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Pipeline der Gesundheit in Basel zu Gast

Basel, 16. Juli 2010

Eine knallrote, neun Meter lange Pipeline steht seit heute mitten auf dem Barfüsserplatz in Basel. Die «Pipeline der Gesundheit» des Verbands der forschenden Pharma-Unternehmen in Deutschland, vfa, zeigt den medizinischen Fortschritt und macht Gesundheitsthemen erfahrbar.

In der begehbaren Pipeline werden Forschungserfolge anschaulich und spielerisch vermittelt. An verschiedenen Infotainment-Terminals können Besucher zum Beispiel einen Tumor oder eine Grippepandemie bekämpfen. Eine Klaviersimulation macht deutlich, wie sich Rheuma anfühlt und was Linderung bedeuten kann. Eine Zeitmaschine zeigt dem Betrachter, wie er im Alter aussehen wird. Die Pipeline der Gesundheit ist bis zum 21. Juli auf dem Barfüsserplatz zu Gast und ist täglich von 8.00 Uhr bis 22.00 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

«Als wichtige Pharmastadt und direkt an der deutschen Grenze gelegen, ist Basel ein idealer Standort für die Pipeline der Gesundheit», sagte Susan E. Knoll, Geschäftsführerin Kommunikation beim vfa, Verband der forschenden Pharma-Unternehmen in Deutschland, anlässlich eines Medienrundgangs am Freitag. Die Pipeline der Gesundheit ist seit 2009 in verschiedenen deutschen Städten unterwegs und macht auf ihrer Reise auch einen Abstecher in die Schweiz. In Basel sind nicht nur die grossen, weltweit agierenden und bekannten Unternehmen wie Roche, Novartis oder Actelion zu Hause. In den vergangenen Jahren ist hier auch ein Cluster von Startup-Firmen entstanden, der in seiner Art und Dichte weltweit einzigartig ist. «Triebfeder für alle Aktivitäten dieser Branche ist die Forschung», sagte Thomas B. Cueni, Generalsekretär der Interpharma. Pro Jahr investieren die forschenden pharmazeutischen Unternehmen über sechs Milliarden Franken in die hiesige Forschung und Entwicklung. 120 000 Arbeitsplätze hängen direkt oder indirekt von der Pharmaindustrie ab. Die Branche trägt über 5 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) bei und exportierte 2009 für über 58 Milliarden Franken - davon gingen 13 Prozent allein nach Deutschland.

Gesundheitsprobleme kennen keine Staatsgrenzen
Erfreut über den Besuch aus Deutschland zeigte sich Carlo Conti, Regierungsrat Basel-Stadt und Vorsteher des Gesundheitsdepartements. «Gesundheitsprobleme kennen keine Staatsgrenzen. Sowohl in der Schweiz als auch in Deutschland stehen unsere Gesund-heitswesen vor grossen Herausforderungen», sagte Conti anlässlich der Eröffnung der Pipeline der Gesundheit auf dem Barfi und verwies auf die steigenden Kosten, die demo-grafische Entwicklung und die Zunahme chronischer Krankheiten. Die Pipeline biete der Bevölkerung eine gute Gelegenheit, sich mit Gesundheitsthemen auseinanderzusetzen. Von neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen und der erfolgreichen Entwicklung neuer Medikamente, Impfstoffe und Diagnostika profitieren Patienten, das Gesundheitswesen und die Gesellschaft.

Kontakt
Susan E. Knoll, Geschäftsführerin Kommunikation vfa
Mobile +49 1520 159 6623, s.knoll@vfa.de

Thomas B. Cueni, Generalsekretär Interpharma
Tel. 061 264 34 00, Mobile 079 322 58 17, thomas.cueni@interpharma.ch 



Ambivalente Haltung gegenüber Managed-Care-Modellen

Bern, 24. Juni 2010

Keine Mehrheit für Managed-Care-Modelle, lautet das Fazit aus dem «Gesundheitsmonitor 2010». Die bisher diskutierten Lösungen sprechen erst eine Minderheit an. Der aktuellen Repräsentativbefragung von gfs.bern lässt sich weiter entnehmen, dass die Medikamentenkontrolle eine nationale Angelegenheit bleiben und den Kantonen eine zentrale Rolle im Gesundheitswesen zukommen soll. Illusionslos sehen die Stimmberechtigten die Prämienentwicklung; die Hoffnungen auf Stabilisierung sind weitgehend verschwunden. Damit sinkt auch die Bereitschaft immer mehr, medizinische Leistungen selbst zu bezahlen.

