verhindern.
Der Verfassungsartikel schafft die Voraussetzung für eine landesweit einheitliche Regelung der gesamten Forschung am Menschen durch den Bund. Dies ist im Interesse eines innovationsfreundlichen Umfelds und des hohen Niveaus biologisch-medizinischer Forschung in der Schweiz zu begrüssen. Die forschende pharmazeutische Industrie unterstützt ausdrücklich die explizite Nennung der wichtigsten Grundsätze einer verantwortungsvollen Forschung am Menschen auf Verfassungsstufe. Zentrales Element sind die individuelle Einwilligung nach hinreichender Aufklärung und der besondere Schutz nicht urteilsfähiger Personen.
Die medizinische Forschung findet heute weitgehend in einem internationalen und vernetzten Rahmen statt. Der Forschungsplatz Schweiz ist dabei einer wachsenden Konkurrenz ausgesetzt. Vor diesem Hintergrund ist zu beachten, dass das aus dem Verfassungsartikel hervorgehende Humanforschungsgesetz mit den weltweit geltenden Richtlinien harmonisiert wird und schweizerische Sonderlösungen vermieden werden.
Medikamentenmarkt 2009: Preissenkungen bewirken geringes Wachstum - für 2010 erstmals negatives Wachstum erwartet
Der Medikamentenmarkt Schweiz ist 2009 von CHF 4,73 Mia. um 3,4% auf CHF 4,89 Mia. gewachsen. 2008 hatte die Zunahme noch 5,5% betragen. Das geringere Wachstum ist auf weitere Preissenkungen sowohl für Originalmedikamente als auch Generika zurückzuführen. Die Generika legten im kassenzulässigen Markt als Folge einer geringeren Zahl von Patentabläufen nur noch 3,9% zu. Gemäss IMS Health wird der Medikamentenmarkt im laufenden Jahr erstmals schrumpfen - und zwar um 1% bis 3%.
Der Medikamentenmarkt Schweiz 2009 nahm gemäss einer Analyse von IMS Health im Vergleich zum Vorjahr von CHF 4,73 Mia. um 3,4% auf CHF 4,89 Mia. zu (Basis: Herstellerabgabepreis). Grund für das im Vergleich zum Vorjahr (+ 5,5%) geringere Wachstum sind die Preissenkungen für Originalmedikamente und Generika, die im Jahr 2009 kumulierte Einsparungen von über CHF 400 Mio. bewirkten. Am stärksten nahmen die Umsätze von gentechnisch hergestellten Medikamenten gegen rheumatoide Arthritis, HIV-Medikamenten und Lipidregulatoren zu. Sie trugen zusammen mit knapp CHF 40 Mio. gegen die Hälfte zum Wachstum des rezeptpflichtigen Medikamentenmarktes bei. Die Entwicklung bei den Krebs- und HIV-Medikamenten sowie den Medikamenten gegen rheumatoide Arthritis ist auch die wesentliche Ursache für die Ausweitung des Spitalmarktes um 6%. Die Menge verkaufter Medikamente im Gesamtmarkt nahm nur um 2,1% auf 204,4 Mio. Packungen zu.
Generika stärker im Spitalmarkt
Im Markt der kassenzulässigen Medikamente mit einem Volumen von CHF 3,90 Mia. (+ 5,1% im Vergleich zum Vorjahr) partizipierten die Generika mit CHF 449 Mio., 3,9% mehr als im Vorjahr (CHF 432 Mio.). Das stärkste Wachstum realisierten die Generika erneut im Absatzkanal der Spitäler mit 23% (Vorjahr: + 17,5%). Gleichzeitig verloren die Originale im generikafähigen Markt ein Umsatzvolumen von 14,1%. Diese Entwicklung zeigt, dass die Massnahmen des Bundesrats zur Förderung der Generika weiterhin wirken. Im Jahr 2009 wurden die Preise von 243 Generika gesenkt. Bei 143 Generika machten die Preissenkungen bis zu 15% aus, bei 51 zwischen 15 und 25% und bei 49 über 25%. Der Anteil der Generika im generikafähigen Gesamtmarkt beläuft sich auf 32,3% (Vorjahr: 32,0%), der durchschnittliche Substitutionsanteil auf rund 70%.
