Wenn es um die Einführung von Managed Care (bzw. integrierter Versorgung) geht, denken die Stimmberechtigten in erster Linie an Kosten. 71 Prozent sind voll oder eher einverstanden, dass es mit dieser Neuerung zu einer generellen Kostendämpfung im Gesundheitswesen kommt. Gar 79 Prozent sind voll oder eher einverstanden, dass solche Modelle nur dann attraktiv sind, wenn so mittelfristig das individuelle Prämienwachstum verringert werden kann. (Grafik 2)

Quelle: gfs.bern, Gesundheitsmonitor 2011 (N = 1200)
Populärer noch ist die Argumentation, dass man die Versicherten mit Qualitätsverbesserungen gewinnen soll, statt sie mit höheren Selbstbehalten zu bestrafen. 79 Prozent sind hier voll oder eher einverstanden.
Preisdifferenzierungen schliessen 76 Prozent ganz oder teilweise nicht aus, finden aber, die Versicherten sollten frei wählen können. Darüber hinaus ist kein Konsens feststellbar; für 40 Prozent heisst dies, wer wechselt, sollte das mit dem bisherigen Selbstbehalt machen können. 35 Prozent widersprechen hier und ein Viertel - so viele wie bei keinem der Argumente zum Thema - sind unschlüssig. Das gilt insbesondere auch deshalb, weil chronisch Kranke gemäss 79 Prozent der Befragten nicht mit Zusatzkosten belastet werden sollten.
Bei der Ausgestaltung eines Managed-Care-Systems ist eine klare Mehrheit der Meinung, die Versicherten müssten solche Modelle flächendeckend in allen Regionen anbieten müssen (67% voll oder eher einverstanden) und es sollten Anreize für einen Risikoausgleich geschafft werden (71%).