Managed-Care-Modelle (MC) sind in der gesundheitspolitischen Diskussion seit längerem ein zentrales Thema. Die Politik setzt grosse Hoffnungen in Managed-Care-Modelle. Anders sieht es bei den Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern aus. Erst 10 Prozent der Stimmberechtigten sind gemäss eigenen Angaben in einem MC-Modell versichert. Weitere 18 Prozent könnten sich vorstellen eine derartige Versicherungslösung zu wählen. Das Potenzial liegt demnach bei weniger als einem Drittel aller Stimmberechtigten in unserem Land. Ein klares "Nein" von 58 Prozent resultiert auf die Frage: "Kommt für Sie eine Versicherung in einem Managed-Care-Modell in Frage?" Wichtigste Determinante für die Haltung ist dabei das Alter. Am ehesten noch können sich die 30 bis 39-Jährigen (27%) für das Versicherungsmodell erwärmen, am wenigsten die 60 bis 69-Jährigen (11%). Unterschiede gibt es auch hinsichtlich Geschlecht: Männer sind eher positiv eingestellt. Nur einen sehr beschränkte Einfluss auf die Einstellung scheint der persönliche Informationsstand zum Thema zu haben. Befragte, welche ihren Gesundheitszustand als gut bezeichnen können sich eher vorstellen, sich in einem MC-Modell versichern zu lassen.

Eigene Gesundheit wieder besser beurteilt
Schweizerinnen und Schweizer haben ihren Gesundheitszustand in der Periode 2000 bis 2005 tendenziell immer kritischer beurteilt. Hier lässt sich in den letzten vier Jahren eine gewisse Stabilisierung feststellen. Auf die Frage: «Wie geht es Ihnen zurzeit gesundheitlich?» antworteten in der Befragung zum «gfs-Gesundheitsmonitor 2010» 13 Prozent «schlecht». Vor zehn und mehr Jahren lag dieser Umfragewert regelmässig bei etwa 1 Prozent. Die Befragten gehen eher weniger häufig und später zum Arzt als früher, aber wenn, dann erwarten sie die bestmögliche und nicht die preisgünstigste Behandlung.

KVG und Leistungskatalog positiv beurteilt
Vierzehn Jahre nach Einführung des Krankenversicherungsgesetzes (KVG) haben 66 Prozent der Befragten einen «positiven» oder «eher positiven» Eindruck vom Gesundheitswesen in der Schweiz. Auch der aktuelle Leistungskatalog in der Grundversicherung wird von einer Mehrheit (68%) als ausreichend beurteilt. Abbau ist kaum ein Thema. Sympathisanten für einen Ausbau finden sich eher in der Romandie als in der Deutschschweiz.

Mehr Wettbewerbsdruck auf die Leistungserbringer
Müssten die Stimmberechtigten über Sparmassnahmen bestimmen, würden sie den Hebel bei den Verwaltungskosten der Krankenkassen ansetzen (63%). Generell sinkt seit 1997 die Bereitschaft, mehr Leistungen zu finanzieren. Dies gilt für Naturheilärzte ebenso wie für die Intensivmedizin oder die Medikamentenforschung. Sympathie geniesst nach wie vor die Spitex. Ihr würde noch jede dritte befragte Person mehr Mittel zugestehen.

Marktwirtschaftlichen Druck wünscht man sich auf die Leistungserbringer. Die Bereitschaft, Generika zu akzeptieren, scheint gesättigt (73%). Dafür wird vermehrt gefordert,  die Krankenversicherer sollen mit den Herstellern über Medikamentenpreise verhandeln (69%).

Glaubwürdige Apotheker
Die Apotheker geniessen zur Zeit den besten Ruf unter den Leistungserbringern hinsichtlich Kompetenz und Verantwortung, auch wenn zwei Drittel der Befragten der Meinung sind, die Apotheker seien eher teure Zwischenhändler. In der Reputation sind die Ärzte nach mehr als zehn Jahren auf Rang zwei gerutscht, dicht gefolgt von der Pharmaindustrie. Deutlich verloren haben Wissenschaft und Krankenkassen.

Als ausgesprochen stark wird der Einfluss der Pharmabranche auf die Wirtschaftskraft der Schweiz beurteilt. Sie steht mit 82 Prozent positiver Beurteilung an dritter Stelle praktisch gleichauf mit den Sektoren Finanzen und Tourismus. Sie leistet in den Augen der Befragten einen wichtigen Beitrag zur Lebensqualität und beschleunigten Heilung von Krankheiten. Weniger euphorisch schätzen die Stimmberechtigten das Potenzial neuer Medikamente für die Senkung von Spital- und Arztkosten ein.

Das Wichtigste in Kürze zum «gfs-Gesundheitsmonitor 2010» finden Sie in der Rubrik «Fakten und Statistiken».

Die Repräsentativumfrage «gfs-Gesundheitsmonitor» wurde im Auftrag von Interpharma von gfs.bern durchgeführt.

Kontakt
Thomas B. Cueni, Generalsekretär Interpharma
Tel. 061 264 34 00 / Mobile 079 322 58 17 / info@interpharma.ch
Interpharma, Postfach, Petersgraben 35, 4003 Basel

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Gesundheitsmonitor 2010

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