Negatives Wachstum zeichnet sich ab
Die Preisanpassungen seit 2005 sowohl für Originalmedikamente als auch für Generika bewirkten kumulierte Einsparungen von CHF 1,303 Mia. (Basis Herstellerabgabepreis). Es zeigt sich, dass die vom Bundesrat verordneten Preisanpassungen in den letzten Jahren nachhaltige Wirkung hatten und sich auch im laufenden Jahr auswirken werden. Gemäss Hochrechnung von IMS Health werden in diesem Jahr Einsparungen von rund CHF 400 Mio. resultieren. Entsprechend prognostiziert das Institut für 2010 für den Medikamentenmarkt Schweiz erstmals eine Negativwachstum von minus 1% bis minus 3%.
Krankenversicherer und Pharmaindustrie präsentieren erstmals gemeinsam einen Medikamenten-Auslandpreisvergleich und Vorschläge für tiefere Generikapreise
Erstmals haben Pharmaindustrie und Krankenkassen einen gemeinsamen Medikamenten-Preisvergleich durchgeführt. Der am Montag in Bern präsentierte Vergleich zeigt im Durchschnitt neun Prozent tiefere Preise bei den patentgeschützten Originalpräparaten in den Vergleichsländern. Mit einer Preisdifferenz von etwa fünfzig Prozent sind die Generika in der Schweiz deutlich teurer als im vergleichbaren Ausland. Pharmaindustrie und Krankenkassen schlagen ein neues Modell zur dynamischen Preisbildung der Generika vor, um das Einsparpotenzial besser auszuschöpfen.
Im Interesse der Versachlichung der Diskussion über die Medikamentenpreise haben die Krankenversicherungen (santésuisse) und die Branchenverbände der Pharmaindustrie (Interpharma und vips) erstmals gemeinsam einen Auslandpreisvergleich für Originalprodukte und Generika präsentiert. Demnach sind die 200 umsatzstärksten kassenpflichtigen Originalmedikamente in der Schweiz gegenüber dem aktuell gültigen Länderkorb (DE, DK, NL, UK, FR, AT) zu Ex-Factory-Preisen neun Prozent teurer. Dies entspricht einem Einsparpotential (ohne Margen) von rund CHF 210 Mio. Das a.o. Massnahmenpaket des Bundesrats im Medikamentenbereich sollte diese Differenz zu einem grossen Teil eliminieren.
Erheblich ist der Unterschied bei den Generika: Basierend auf den 98 umsatzstärksten Wirkstoffen kosten die Generika in der Schweiz zu Fabrikabgabepreisen rund doppelt so viel wie in den sechs westeuropäischen Vergleichsstaaten. Entsprechend signifikant ist das Einsparpotenzial auf einem bis zu 25 Prozent tieferen Preisniveau.
Mit einer Änderung der entsprechenden Verordnung soll dieses Einsparpotenzial auch bei den Generika besser ausgeschöpft werden. Kernelemente des Vorschlags, für den sich Krankenversicherung und Pharmaindustrie gemeinsam beim EDI / BAG einsetzen wollen, sind nach Umsatz differenzierte Preisabstandsregeln, die häufigere Preisüberprüfung in den Jahren nach Patentablauf und die Einführung eines höheren Selbstbehalts.
Die Pharmaindustrie ist eine bedeutende Stütze in der Rezession
Als einzige wichtige exportorientierte Branche wächst die Pharmaindustrie auch in der gegenwärtigen Rezession und ist eine bedeutende Stütze der Schweizer Wirtschaft. Ihre Wertschöpfung erreicht einen Anteil von 5.4 Prozent am nominalen Bruttoinlandsprodukt und ihre Ausfuhren machen 27 Prozent der Schweizer Exporte aus. Die Produktivität der Pharmaindustrie ist dreimal so hoch wie jene der Gesamtwirtschaft. Dies zeigt eine Studie, welche Polynomics unter Mitarbeit von BAK Basel Economics im Auftrag von Interpharma erstellt hat.
