Die zentralen Werte des Gesundheitswesens sind unverändert die Qualität, die freie Wahl, die Menge und der Markt. Mehrheitlich geteilt werden der Föderalismus, die breite Leistungsabdeckung in der Grundversicherung und die Gemeinschaftsorientierung.
Was den wichtigsten Wert - die Qualität - betrifft, können wir festhalten, dass sie im schweizerischen Gesundheitswesen für praktisch unveränderte drei Viertel gegeben ist. (Grafik 10)

Quelle: gfs.bern, Gesundheitsmonitor 2011 (N = jeweils ca. 1200)
Die wichtigste Veränderung gegenüber dem Vorjahr ergibt sich bei der Leistungsabdeckung in der Grundversicherung. Erstmals seit Längerem sind die Mehrheiten wieder klar zugunsten einer weitgehenden Gewährung von Leistungen. Das kann so interpretiert werden, dass man die Verlagerung von der Grund in die Zusatzversicherungen bemerkt und sich mit der Wertung dagegen wehrt. Ende 2010, Anfang 2011 spielte die Übernahme der Kosten für Brillen hierbei eine wesentliche Rolle. Ob damit ein mittelfristig anhaltender, neuer Trend gesetzt wird, muss vorerst offen bleiben. (Grafik 11)

Quelle: gfs.bern, Gesundheitsmonitor 2011 (N = jeweils ca. 1200)
Dafür spricht auch, dass der wichtigste Ausschlag im letzten Jahr nicht von Dauer war. Damals nahm die Gemeinschaftsverantwortung erheblich zu, was in der diesjährigen Messung fast ganz verschwunden ist.
Die zweite Veränderung betrifft die freie Wahl im Gesundheitswesen. Prinzipiell betrachtet wird sie weiterhin gutgeheissen. Die Deutlichkeit der Zustimmung nimmt indessen kontinuierlich ab. So waren 2007 noch 50 Prozent unserer damaligen Befragten voll und ganz für die freie Arztwahl, währenddem der gegenwärtige Anteil auf der Maximalposition noch bei 21 Prozent liegt. Das spricht dafür, dass in dieser Frage ein leises Umdenken stattfindet. Hier handelt es sich eindeutig nicht um einen Ausschlag in einer Befragungswelle, sondern um einen Trend über mehrere Erhebungen hinweg. (Grafik 12)

Quelle: gfs.bern, Gesundheitsmonitor 2011 (N = jeweils ca. 1200)