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Neues aus der Forschung

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HIV-Patienten: Altersbedingte Erkrankungen im Fokus

Beim Gespräch zwischen Arzt und HIV-Patient stand in den vergangenen Jahren verständlicherweise die Therapie gegen das HI-Virus im Vordergrund. Ist die Therapie richtig eingestellt? Wie sieht es mit den Nebenwirkungen aus?

Arzt und Patient sollten sich vermehrt auch gesundheitlichen Fragen zuwenden, die nichts mit der HIV-Erkrankung zu tun haben.

Eine neue Studie belegt nun: Arzt und Patient sollten sich vermehrt auch gesundheitlichen Fragen zuwenden, die nichts mit der HIV-Erkrankung zu tun haben. «Unsere Auswertung hat gezeigt, dass sich Arzt und Patient zunehmend auch auf andere Erkrankungen fokussieren sollten, etwa Diabetes, Herzerkrankungen oder Osteoporose», so Barbara Hasse, Oberärztin am Universitätsspital Zürich und Erstautorin der Studie. Die Häufigkeit dieser Erkrankungen wurde bei HIV-Patienten in den vergangenen Jahren etwas unterschätzt - dies ist ein weiteres klares Erfolgsindiz der HIV-Therapie. Die Studie zeigt, dass aufgrund der gestiegenen Lebenserwartung der HIV-Patienten die altersbedingte Erkrankungen in dieser Patientengruppe vermehrt auftreten.

Noch können die Experten allerdings nicht mit letzter Gewissheit sagen, ob die Lebenserwartung von HIV-Patienten gleich hoch ist wie bei gesunden Menschen. Dazu fehlt im Moment ganz einfach die Datengrundlage. In der Schweiz zum Beispiel ist die «Schweizerische HIV-Kohortenstudie» (SHCS) die wichtigste Grundlage: Sie umfasst die Daten von beinahe 9000 HIV-Patienten und gehört zu den ersten und weltweit besten Studien zur Erforschung von HIV. Auch die oben erwähnte Studie basiert auf diesen Daten. Die SHCS wurde aber erst im Jahre 1988 gestartet. «Daher können wir noch keine abschliessenden Angaben über die heutige Lebenserwartung von HIV-Patienten machen», so Hasse.

Quelle: Clinical Infectious DiseaseBand 53, Seite 1130
www.shcs.ch/   
Foto: istockphoto   


Mehr Firmen wollen Wirkstoffe gegen seltene Erkrankungen entwickeln

Die Biotech- und Pharmaindustrie interessiert sich immer mehr für seltene Erkrankungen. Ein Trend, der nun schon seit einigen Jahren zu beobachten ist. Die Zahlen dazu liefert die Europäische Arzneimittelbehörde EMA. Die Firmen müssen bei der Arzneimittelbehörde anfragen, wenn sie erreichen möchten, dass ihr Wirkstoff die Bezeichnung «Orphan-Produkt» erhält. Damit wird ein Wirkstoff bezeichnet, der in Zukunft bei einer seltenen, lebensbedrohlichen Erkrankung wirken soll oder ein Wirkstoff, bei dem es unwahrscheinlich ist, dass die Entwicklungskosten wieder eingespielt werden können. 

Anzahl Anfragen für die «Orphan-Produkt»-Bezeichnung bei der EMA seit dem Jahre 2000 (Daten 2011 bis September).

Falls die EMA die Anfrage gutheisst, so bedeutet das nicht, dass der Wirkstoff bereits für den Markt zugelassen ist, sondern, dass dem Hersteller verschiedene Anreize für die Zulassung geboten werden, etwa verminderte Gebühren sowie eine zehnjährige Marktexklusivität. 

In den vergangenen elf Jahren schlugen immer mehr Firmen diesen Weg ein: Im Jahre 2000 waren 72 Firmen am Label «Orphan-Produkt» interessiert. Fünf Jahre später bereits 118 und im Jahre 2010 waren es 174. Im Jahr 2011 haben sich bereits 139 angemeldet (Stand September 2011). Im Durchschnitt gewährt die EMA in über 70 Prozent aller Anfragen grünes Licht.

Seit mehr als 25 Jahren gibt es in den USA eine ähnliche Regelung, die ebenfalls dazu geführt hat, dass die Erforschung und Entwicklung neuer Medikamente gegen seltene Erkrankungen beschleunigt wurde. Eine Erkrankung gilt als selten, wenn sie pro Jahr weniger als einmal pro 2000 Einwohnern auftritt. Da etwa 5000 verschiedene seltene Erkrankungen bekannt sind, bedeutet dies, dass alleine in der Schweiz geschätzte 400 000 Patienten an einer seltenen Erkrankung leiden. Für die meisten dieser Erkrankungen gibt es noch keine erfolgreiche Therapie.

Quelle: www.ema.europa.eu, Committee for Orphan Medicinal Products (COMP), Monthly report, November 2011 

Interpharma, Verband der forschenden pharmazeutischen Firmen der Schweiz, Petersgraben 35, 4003 Basel