Die Produktivität ist ein wichtiger Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit einer Volkswirtschaft. Internationale Studien zeigen, dass das Produktivitätswachstum der Schweizer Volkswirtschaft unterdurchschnittlich ist. Eine Ausnahme bildet die Pharmaindustrie, deren Produktivitätswachstum jenes der Gesamtwirtschaft seit Jahren deutlich übertrifft. Mit einer Stundenproduktivität von 215 Franken im Jahr 2008 liegt die Pharmaindustrie weit vor den traditionell starken Finanzdienstleistern (Banken mit 155 Franken, Versicherungen mit 158 Franken) und ist mehr als dreimal so produktiv wie die Gesamtwirtschaft (67 Franken). Hauptziel der schweizerischen Wachstumspolitik sei, die Arbeitsproduktivität zu steigern und die hohe Beschäftigung zu erhalten, erläuterte Prof. Aymo Brunetti, Leiter der Direktion für Wirtschaftspolitik beim Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO), anlässlich der Präsentation der Studie.
Mit ihrem Beitrag zu Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit auch in der gegenwärtigen Rezession ist die Pharmaindustrie eine bedeutende Stütze der Schweizer Wirtschaft. Ihre Wertschöpfung erreicht einen Anteil von 5.4 Prozent am nominalen Bruttoinlandsprodukt und ihre Ausfuhren machen 27 Prozent der Schweizer Exporte aus. Heute trägt die Pharmaindustrie rund 26.8 Mia. CHF zur nationalen Wertschöpfung bei (davon 13.4 Mia. CHF direkt in der Branche). Dabei übersteigt das jährliche Wachstum zwischen 2000 und 2008 mit 11 Prozent jenes der Gesamtwirtschaft von 3 Prozent um ein Mehrfaches. Auch die Beschäftigung nimmt in der Pharmaindustrie weiter zu. So hingen im Jahr 2008 insgesamt 119 800 Arbeitsplätze an der Pharmaindustrie, wobei 35 400 Personen direkt bei den Pharmaunternehmen angestellt waren.
Es scheint, dass sich die Strukturbereinigungen der Pharmaindustrie in den 1990er-Jahren heute in Form höherer Wertschöpfung auszahlen. Im laufenden Jahrzehnt betrug der Anteil der pharmazeutischen Industrie am gesamtwirtschaftlichen Wachstum von rund 27 Prozent über 7 Prozent. Mit dem positiven Wachstum der Bruttowertschöpfung fängt die Pharmaindustrie einen Teil der aktuellen Rezession in der Schweiz auf.
Dies sind die wesentlichen Ergebnisse einer Studie, welche Polynomics unter Mitarbeit von BAK Basel Economics im Auftrag von Interpharma erstellt hat. Die Pharmaindustrie als wichtigste Exportbranche ist in der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung noch immer nicht separat ausgewiesen. Die Studie von Polynomics schafft Abhilfe und enthält neue Daten über die Bedeutung der Pharmabranche für die Schweizer Volkswirtschaft. Sie wurde nach 2005 und 2007 bereits zum dritten Mal erstellt.
Die Studie ist als gedruckte Broschüre in Deutsch, Französisch und Englisch erhältlich und kann unter "Publikationen bestellen" kostenlos angefordert werden.
Pharmaindustrie: Motor des schweizerischen Wirtschaftswachstums
Die Exporte pharmazeutischer Produkte sind markant gestiegen und beliefen sich im letzten Jahr auf über 55 Milliarden Franken. Dies entspricht rund einem Viertel des gesamten Exportvolumens der Schweiz. Damit ist die Branche ein wichtiger Wachstumsmotor der Schweizer Wirtschaft. Diese und weitere Informationen finden sich in der 16. Auflage des statistischen Standardwerks «Pharma-Markt Schweiz».
