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Patienten erzählen

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«Ich kämpfe bis zum Letzten!»

Es begann im Januar 2005. «Ich litt unter einer Entzündung der Nebenhöhlen und fühlte mich so schlapp, dass mein Mann mich zur Arbeit fuhr», berichtet Ina Franke Jeger. Die sehr engagierte und aktive Personalverantwortliche bei der Ciba Spezialitätenchemie war soeben befördert worden und steckte mitten in einer Weiterbildung zum Master of Human Resources Management. Sie war voll motiviert und konnte nicht an die Burn-out-Diagnose ihres Hausarztes glauben.

Vielleicht ein Vitamin-B-12-Mangel? Nein. Auch das nicht. Nach einer Knochenmark-Punktion diagnostizierten die Ärzte im Unispital Basel eine akute myeloische Leukämie. «Es war wie ein Todesurteil», erinnert sich Ina Franke Jeger. «Ich fragte den Oberarzt: Habe ich noch eine Chance?» Sein Ja mobilisierte alle verbliebenen Kräfte, und Ina Franke Jeger entschloss sich zu kämpfen. Seit jenem Tag kämpfen zwei Partner an ihrer Seite: Inas Mann Roger und ihre Mutter. Zum «Auf-in-den-Kampf» brachte ihr Mann eine Militärmütze mit ins Spital.

Was folgte war eine Odyssee sondergleichen: Drei Zyklen Chemotherapie mit schweren Nebenwirkungen, viele Wochen auf der Isolierstation, immer in der Hoffnung auf sich normalisierende Blutwerte. «Ich war fest entschlossen, wieder zu arbeiten», berichtet die Patientin. Doch kurz vor Weihnachten meldete sich die Leukämie zurück. Jetzt rieten die Hämatologen zu einer Blut-Stammzelltransplantation.

Eine Blut-Stammzelltransplantation rettete Ina Franke Jeger das Leben.

Ina Franke Jeger hatte Glück im Unglück. Dank einer passenden Spenderperson infundierten ihr die Ärzte bereits Mitte Februar ein Stammzell-Transplantat in die Venen, das ihr das Leben rettete. Zuvor allerdings musste sie sich - wieder auf der Isolierstation - einer Hochdosis-Chemotherapie und einer Ganzkörperbestrahlung unterziehen, um möglichst alle bösartigen Blutzellen zu vernichten. «Als das Transplantat in meine Venen floss, habe ich mit den fremden Blutzellen in Gedanken gesprochen, sie willkommen geheissen und gebeten, mir zu helfen,» erinnert sich Ina Franke Jeger. Einen Monat später zeigte eine Punktion, dass die Spenderzellen ihren neuen Wirkungsort im Knochenmark gefunden hatten.

Es ging wieder aufwärts - leider nicht ohne unzählige Komplikationen. Denn das Transplantat empfand den neuen Körper als fremd und wehrte sich gegen die neue Umgebung. Die Medikamente zur Unterdrückung der körpereigenen Abstossung des Transplantats machten die Patientin anfällig für Infekte. Wenn Ina Franke Jeger ihre Komplikationen der letzten Jahre aufzählt, kann man fast nicht glauben, dass die gut aussehende, lebensfrohe Frau dies alles erlebt hat: Haut-, Darm-, Leber-, Lungen-, Herzprobleme (darunter zwei Herzinfarkte), Diabetes, grauer Star. Zwei Lungenoperationen hat sie - wegen eines Pilzes - hinter sich gebracht. Ina Franke Jeger hatte den Pilz «Willi» getauft und war fest entschlossen, Willi unterzukriegen. «Ich kämpfe bis zum Letzten!», sagt die 47-Jährige, und es sieht so aus, als habe sie es geschafft.  Heute kann sie im Haus wieder Treppen steigen und selbständig zur Nachuntersuchung ins Unispital Basel fahren. 2011 war das erste Jahr ohne schwerwiegende Komplikationen.

Stehaufmännchen Ina Franke Jeger engagiert sich heute für die Schweizerische Vereinigung Blutstammzellen-Transplantierter (SVBST). Sie möchte die Blutstammzell-Transplantation bekannter machen und dazu beitragen, dass sich mehr potenzielle Spender bei der nationalen Spenderdatenbank Schweizer Stiftung Blut-Stammzellen (www.sbsc.ch) registrieren lassen. «Nicht jede Transplantation verläuft so komplikationsreich wie meine», erklärt Ina Franke Jeger. «Aber der Kampf hat sich gelohnt. Ich bin wieder da!»


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