Könnten unsere Befragten die finanziellen Mittel im Gesundheitswesen selbst steuern und müssten dabei die Ausgaben stabil halten, würden sie bei der Spitex ausbauen; 24 Prozent der Stimmberechtigten würden dort ansetzen. 21 Prozent würden die Naturheilmedizin fördern. In beiden Fällen gilt jedoch, dass die Anteile rasch zurückgehen. Das gilt auch für die öffentlichen Spitäler, bei denen 2008 der grösste Anteil mehr Mittel eingesetzt hätte. Deutlich mehr sparen würde man bei der Verwaltung der Krankenversicherer. 68 Prozent der Befragten würden dort ansetzen - ein Spitzenwert. Mit 38 Prozent folgen die Privatspitäler. (Grafik 13)

Quelle: gfs.bern, Gesundheitsmonitor 2011 (N = ab 2003 jeweils ca. 1200, vorher ca. 1000)
Praktisch unveränderte 82 Prozent rechnen mit weiterhin steigenden Kosten im Gesundheitswesen. Wer von sinkenden Kosten spricht, trifft für 49 Prozent der Befragten das unwahrscheinlichste Szenario.
Kostendämpfung erwartet man ebenfalls unverändert in erster Linie vom Bund, erst dann von den Kassen. Die Kantone werden ebenfalls unverändert nicht als Kostenkontrolleure gesehen.
Unverändert als zu hoch werden die Medikamentenpreise in der Schweiz beurteilt. 81 Prozent teilen diese Auffassung; 17 Prozent bezeichnen sie als zu tief. 69 Prozent befürworten es deshalb, dass man Verhandlungen der Krankenkassen mit den Medikamentenherstellern zulässt. Der Anteil nimmt seit 2005 konstant zu und ist seit 2010 eindeutig mehrheitlich.
73 Prozent schliessen Generika für sich nicht aus; seit 2009 ist der Wert konstant.
Die überwiegende Mehrheit will Medikamente über Apotheken, Ärzte und Ärztinnen oder Drogerien beziehen. Die Anteile sind konstant, obwohl neue Distributionskanäle hinzugekommen sind. Das Potenzial für Internet bleibt bei einem Viertel der Befragten; es konkurrenziert eher die normalen Einkaufsläden als Bezugsquelle. (Grafik 14)

Quelle: gfs.bern, Gesundheitsmonitor 2011 (N = ab 2003 jeweils ca. 1200, vorher ca. 1000)
Wirklich verdienen sollten am Medikamentenverkauf die Hersteller, Grossisten und Apotheken. Vor allem zu den ersten beiden Leistungserbringern ist die Zustimmung seit 2007/2009 wachsend. Bei den Ärzten/-innen gehen die Meinungen stark polarisiert auseinander; die Meinungen haben sich seit 2009 kaum mehr verbessert, nicht zuletzt weil sie als potenzielle Kostentreiber kritisiert werden.
Damit geht einher, dass für 82 Prozent der Medikamenteneinkauf in der Schweiz erfolgen soll. Der Anteil ist seit 2007 konstant steigend.