Medikamente sind hochstehende Qualitätsprodukte, die 2008 eine ausgezeichnete Handelsbilanz erzielten. Die Exporte pharmazeutischer Produkte beliefen sich auf über 55 Milliarden Franken. Sie machten damit 77% des gesamten schweizerischen Chemieexportes oder rund ein Viertel des gesamten Exportvolumens der Schweiz aus. Der Exportüberschuss für pharmazeutische Produkte nahm im Vorjahresvergleich deutlich zu und betrug im Jahr 2008 31.6 Milliarden Franken. Damit ist die Schweiz europaweit das Land mit dem grössten Exportüberschuss pharmazeutischer Produkte. Die Schweiz ist aber nicht nur ein wichtiger Produktionsstandort, sondern auch ein bedeutender Forschungsstandort. Sechsmal mehr investieren die forschenden Pharmaunternehmen in der Schweiz in die Forschung und Entwicklung, als sie hier Umsatz erzielen. Auch im Innovationsbereich hat die Schweiz ihre Leistungen weiter verbessert und ist neu Europameisterin der Innovation, nachdem sie im Vorjahr noch den zweiten Platz belegt hat.
Tiefer Anteil der Medikamente an den Gesundheitskosten
Der Anteil der Medikamente an den Gesundheitskosten hat sich mit 10.3% auf tiefem Niveau stabilisiert. Die Schweizer Bevölkerung wendet im Durchschnitt nur gerade 1.7% des Einkommens für Medikamente auf, etwas weniger als für das Telefonieren. Den grössten Anteil an den Gesundheitskosten macht mit 45.9% die stationäre Behandlung aus. In fast allen OECD-Ländern fliessen über 10% der gesamten Gesundheitsausgaben in den Arzneimittelbereich. An der Spitze liegen Italien und Frankreich, wo der Anteil fast doppelt so hoch ist wie in der Schweiz und rund 20% der Gesundheitskosten ausmacht.
Weitere Informationen aus der Publikation «Pharma-Markt Schweiz 2009» sind unter «Fakten und Statistiken / Pharma-Markt Schweiz» zu finden. Die Broschüre kann als Publikation oder als CD-ROM gratis bezogen werden.
gfs-Gesundheitsmonitor 2009
Breite Akzeptanz von Masern-Impfungen
Eine deutliche Mehrheit der Schweizerinnen und Schweizer befürwortet die Masernimpfung. Auch die persönlichen Erfahrungen mit Impfungen im Kindesalter sind überwiegend positiv. Dennoch wenn es darum geht, die Verantwortung für die Schutzimpfung der Kinder zuzuordnen, sind die Ansichten gespalten. Dies geht aus dem neuesten «gfs-Gesundheitsmonitor» von gfs.bern hervor. Der Repräsentativbefragung, die Claude Longchamp und sein Team zum 13. Mal für Interpharma erstellt haben, lässt sich weiter entnehmen, dass trotz Prämienlast das System der Krankenversicherung in seinen Grundzügen unbestritten ist. Der Leistungskatalog wird als ausreichend beurteilt. Einschränkungen in Bezug auf die freie Arztwahl oder den Zugang zu den bestmöglichen Therapien wollen Stimmbürgerinnen und Stimmbürger auch weiterhin nicht hinnehmen. Abstriche an der Pharmaforschung oder beim Aufwand für Medikamente würden nur Minderheiten von 17 Prozent bzw. 24 Prozent unterstützen, schon eher sähen 57 Prozent der Befragten Sparpotenzial bei den Verwaltungskosten der Krankenkassen.
Schweizerinnen und Schweizer befürworten mehrheitlich die Masernimpfung. Über die Masernerkrankung wissen sie recht gut Bescheid. 63 Prozent der Befragten wissen, dass Masern nicht harmlos und für Kinder tödlich sein können. Sie sind sich auch bewusst, dass es in der Schweiz nach wie vor Masernerkrankungen gibt. Nur jede dritte Person glaubt allerdings, dass Schweizer/-innen Masern ins Ausland verschleppen, und weiss nicht, dass die Impfungsrate in unserem Land unter dem Standard der WHO liegt. Die persönlichen Erfahrungen mit Impfungen im Kindesalter sind für 61 Prozent der Befragten uneingeschränkt positiv. Dennoch: Bei der Frage, wer für die Schutzimpfung der Kinder verantwortlich sein soll, sind die Ansichten gespalten. Für 36 Prozent ist dies klar Sache der Eltern, für 28 Prozent steht der Staat in der Pflicht.
Abwarten mit dem Arztbesuch
Schweizerinnen und Schweizer beurteilen ihren Gesundheitszustand seit einigen Jahren tendenziell als weniger gut. Auf die Frage: «Wie geht es Ihnen zurzeit gesundheitlich?» antworteten in der Befragung zum «gfs-Gesundheitsmonitor 2009» 12 Prozent «schlecht». Vor zehn und mehr Jahren lag dieser Umfragewert regelmässig bei etwa 1 Prozent. Trotz dieser Entwicklung verringerte sich der Anteil der Stimmbürger/-innen, welche sich in ärztliche Behandlung begeben haben. Nur 26 Prozent der Befragten hatten in den 12 Monaten vor dem Interview zur Behandlung einen Arzt aufgesucht. Noch neun Jahre zuvor lag der entsprechende Wert 17 Prozentpunkte höher. Es scheint, dass bei Beschwerden der erste Arztbesuch hinausgezögert wird. Ein Indiz dafür ist die Tatsache, dass 48 Prozent der Befragten in den letzten 12 Monaten nie in medizinischer Behandlung oder Kontrolle waren.
Kassenwechsel wegen Prämienlast im Trend
Dreizehn Jahre nach Einführung des Krankenversicherungsgesetzes (KVG) haben 53 Prozent der Befragten einen «positiven» oder «eher positiven» Eindruck vom Gesundheitswesen in der Schweiz. Die Akzeptanz des KVG ist damit tiefer als im Vorjahr (68%), trotzdem wird der aktuelle Leistungskatalog in der Grundversicherung von 73 Prozent als ausreichend beurteilt, dies ist ein Spitzenwert. Entsprechend gibt es weniger Forderungen, Neues in die Grundversicherung aufzunehmen.
Die aktuelle Befragung erfolgte vor Bekanntgabe des «Prämienschocks». Die Tendenz zum Kassenwechsel hat sich aber auch ohne diese Nachricht weiter fortgesetzt. Rund ein Fünftel der Befragten hat in den letzten 5 Jahren die Kasse gewechselt. Weitere 5 Prozent erwägen den Schritt. Grund ist mehrheitlich die Prämienentwicklung. Während Schweizerinnen und Schweizer in früheren Jahren «aus Tradition» einer Kasse lange die Treue hielten, hat das Angebot an Leistungen deutlich an Gewicht gewonnen. Setzen sich die beobachteten Trends fort, ist es möglich, dass dieses Argument in 1 bis 2 Jahren der Hauptgrund für den Verbleib bei einer Krankenkasse sein wird.
Prämiensystem im Grundsatz unbestritten
Das heutige System mit Kopfprämien und Risikoausgleich ist unbestritten (90% bzw. 87%). Deutliche Mehrheiten plädieren für einkommensabhängige Prämien und Franchisen sowie für Belohnungen bei Nichtbeanspruchung von Leistungen und gesundheitsförderndem Verhalten in Form eines Bonus. Die generelle Erhöhung von Franchisen und Selbstbehalt stösst aber auf wenig Gegenliebe. Die Zustimmung zwischen 19 Prozent und 27 Prozent ist klar nicht mehrheitsfähig.
Müssten die Stimmberechtigten angesichts der Sparanstrengungen bestimmen, wo mehr bzw. weniger Geld hin fliessen sollte, so würden sie den Hebel bei den Verwaltungskosten der Krankenkassen ansetzen (57%). Die höchste Sympathie geniesst nach wie vor die Spitex. Ihr würde jede dritte befragte Person mehr Mittel zugestehen. Nur 24 Prozent würden bei den Medikamenten sparen. 81 Prozent wünschten sich, dass für die Erforschung von neuen Medikamenten gleich viel oder gar etwas mehr Geld verfügbar wäre (62% bzw. 19%).
Vertragsobligatorium unangetastet
Einschränkungen bei den Wahlfreiheiten sind generell nicht beliebt. Wie im Vorjahr besteht bei einer knappen Mehrheit Bereitschaft zu Konzessionen bei Therapiefreiheit und Spitalwahl, wenn damit Prämiensenkungen verbunden wären. Abstriche beim Zugang zu innovativen Medikamenten aus Kostengründen stossen auf zunehmend stärkere Ablehnung (64%) und auch ein Abbau des Leistungskataloges steht nicht zur Diskussion (5% Zustimmung).
Ärzte glaubwürdigste Leistungserbringer, Pharma positiv besetzt
Seit über zehn Jahren führen die Ärztinnen und Ärzte die Rangliste der Leistungserbringer hinsichtlich Kompetenz und Verantwortung an. Dicht dahinter folgen Apotheker und Pharmaindustrie. Ausgesprochen positiv wird die Pharmabranche in folgenden Punkten beurteilt: Sie gilt als gute Arbeitgeberin (95%) und als Motor der Exportwirt-schaft (93%). Unbeeinflusst von der Diskussion um die Medikamentenpreise sind 84 Prozent der Befragten der Meinung, dass grosse Gewinne in der Pharmaindustrie notwendig sind, um die Forschung zu finanzieren.
Roland Schlumpf wird neuer Kommunikationsverantwortlicher bei Interpharma
Roland Schlumpf, der bisherige Leiter der Bundeshausredaktion des Tages-Anzeigers, wird am 1. September die Leitung der Kommunikationsstelle bei Interpharma, dem Verband der forschenden pharmazeutischen Firmen der Schweiz, übernehmen und in der Geschäftsleitung des Verbandes Einsitz nehmen. "Wir freuen uns, dass wir mit Roland Schlumpf einen Medienprofi mit grosser Erfahrung bei Print- und elektronischen Medien für die Verstärkung unseres Kommunikationsteams haben gewinnen können," sagt Thomas Cueni, Generalsekretär der Interpharma. Roland Schlumpf war als Journalist u.a. für die Neue Zürcher Zeitung, den Tages-Anzeiger und das Radio DRS tätig und ist Ökonom.
Medikamentenpreise - Interpharma fordert einen runden Tisch
Die forschenden Pharmafirmen der Schweiz sind interessiert an einer nachhaltigen Lösung zur Regulierung der Medikamentenpreise in der Schweiz und fordern, Teile der gescheiterten KVG-Revision rasch auf Verordnungsebene umzusetzen. An einem runden Tisch sollen das BAG, die Krankenkassen und die Pharmaindustrie zu Lösungen kommen. Die am Donnerstag von santésuisse und einigen Parlamentariern vorgestellten Forderungen sind widersprüchlich, stellen den Zugang zum therapeutischen Fortschritt in Frage und schiessen damit weit über das Ziel hinaus.
Die Pharmaindustrie hat in den vergangenen Jahren einen grossen Beitrag geleistet, damit die Preisunterschiede zwischen der Schweiz und dem vergleichbaren Ausland praktisch eliminiert und die Kosten im Gesundheitswesen gedämpft werden konnten. Als Folge der im Pharmabereich ergriffenen Massnahmen liegen die Fabrikabgabepreise von Originalpräparaten in der Schweiz heute sogar gemäss den Angaben von santésuisse leicht unter jenen in den wirtschaftlich vergleichbaren Ländern. Mit einer Kostensteigerung von nur 5.3 Prozent zwischen 2004 und 2007 ist auch die Kostenentwicklung bei den Medikamenten deutlich unter der Kostenentwicklung der Krankenversicherung.
Dennoch haben die forschenden Pharmafirmen der Schweiz von sich aus die Initiative für eine nachhaltige und langfristige Lösung der Preisregulierung ergriffen. Sowohl für Patientinnen und Patienten als auch für den Pharmastandort in der Schweiz ist es wichtig, dass der therapeutische Fortschritt in der Schweiz auch in Zukunft bei der Erstattung angemessen berücksichtigt wird. Da dieser Grundsatz bereits heute auf Verordnungsebene geregelt ist, setzt sich Interpharma dafür ein, die unbestrittenen Teile der im letzten Jahr gescheiterten KVG-Revision ebenfalls auf Verordnungsebene zu regeln. Dazu gehören namentlich folgende Punkte:
- Künftig sollen auch patentgeschützte Medikamente alle drei Jahre neu überprüft werden:
- eine Überprüfung des Länderkorbs, wobei am Grundsatz der "wirtschaftlich im Pharmabereich mit der Schweiz vergleichbaren Länder" festgehalten werden muss, was insbesondere für Italien nicht zutrifft;
- eine Überprüfung bei Erweiterung der Indikation.
Am von Interpharma geforderten runden Tisch müssen auch die Preisbildung bei Generika und die Problematik von Währungsschwankungen beim Preisvergleich mit dem Ausland zur Sprache kommen.
Nach Ansicht von Interpharma sollte eine Anpassung der Verordnungen bis zum Sommer möglich sein, damit deren Umsetzung spätestens Anfang 2010 einen Beitrag zur Dämpfung der Kosten und Prämien leisten kann. Die an der Medienkonferenz von santésuisse und einigen Parlamentariern geäusserten Vorschläge schiessen jedoch weit über das Ziel hinaus. Teils sind die Vorschläge widersprüchlich (lineare Preissenkung vs. Erweiterung des Länderkorbs), teils sind sie nicht oder nur schwer praktikabel (Dynamisierung des differenzierten Selbstbehalts wäre patientenfeindlich und könnte die Therapietreue in Frage stellen), teils stellen sie den Zugang zum therapeutischen Fortschritt grundsätzlich in Frage (die automatische proportionale Preissenkung bei Indikationserweiterungen würde Gesuche für neue Indikationen verhindern).
Statt Politik mit dem Lautsprecher, wie es santésuisse betreibt, würde es Interpharma begrüssen, wenn das Bundesamt für Gesundheit die Krankenkassen und die Industrie zu einem runden Tisch einlädt, damit eine Änderung der Verordnungen rasch angegangen werden kann.
Die forschende Pharmaindustrie fordert auf Innovation fokussierte Wirtschaftspolitik
Die forschende Pharmaindustrie der Schweiz ist heute einer der Motoren für Wohlstand, Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit. Dank ihrer Innovationskraft, Forschung und Exporten ist die Schweiz heute weltweit einer der wichtigsten Pharmastandorte. Ihr Verband Interpharma feiert in diesen Tagen sein 75 jähriges Bestehen.
Basel, 14. November 2008 - Das Jubiläum des Verbandes ist Anlass zur Reflexion über den aktuellen Zustand und die Zukunft. Im historischen Ambiente des Basler Pharmazie-Historischen Museums gaben führende Vertreter von Actelion, Merck Serono, Novartis und Roche denn auch ihrer Freude und ihrem Stolz über das Erreichte Ausdruck. Gleichzeitig formulierten sie ihre Vision für eine Schweizer Pharmaindustrie, welche das Potenzial hat, auch im Jahr 2020 eine treibende Kraft und Quelle für Wohlstand, Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes zu sein, und formulierten Rahmenbedingungen als Voraussetzung dafür, dass die Chancen auch genutzt werden können.
Damit ihre «Vision 2020» von einem weltweiten Spitzenplatz des Denk- und Werkplatzes Schweiz Realität bleiben kann, fordert die Branche eine Wirtschaftspolitik, welche den Fokus auf Innovation legt und sowohl in der Forschung als auch in der Ausbildung Exzellenz fördert und belohnt. Staatliches Handeln muss vermehrt daraufhin überprüft werden, ob es diese Schlüsselfaktoren fördert oder behindert genauso, wie es heute Umweltverträglichkeitsprüfungen gibt und Berichte über Nachhaltigkeit. Ein erstklassiges regulatorisches Umfeld und die Gewährung des raschen Zugangs zu innovativen Arzneimitteln im Rahmen der Krankenversicherung sind dabei ebenso wichtig wie der Einsatz für einen starken Schutz des geistigen Eigentums in der Schweiz wie im Ausland.
«Rohstoff Wissen» - das Buch zum Jubiläum
Karl Lüönd, der bekannte Autor und Publizist, hat die Geschichte der forschenden pharmazeutischen Industrie aufgearbeitet. Seine faszinierende Entdeckungsreise von den Farbenküchen für die lokale Seidenbandindustrie Basels im 19. Jahrhundert zu den global tätigen Biotechnologieunternehmen von Weltruf erzählt die Geschichte einer Branche, welche wie keine zweite vom Wissen abhängig ist und es zu nutzen versteht.